Lupo Paischer: Ein bisschen Schlaf muss sein!

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Nichts sehen. Nichts hören. Nichts wissen. Judoka Lupo Paischer machte am Donnerstag einen weiten Bogen um die Auslosung.

„Das ist kein Schmäh! Ich erfahre meine Gegner immer erst 24 Stunden vor dem Wettkampf, so habe ich weniger Zeit um nervös zu werden“, hat der 30-Jährige über die Jahre eine für ihn funktionierende Routine entwickelt.

„Mir reicht es, wenn sich die Spannung über einen Tag aufbaut. Außerdem schlafe ich besser, wenn ich es nicht weiß“, so Paischer im Gespräch mit LAOLA1.

Trainer Taro Netzer versteht die Beweggründe seines Schützlings: „Zwei schlaflose Nächte würden zu sehr an die Substanz gehen. Wenn er nur die Nacht vor dem Wettkampf schlecht schläft, macht das weniger.“

"Es liegt nur an mir!"

Am Freitag wurden dem Salzburger die spärlichen Erkenntnisse über den ersten Gegner präsentiert.

Viel weiß man nicht über Jacob Gnahoui aus Benin, erzählt Netzer. „Wir haben versucht, Videos zu besorgen und haben die Ergebnislisten durchforstet, aber er ist ein relativ unbeschriebenes Blatt.“

Anders der mögliche zweite Gegner: Rishod Sobirov aus Usbekistan ist die Nummer 1 der Welt in Paischers Gewichtsklasse.

Immerhin: das bislang einzige Duell ging an den österreichischen Silbermedaillen-Gewinner von Peking 2008, ist allerdings auch schon wieder drei Jahre her.

„Ich habe alles so gemacht, wie es geplant war, kann mich in den Spiegel schauen. Es liegt nur an mir!“

Rasierer ist tabu

Am Donnerstag wurde zum letzten Mal im Excel-Center trainiert, am Freitag stand neben der Gegner-Analyse nur ein lockerer Aktivierungslauf am Programm.

Die restliche Zeit stand ganz im Zeichen der Regeneration: Mit Massage, DVD schauen und einem kleinen Spaziergang durch das Olympische Dorf.

Rasieren ist dagegen streng verboten: „In der Woche vorm Kämpfen ist der Rasierer tabu.“

Rammstein und AC/DC

Nicht das einzige Ritual der rot-weiß-roten Medaillenhoffnung. „Vor dem Wettkampf höre ich immer Rammstein und AC/DC. Damit komme ich so richtig auf Touren.“

Brachialer Industrial Metal für die Konzentrationsphase? Old School Rock zum Wohlfühlen?

„Ich kann damit perfekt abschalten und in mich gehen.“ Um dann auf der Matte komplett aus sich rauszugehen.

 

Stephan Schwabl

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