Nichts für schwache Nerven

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Königsetappe an De Gendt, Rodriguez holt Zeit raus

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Die Entscheidung um den Gesamtsieg beim 95. Giro d'Italia könnte zu einem Sekundenkrimi werden.

Als Favorit geht der Kanadier Ryder Hesjedal in das abschließende Zeitfahren am Sonntag in Mailand.

Der Spanier Joaquim Rodriguez baute seine Gesamtführung am Samstag mit Platz vier auf der Königsetappe auf 31 Sekunden aus, Hesjedal gilt aber als der bessere Zeitfahrer.

Beide haben noch nie eine große Landesrundfahrt für sich entschieden.

Tagessieg geht an De Gendt

Den Etappensieg auf dem 2.757 m hohen Stilfser Joch sicherte sich der Belgier Thomas De Gendt. Der Sensationsmann gilt nun sogar als Anwärter auf das Podest.

Der 25-Jährige triumphierte auf dem Gipfel der höchsten asphaltierten Passstraße Italiens 56 Sekunden vor dem früheren Giro-Sieger Damiano Cunego.

Als Gesamtvierten fehlen De Gendt 2:18 Minuten auf Rodriguez, Vorjahressieger Michele Scarponi liegt als Dritter 27 Sekunden vor ihm.

"Das reicht ihm aber nicht"

Rodriguez holte mit einem Antritt auf dem letzten von 219 Kilometern noch einmal 14 Sekunden auf Hesjedal heraus. "Das reicht ihm aber nicht", versicherte der Kanadier vor dem 30,1 km langen Zeitfahren.

Seine Betreuer feierten im schneebedeckten Ziel, als ob der Sieg bereits feststünde. Der frühere Mountainbike-Profi Hesjedal hat das Rosa Trikot bereits vier Tage getragen, ehe es ihm sein spanischer Konkurrent zweimal auszog.

Im Kampf gegen die Uhr muss Rodriguez nun auf rosa Flügel hoffen. "Ich werde alles geben, um diesen Traum wahr werden zu lassen", versicherte der Katalane.

Leader gibt die Favoritenrolle ab

"Ich glaube an meine Chance, aber Hesjedal ist der Favorit. Die anderen scheinen aus dem Rennen." Vor allem der zweimalige Giro-Sieger Ivan Basso verlor auf dem 22 km langen Schlussanstieg entscheidend an Terrain. Der Italiener fiel mit 3:18 Minuten Rückstand auf Rang fünf zurück - unmittelbar vor Landsmann Cunego.

De Gendt attackierte bereits auf dem vorletzten Berg, dem ob seiner gefährlichen Abfahrt gefürchteten Mortirolo. Auf dem Schlussanstieg von Bormio hinauf zum Stilfser Joch lag der Vacansoleil-Teamkollege des Tirolers Stefan Denifl virtuell sogar bereits auf dem zweiten Gesamtrang.

Rohregger bester Österreicher

Im Finish büßte er - ob seines größten Erfolges ungläubig den Kopf schüttelnd - noch etwas Zeit ein. "So etwas habe ich nie im Leben erwartet", erklärte De Gendt.

Als bester Österreicher kletterte Thomas Rohregger als 28. auf das "Dach" des Giro. Der Tiroler verlor 16:39 Minuten auf den Tagessieger und liegt in der Gesamtwertung auf Rang 31. Denifl kam auf Etappenrang 60, die restlichen ÖRV-Profis erreichten mit dem "Grupetto" das Ziel.

Dort nicht mehr vertreten war Andrea Guardini. Der italienische Sprinter, zwei Tage zuvor erstmals Etappensieger, hielt sich auf der dritten von fünf Bergwertungen an einem Betreuerauto an und wurde ausgeschlossen.

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