Sportler und Fans stärken Dinko Jukic den Rücken

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Da war er also, der große Befreiungsschlag. Nach seinem vierten Platz über 200 m Delfin redete sich Dinko Jukic den Frust von der Seele.

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Über das heimische Funktionärswesen. Über miserable Strukturen im Sport-Apparat. Über sein Problem mit der Ehrenamtlichkeit.

Der 23-Jährige räumte auf – und zwar im großen Stil. Selten hat in den letzten Jahren jemand die Probleme im heimischen Sport so knallhart auf den Punkt gebracht, den Finger dermaßen in die Wunde gelegt.

Viele Sportler denken ähnlich

„Endlich sagt einmal einer, was sich viele Sportler seit Jahren denken“, klatschte noch am selben Abend im „Austria House“ am Tower Hill ein österreichischer Olympia-Starter Beifall.

Seinen Namen möchte er aus Angst vor Problemen mit seinem eigenen Verband an dieser Stelle nicht lesen.

Noch in der Nacht erreichten den Verfasser dieser Zeilen zahlreiche Mails von Sportlerinnen aus den verschiedenen Lagern, die sich solidarisch zeigen und endlich ein Umdenken in Österreich fordern.

Sport-Fans stehen hinter Jukic

Jukic hat mit seinem Rundumschlag eine Lawine losgetreten – und kann sich dabei der Solidarität vieler Sportler-Kollegen sicher sein.

„Ich weiß, dass ich mir sehr viele Freunde unter den Sportlern mache, die sich selber nicht trauen das auszusprechen. Wenn in zehn Jahren ein neuer Dinko Jukic kommt, dann hat er es vielleicht einfacher“, will Jukic seinen Kampf für eine Sport-Reform fortsetzen.

Und dabei hat er auch die heimischen Sport-Fans hinter sich. In der LAOLA1-Community und in unserem facebook-Channel wurde und wird diskutiert und analysiert, weitere SportlerInnen melden sich zu Wort.

Hier gibt’s die besten Postings und Kommentare zum Nachlesen!

 

masterbouncer: „Ich musste lachen bei der Aussage 'Keine Ahnung, ich habe die Hand gehoben, als die Deutschen sie gehoben haben', aber das entspricht wohl – nicht nur im Schwimmverband – zu 100 Prozent der Wahrheit. Bravo Dinko, lieber hinterlässt man seine eigenen Fußstapfen – auch wenn der Weg härter ist – als dass man ohne Courage den Weg in den Fußstapfen anderer geht, welcher ins Verderben führt. Um Dinko habe ich ich keine Angst, der wird seinen Weg weiter erfolgreich gehen. Auch ohne den Verband.“

 

ThePriest84: „Ich kann als ehemaliger Leistungssportler (Nationalteam Taekwondo) seine Aussagen 1:1 bestätigen. In unserem Verband war es genauso. Leider gibt es mehr als genug von diesen Verbandsmenschen, die durch ihre Tätigkeit alles andere erreichen, als den Sportlern in ihrer Entwicklung zu helfen. Ich selbst durfte unzählige Geschichten hautnah miterleben, bei denen man sich nur an den Kopf greifen kann. Deshalb finde ich es gut, dass jetzt einmal ein Sportler, der von der Öffentlichkeit durch seinen sportlichen Erfolg wahrgenommen wird, die Dinge beim Namen nennt.“

 

Gernot Hörwertner @facebook: Das passt schon. Wenigstens sagt einmal einer was zu unseren Klasse-Funktionären

 

since1899: „Inhaltlich muss ihm jeder Sportliebhaber in Österreich recht geben. Er spricht genau das an, was eigentlich 1:1 auf jeden einzelnen österreichischen Sportverband übertragbar ist. Inkompetente Funktionäre, Parteisoldaten als Verbandschefs die sich aufführen als hätten sie den Sport erfunden, obwohl ihnen eigentlich eh nur die Seitenblicke wichtig sind und so weiter.“

 

dethklok: „Respekt vor seiner Courage, die Dinge beim Namen zu nennen. Leider wird er doch gegen die – in offensichtlich jedem österreichischen Sport-Verband vorherrschenden – Seilschaften und Freunderlwirtschaften nicht ankommen. Hätte sich Rogan nicht vor wenigen Tagen selbst disqualifiziert, könnten sie nun gemeinsam gegen die Sesselfurzer vorgehen. Schade drum!“

 

Alexander Doubek @facebook: Recht hat er!

 

rapidwolfi: „In Österreich setzt sich nur fort, was international üblich ist. Die Herren Funktionäre logieren in 5-Sterne-Hotels und die Sportler werden in 5-Bett-Zimmer gepfercht. Es ist nur schade, dass viele ehrliche, kleine Funktionäre, die mit Herz und Begeisterung ihre Arbeit machen, in den selben Topf mit diesen Bonzen geworfen werden.“

 

Schnitzel_mit_Eis: „Vor wenigen Wochen hat Schiedsrichter Harald Ruiss einen langen Brief mit lauter Anschuldigungen veröffentlicht. Alle waren begeistert und haben gemeint: Endlich einer, der was sagt! Ich glaube, dass es immer wieder Leute gibt, die den Mund aufmachen. Aber was bringt das, wenn die Kritik immer wieder schnell in Vergessenheit gerät. Wie bei Herrn Ruiss...“

 

Tomml Prenner @facebook: Endlich traut sich mal einer sagen, was Sache ist und spricht an, was falsch läuft im Verband - jetzt muss nur der Verband richtig reagieren, denn Dinko hat mit fast 100 Prozent seiner Aussagen recht.

 

msg: „Den Funktionären ist der Sportler völlig egal, da geht es nur um die eigene Profilierung und Bereicherung. Aber das Übel fängt bei uns schon viel früher an. Die Österreicher sind totale Sportmuffel, deshalb werden fast nur Anti-Sportler großgezogen. In der Schule gibt es praktisch keinen Sport. Das ist kein Ärger über einzelne Fälle, sondern ein Spiegelbild unserer österreichischen Gesellschaft.“

 

Oldking63: „Die Funktionärswelt in Österreich ist schon längst für die Katz'. Ein Breitensport wie Fußball wird missbraucht von Stümpern. Die nationalen Verbände ziehen zwischen den Bundesländern einen Stacheldraht hoch. Siehe Frauen-Fußball: Da wird ein Zentrum in St. Pölten gebaut und die wenigsten finden Zugang. Gemacht wird nix, aber Hauptsache die Bürokratie bleibt.“

 

robertocarlos: „Leider hat er vollkommen recht. Das Funktionärswesen in Österreich behindert eigentlich in fast allen Sportarten alles. Werner Schlager hat ja bei LAOLA1 in die selbe Kerbe geschlagen. Muster im Tennis, Rogan im Schwimmen und einige Leichtathleten – sie alle sind nur deshalb gut geworden, weil sie vom Verband weggingen. Und nicht weil er da war!“

 

Zusammengestellt von Stephan Schwabl

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