"Weit und breit niemand!"

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Schrott: Pflicht erfüllt, die Kür soll im Semifinale folgen

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Es ist also doch kein Meeting wie jedes andere.

Dieser Gedanke ging Beate Schrott in der Nacht vor ihrem Auftritt in London mehrfach durch den Kopf.

Denn die Hürdensprinterin brachte vor ihrer Olympia-Premiere kaum ein Auge zu, wie sie im Gespräch mit LAOLA1 erzählt.

Usain Bolt vor Augen

„Es war eine Katastrophe! Mein Herz hat seit Mitternacht wie wild gepumpert, es war total schwer mich runter zu kriegen und ein bisschen zu schlafen.“

Wie lange sie gebraucht hat, um einzuschlafen, weiß Schrott nicht.

„Ich habe absichtlich nicht auf die Uhr geschaut, weil wenn man die Stunden anfängt zu zählen, wird man noch nervöser.“

Auch die Bilder von Usain Bolts Triumph im 100m-Finale, das sie sich im Appartement angeschaut hat, die ihr immer wieder durch den Kopf gingen, konnten sie nicht beruhigen.

Schlafen mit Kopfhörern

Der Lärm im Olympischen Dorf gab der Niederösterreicherin den Rest.

„Wenn man das Fenster zumacht, ist es extrem heiß im Zimmer. Deshalb habe ich versucht mit meinen großen Kopfhörern einzuschlafen. Aber das ist auch nicht unbedingt angenehm.“

Zu ihrer eigenen Überraschung wurde es mit der Nervosität besser, als sie nach einem kleinen Frühstück ins Olympic Stadium kam.

„Ich habe mir gesagt, dass ich einfach so laufen muss wie bei den letzten Meetings. Ich weiß, dass ich es drauf habe.“

Alles aufsaugen

Und Schrott sagte sich auch, dass sie ihre ersten Olympischen Spiele genießen möchte.

„Ich habe sieben Minuten vor dem Lauf in einem super Stadion vor einer sensationellen Kulisse, das wollte ich aufsaugen.“

Als sie dann auch noch vom Stadionsprecher als eine der Favoritinnen vorgestellt wurde („Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet!“) war die Nervosität überhaupt fast weg.

"Weit und breit niemand"

Und nach 100 Metern war die Welt der schnellsten Hürdensprinterin des Landes sowieso in Ordnung. Überlegener Laufsieg gegen starke Konkurrentinnen in 13,09 Sekunden.

„Unglaublich! Das waren nicht irgendwelche Läuferinnen, aber es war weit und breit niemand“, war Schrott auf mehr Kampf und weniger Solo eingestellt.

„Dieses Szenario habe ich nicht durchgespielt“, lacht die 24-Jährige, die mit dem Aufstieg ins Semifinale ein erstes olympisches Ziel bereits erreicht hat.

Ein Ziel bleibt: Schneller laufen!

Alles, was jetzt noch kommt, ist Draufgabe. Mit einer kleinen Einschränkung.

„Der Laufsieg ist ein Wahnsinn, aber im Semifinale möchte ich schneller laufen. Ich weiß, dass ich 12,9 Sekunden drauf habe.“

Das kann Beate Schrott am Dienstag ab 20:15 Uhr beweisen - LAOLA1 berichtet live!

 

Stephan Schwabl

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