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Ex-Profi Nelissen beschuldigt Teamarzt

Der belgische Radsport-Verband wird eine Untersuchung gegen den früheren Rabobank-Teamarzt Geert Leinders einleiten.

Wie niederländische Medien übereinstimmend berichteten, soll Leinders während seiner Tätigkeit bei dem Rennstall von 1996 bis 2009 Radprofis beim Doping unterstützt haben.

Systematisches Doping

Der Verband wurde aktiv, nachdem Ex-Profi Danny Nelissen (NED) in einer Dopingbeichte am Wochenende auch den belgischen Arzt genannt hatte.

Leinders war zuletzt ab 2011 auf Teilzeit-Basis für das Team Sky des Tour-de-France-Siegers Bradley Wiggins tätig, ehe dort sein Vertrag im Herbst 2012 nicht mehr verlängert wurde.

Nach Aussagen von Fahrern soll es ab 1996 im Team Rabobank organisiertes Doping gegeben haben.

EPO for free

Auf der Website cyclingnews.com wird Nelissens Aussage gegenüber RTL.nl zitiert, wonach er bei Rabobank nie einen Cent für EPO ausgeben musste. "Das wurde von Teamarzt Leinders organisiert. Man musste es haben, und es war schön, dass es jemand für dich besorgt hat."

Nelissen, der Amateur-Weltmeister von 1995, hatte seine Karriere 1999 mit 28 Jahren wegen Herzproblemen beendet.

Auch Levi Leipheimer (USA) soll bei seiner Aussage vor der US-Anti-Dopingangentur zum Fall Lance Armstrong Doping im Team Rabobank, für das er von 2002 bis 2004 fuhr, gestanden haben.

Rabobank hat sich zurückgezogen

Laut nrc.nl (NRC Handelsblad) sagte Leipheimer, er habe bei Rabobank weiterhin EPO genommen, das er von Leinders gekauft habe.

Der Name des Arztes war in dem von der USADA veröffentlichten Bericht unleserlich gemacht worden.

Die Rabobank hatte sich wegen der Dopingpraktiken mit Jahresende 2012 als Namenssponsor zurückgezogen, finanziert den Rennstall, der nun "Blanco" heißt, vertragsgemäß aber auch noch im laufenden Jahr.

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