"Es war wie im alten Rom"

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Eisel-Kritik: "Es war wie im alten Rom"

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Bernhard Eisel hat als einer von zahlreichen arrivierten Fahrern die Durchführung der Königsetappe des Giro d'Italia bei extremen Bedingungen scharf kritisiert.

Das Feld war am Dienstag bei teils starkem Schneefall und großer Kälte auf drei Alpenpässe gejagt worden, darunter den 2.618 m hohen Gavia-Pass und das 2.758 m hohe Stilfser Joch.

"Wie im alten Rom"

Eisel verglich die Szenerie mit Gladiatorenkämpfen im antiken Rom oder den modernen "Hungerspielen" aus der Romantrilogie "Die Tribute von Panem".

"Ich bin überrascht, dass der Sieger am Ende nicht mit den Tigern kämpfen musste", sagte Eisel dem Fachportal cyclingnews.com sarkastisch.

"Es war nur eine Show für das Fernsehen, für die Fans, wie im alten Rom. Ich finde das krank."

"Es muss Grenzen geben"

Jeder Fahrer sei bereit, in den Rennen alles zu geben. "Aber es muss Grenzen geben", betonte Eisel, einer der Athletenvertreter in der Kommission des Radsport-Weltverbandes (UCI).

"Wenn es nur noch darum geht, Leute im Schnee frieren zu sehen, dann ist das dumm. Ich glaube, dass wir mit der Ausrichtung dieser Etappe überhaupt nichts gewonnen haben."

Kritik auch an den Teams

Der Kolumbianer Nairo Quintana war in Südtirol ins Rosa Trikot geklettert.

"Jeder Fahrer kann entscheiden, bis zu welchem Grad er sein Leben riskiert", meinte Eisel. In der Pflicht sieht der 33-jährige Steirer nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Teams.

"Ich verstehe nicht, warum sie ihre wichtigsten Investments, die Fahrer, so aufs Spiel setzen. Kein anderer Sport würde das tun."

"Hatte ja meinen Lawinenpiepser in der Tasche"

Schon mit einem Sturz könne eine Saison vorbei sein, erinnerte Eisel - auch für einen Topstar. Er selbst war mit fast 40 Minuten Rückstand, aber sicher ins Ziel im Martelltal gekommen.

"Die Leute sagen, die gestrige Etappe war episch! Ich habe mich immer sicher gefühlt - ich hatte ja meinen Lawinenpiepser in der Tasche", schrieb Eisel auf Twitter.

Die 17. Etappe führte den Giro-Tross am Mittwoch über 208 großteils flache Kilometer nach Vittorio Veneto.

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