Freud und Leid bei Speerwerferin Eberl

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Die Olympischen Spiele sind für Elisabeth Eberl zu früh gekommen.

Die Zeit nach der erst am 2. Juni erfolgten Knieoperation, bei der ihr ein Knorpelstück entfernt worden war, war zu knapp, die Schmerzen kehrten zurück.

"Olympia lässt sich nicht verschieben", sagte die steirische Speerwerferin mit Tränen in den Augen.

Sie schied am Dienstag in London in der Qualifikation mit nur 49,66 m aus, während die Konkurrenz fast 67 Meter warf. Eine MR-Untersuchung soll nun zeigen, ob eine weitere Operation notwendig ist.

"Enttäuscht und traurig"

Schon nach der ersten Gruppe der Teilnehmerinnen lag Eberl nur an der 17. Stelle, nur insgesamt 12 kamen ins Finale weiter, das Ausscheiden war damit längst besiegelt. Mit ihrer Saisonbestleistung von 55,80 Metern lag sie unter den 42 gemeldeten Werferinnen nur an letzter Stelle, hoffte aber auf ein passables Abschneiden.

"Ich bin sehr enttäuscht und traurig, dass es so schlecht gegangen ist. Ich habe gehofft, 54, 55 Meter werfen zu können. Aber die Operation ist erst acht Wochen her, es war wohl doch zu früh."

Trotzdem bedankte sich die 24-Jährige für die Chance, nominiert worden zu sein.

"Wollte Speer flach halten"

"Olympia ist nur einmal in vier Jahren, deshalb habe ich es auch versucht. Ich bin auch superfroh. 80.000 Leute im Stadion sind eine Wahnsinnsbeachtung, die man nicht gewohnt ist. Ich war nervös, aber nicht übermotiviert. Ich hatte hier ja nichts zu verlieren."

Nach einem ungültigen Versuch hatte Eberl alles in den zweiten gelegt: "Ich glaube, der Anlauf war zu schnell für meine Verhältnisse, ich war zu knapp an der Linie. Ich wollte den Speer noch flach halten, das ist mir nicht gelungen."

"Es hat mir das Knie verdreht, es schmerzte und ich hatte danach so ein taubes Gefühl. Ich haben den letzten Versuch dann noch gemacht, weil ich einen gültigen stehen haben wollte", erzählte sie.

Langer Weg zurück

Eberl wird sich nach der Rückkehr in die Heimat das Knie noch einmal genau anschauen lassen, dann soll auch entschieden werden, ob ein erneuter Eingriff notwendig ist. Die Heeressportlerin hatte sich bereits am 13. August 2011 in Lappeenranta mit der persönlichen Bestleistung von 60,07 m für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Jahrelang war ihr Training von einem chronischen Patellarspitzensyndrom beeinträchtigt. Nach der kürzlich erfolgten Operation konnte sie lange nur im Sitzen Würfe üben.

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