Herzschlag-Finale an Hesjedal

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Hesjedal triumphiert im Giro-Herzschlag-Finale

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Nach 3.504 km oder mehr als 91 Stunden auf dem Rad haben am Sonntag 16 Sekunden über den Gesamtsieg beim Giro d'Italia entschieden.

Das ist der knappste Abstand seit 38 Jahren (siehe Tabelle unten) und der viertknappste der mehr als 100-jährigen Geschichte der Italien-Rundfahrt.

Im abschließenden Zeitfahren in Mailand fing der favorisierte Ryder Hesjedal noch den bisherigen Leader Joaquim Rodriguez aus Spanien ab und avancierte zum ersten kanadischen Giro-Sieger (die komplette Siegerliste).

Ein ganz enges Rennen

Bereits nach der Königsetappe am Samstag auf das Stilfser Joch hatte Hesjedals US-Team Garmin den Triumph gefeiert - beinahe zu früh. "Es war eine großartige Erfahrung. Ich habe jeden Tag mehr und mehr daran geglaubt", erklärte der frühere Mountainbiker.

Rodriguez wehrte sich am Sonntag im 30,1 km langen Kampf gegen die Uhr nach Kräften, büßte aber 47 Sekunden auf Hesjedal ein. Mit 31 Sekunden Vorsprung war der Katalane in die Schlussetappe gegangen.

So knapp war es beim Giro zuletzt 1974 zugegangen, damals distanzierte Rekordsieger Eddy Merckx den Italiener Gianbattista Baronchelli um zwölf Sekunden. Die immer noch engste Entscheidung gab es 1948, als Fiorenzo Magni elf Sekunden vor seinem Landsmann Ezio Cecchi die Oberhand behielt.

Erster kanadischer Erfolg

Für Hesjedal ist es der erste Gesamtsieg bei einer großen Landesrundfahrt. "Ich bin gut vorbereitet zum Finale gekommen", sagte der 31-Jährige. "Die Beine waren gut, der Kopf ruhig. Das war eine wichtige Seite der Geschichte."

Im Kampf um Platz drei fing der Belgier Thomas De Gendt, am Vortag Triumphator auf dem Stilfser Joch, noch Vorjahressieger Michele Scarponi ab. Am Ende fehlten dem Sensationsmann 1:39 Minuten auf Hesjedal.

Auf den Plätzen vier bis sechs landeten mit Scarponi (2011), Ivan Basso (2006, 2010) und Damiano Cunego (2004) drei ehemalige Giro-Sieger aus Italien. Als bester Österreicher beendete der Tiroler Thomas Rohregger die Rundfahrt auf Rang 31.

Denifl bester ÖRV-Mann im EZF

Schnellster ÖRV-Profi im abschließenden Zeitfahren war Rohreggers engerer Landsmann Stefan Denifl. Der 24-Jährige verlor als 67. 3:04 Minuten auf Tagessieger Marco Pinotti aus Italien. In der Nachwuchswertung belegte der Tiroler Gesamtrang 17.

"Mein Giro war in Ordnung, ich hätte sogar ein wenig mehr erwartet", gestand Denifl. "Aber ich denke, diese große Rundfahrt war ein wichtiges Rennen für den Rest der Saison."

Sein Vacansoleil-Teamkollege De Gendt überzeugte im Kampf gegen die Uhr mit 1:01 Minuten Rückstand und Platz fünf - unmittelbar vor Hesjedal (1:09).

Alle fünf vor drei Wochen in Dänemark gestarteten Österreicher erreichten das Ziel, auch die NetApp-Fahrer Matthias Brändle und Daniel Schorn. Routinier Bernhard Eisel führte seinen Sky-Teamgefährten Mark Cavendish sicher durch die Berge. Der britische Sprint-Star verlor die Punktewertung auf der vorletzten Etappe aber um einen Zähler an Rodriguez.

Jahr Abstand Sieger Zweiter
1948 11 sec Fiorenzo Magni (ITA) Ezio Cecchi (ITA)
1974 12 sec Eddy Merckx (BEL) Gianbattista Baronchelli (ITA)
1955 13 sec Fioreno Magni (ITA) Fausto Coppi (ITA)
2012 16 sec Ryder Hesjedal (CAN) Joaquim Rodriguez (ESP)
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