Schlager zum Auftakt überraschend stark gefordert

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Keiner aus dem österreichischen Quartett im olympischen Tischtennis-Einzel fährt aus London sieglos nach Hause.

Nach Liu Jia und Li Qiangbing haben am Sonntagnachmittag auch Chen Weixing und Werner Schlager nach Erstrunden-Freilosen ihre Auftakt-Partien gewonnen.

Chen hatte zunächst gegen den Ukrainer Olexander Diduch 4:0 (7,5,6,7) gewonnen, Schlager sich danach gegen den Italiener Mihai Bobocica 4:2 (-10,5,-9,8,12,10) durchgesetzt.

Sparflamme wäre zu wenig gewesen

Schlager hatte gehofft, gegen den gebürtigen Rumänen mit seiner Basisleistung auszukommen, musste dann aber mehr aufbieten.

"Er hat sich mehr weiterentwickelt, als ich gedacht habe. Er spielt taktisch gut, auf einem technisch hohen Niveau, und er hat meist eine gute Antwort gehabt", meinte Schlager zur APA.

"Er hat immer ein Schäuferl nachgelegt, ich musste das Maximale aus mir herausholen." Daraus entwickelte sich eine schön anzusehende Partie.

Satzverlust zu Beginn

Den ersten Satz hat Schlager nach Auslassen eines Satzballs noch verloren, nach dem Ausgeich ging Bobocica erneut in Führung. Als der Niederösterreicher in Satz vier nach einer 7:3-Führung nur noch 7:6 vorangelegen ist, nahm ÖTTV-Bundestrainer Ferenc Karsai ein wichtiges Time-out.

"Wenn Werner diesen Satz verloren hätte, wäre es eng geworden", sagte der Coach. Schlager glich aber aus, stellte danach auf 3:2, verlor dann allerdings wieder etwas den Faden.

Mit einem 3:9 in Satz sechs konfrontiert, riss sich der 39-Jährige noch einmal am Riemen.

Sechsten Satz gedreht

Auf einen siebenten Satz wollte es der Weltmeister 2003 doch nicht ankommen lassen. Nach dem Aufholen auf 6:9 kassierte Schlager von der Schiedsrichterin eine Verwarnung, da er den Ball mit dem Fuß gegaberlt hatte.

"Das hat aber Bobocica mehr als mich herausgebracht", erklärte das ÖTTV-Ass. Der Italiener machte nur noch einen Punkt. "Ich bin sehr happy mit meiner Leistung", betonte Schlager.

Der nächste Gegner am Montag ab 14.00 Uhr MESZ hat es mit dem als Nummer zwei gesetzten Wang Hao aber in sich. Der Chinese ist Olympia-Zweiter von 2004 und 2008 sowie aktueller Vize-Weltmeister.

Erfolg durch Risiko?

"Ich muss riskieren, sonst sieht es düster aus." Karsai sieht das ähnlich: "Werner muss mutig spielen und probieren, was er hat. Er hat das Repertoire und kann mehr als viele andere. Er muss es nur abrufen und alles mobilisieren, vielleicht kann er dann eine Überraschung schaffen."

Schlager kann seine Chancen auch realistisch einschätzen, sieht sie im einstelligen Prozentbereich. "Ich muss schon in den ersten beiden Sätzen zeigen, dass ich da bin."

Tipps von Landsleuten

Gegen den ehemaligen Kollegen bei SVS NÖ hat der 39-Jährige lange nicht gespielt, seine ÖTTV-Mannschaftspartner Robert Gardos und Chen Weixing aber schon. Schlager holte sich Tipps.

Schlager: "Er hat einen ziemlichen Vorhandschwinger. Ich darf mich nicht zurückdrängen lassen, muss am Tisch dagegenhalten."

Chen wiederum hatte mit Diduch wenig Mühe. "Der Sieg ist normal, ich habe ja gut trainiert", nahm Chen seinen Erfolg als Selbstverständlichkeit.

Vorbereitung mit Topstars

Bis Mitte Juli hatte er sich mit Chinas Nationalteam vorbereitet, sozusagen mit den Weltbesten.

Der nächste Gegner ist am Montag ab 12.00 Uhr MESZ Adrien Mattenet (14), Chen sieht gute Chancen gegen ihn. "Es wird ein offenes Spiel."

Im Viertelfinale des Europa-Top-12 im Februar in Villeurbanne hat Chen gegen den Franzosen 4:2 gewonnen.

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