"Ich habe panische Angst!"

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Rogan: "Olympia ist kitschig, aber es hat auch was!"

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Gegen den englischen Verkehr ist Markus Rogan ähnlich machtlos wie gegen seine Konkurrenten Michael Phelps und Ryan Lochte.

Aber wenn er über 200 m Lagen ins Becken springt, hat der Wiener am Ende hoffentlich weniger Rückstand als beim Pressegespräch in London. Oder noch besser: Vorsprung auf den Rest der Welt.

Denn das würde für den österreichischen Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier zumindest Bronze bedeuten. Druck hin, Außenseiterchancen her: „Ich habe den schönsten Job der Welt!“

Bei LAOLA1 spricht Markus Rogan über Chancen und Risiken, den neu entdeckten Olympia-Mythos und die Düdelingen-Sensation.

 

Schwimm-Star Markus Rogan spricht bei LAOLA1 über …


...seine Rolle als Fahnenträger bei der Eröffnung: „Man hat mich ja schon in Peking gefragt, aber damals habe ich verzichtet. Einerseits weil es Hans-Peter Steinacher verdient gehabt hat, und weil ich es auch gar nicht zu schätzen gewusst habe. Umso mehr freut es mich, dass ich es mir trotz des ganzen Blödsinns, weil ich hab ja auch viel falsch gemacht, nicht verhaut habe und die Fahne hochhalten darf. Das ist sicher der schönste Moment meiner Karriere.“

 

...die Erwartungshaltung für seine vierten Spiele: „Die 200 m Lagen sind für mich eine komplett neue Strecke. Es wird schwer, aber genau dafür habe ich trainiert. Auf diese knapp zwei Minuten habe ich mich jetzt drei Jahre lang vorbereitet.“

 

...die Rückkehr ins Aquatics Center: „Es schaut ganz anders aus als bei meinem ersten Start hier und es fühlt sich auch anders an. Viel schneller und kürzer, dabei ist das Becken gleich lang. Offensichtlich gibt es diese Olympia-Magie, diesen Mythos doch. Irgendwie kitschig, aber es hat auch schon was.“

 

...die Notwendigkeit einer Entmystifizierung: „Will ich nicht und schaffe ich auch gar nicht. Das Geld für den Psychologen war beim Fenster rausgeschmissen. Aber wenn ich mit einer schönen Frau im Dunkeln bin, wo ich mir denke: Bist du wahnsinnig, das ist eine Geile! Dann möchte ich auch nicht das Licht anmachen, sondern es genießen.“

 

...die Formkurve: „Ich bin besser drauf als jemals zuvor! Besser geht’s nicht, schlimmer wird’s nicht. Wir haben auch in der Schweiz noch einmal sehr professionell gearbeitet, ganz anders als zum Beispiel vor Peking. Da habe ich in der jetzigen Phase noch herumgespielt.“

 

...den Faktor Erfahrung: „Je mehr man erlebt hat und je öfter man bei Olympischen Spielen war, desto besser weiß man, was alles schief gehen kann. Ich habe eigentlich panische Angst, fürchte mich vor jedem Interview, jeder nächsten Frage. Vielleicht kriege ich mittendrin einen Krampf, dann ist alles vorbei.“

 

...Phelps, Lochte und die Jäger: „Vor vier Jahren hätte ich gesagt, dass ich in unglaublicher Form bin und locker gewinne. Aber die Wahrheit ist: Diese beiden sind die besten Schwimmer aller Zeiten. Ich möchte den Rest der Welt anführen! Und sollte ich Gold gewinnen, dann ist das als ob Düdelingen gegen Real Madrid gewinnt.“

 

...seinen Traum von Gold: „Ich habe probiert die Nancy Kerrigan zu erreichen. Fakt ist: Phelps und Lochte sind die besseren Schwimmer. Natürlich werde ich mich nicht wehren, wenn die auf einmal hinterher sind. Aber nach dem Scheiß, den ich in Peking aufgeführt habe, möchte ich realistisch an die Sache herangehen und sage: Bronze ist das Beste, das ich holen kann.“

 

...seine Erinnerungen an Athen 2004: „Ich bin damals nicht gut geschwommen, aber besser als die meisten anderen. Ich muss auf jetzt wieder darauf hoffen, dass der eine oder andere schwitzt. Trotzdem werde ich eine Zeit um 1:55 Minuten brauchen, die Frage ist, ob ich das drauf habe.“

 

...die Absage von Dinko Jukic für die Staffel: „Eigentlich ist die Staffel das Schönste bei Olympia. Aber jeder hat seine Eigenheiten, der Dinko genauso wie ich. Und es ist ja irgendwo auch Teil der Show. Ich freue mich auf das Rennen, wir werden uns alle reinhauen. Das letzte Mal waren wir mit einer K&K-Staffel im Finale, aber Düdelingen hat ja auch überrascht.“

 

...die letzte Großveranstaltung seiner Karriere: „Schade irgendwie, dass es die letzte ist. Aber perfekt, dass es so eine schöne ist. Ich habe jetzt noch 7:45 Minuten im Wasser vor mir. Und die würde ich am liebsten so gut machen, dass meine Karriere damit definiert wird.“

 

Aufgezeichnet von Stephan Schwabl

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