Traum-Kulisse! Beachen auf der großen Bühne

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Der Spielort könnte prachtvoller nicht sein.

Die "größte Sandkiste der Welt" steht nicht mehr in Klagenfurt, sondern auf dem Horse Guards Parade im Herzen von London. 15.000 Zuschauer fasst der Court auf dem Paradeplatz, auf dem ab Samstag um olympische Beachvolleyball-Medaillen gespielt wird.

Die österreichischen Duos Clemens Doppler/Alexander Horst sowie Doris und Stefanie Schwaiger gelten als mehr bzw. weniger große Außenseiter.

Schwaigers wollen Platz 5 toppen

Während Doppler/Horst ihr Ziel in der ersten gemeinsamen Saison mit der Olympia-Qualifikation bereits erreicht haben, klopfen die Schwaiger-Schwestern schon seit Jahren an der Weltspitze an. Vor vier Jahren in Peking standen die Niederösterreicherinnen im Viertelfinale.

"Den fünften Platz zu toppen, wäre schon ein Ziel", gestand Stefanie Schwaiger. "Dafür müssen aber viele Faktoren zusammenstimmen. Wichtig ist, dass wir uns nicht selbst schlagen."

Es wäre der größte internationale Erfolg für Österreichs Beachvolleyball - wenngleich Doppler 2003 und 2007 bereits Europameister war. Mit Olympia hatte der Oberösterreicher bisher eine schwierige Beziehung.

Kurz vor Athen 2004 zog er sich einen Kreuzbandriss zu, 2008 in Peking belegte er mit Peter Gartmayer Rang neun. Sein Neo-Partner Horst kam mit dem jetzigen ÖOC-Marketingleiter Florian Gosch noch eine Runde weiter.

"Olympia extrem wichtig"

"Für die Wahrnehmung unserer Sportart ist Olympia extrem wichtig", meinte Doppler. "Die Leute sehen dadurch, dass es auch etwas anderes gibt als Klagenfurt."

Die Generalprobe beim Grand Slam am Wörthersee hatten Doppler/Horst völlig verpatzt, gewannen nicht einmal einen Satz.

"Das ganze Jahr war ein Auf und Ab", erinnerte Horst. "Wenn wir beide gut spielen, sind wir aber ein gutes Team."

Vorteil im Kopf?

Ihre Stärken orten die Routiniers, die am Netz mit dem erst heuer zum Blockspieler umfunktionierten Doppler einigen Teams unterlegen sind, im mentalen Bereich.

"Wir sind zwei Typen, denen die große Bühne liegt", meinte Doppler. Eine größere als den Horse Guards Parade gibt es kaum.

"Das ist die mit Abstand schönste Location, die ich jemals gesehen habe", sagte der 31-Jährige nach den ersten Trainingseinheiten.

Glaube an die eigenen Stärken

Die Gruppe mit den brasilianischen Weltmeistern Emanuel/Alison, den Italienern Paolo Nicolai/Daniele Lupo und den Schweizern Patrick Heuscher/Jefferson Bellaguarda gilt als eine der schwersten im Turnier.

"Wenn wir unser Können abrufen, ist auch eine Medaille möglich", versicherte Doppler. "Das ist das Ziel."

Weil bei Olympia nur zwei Paare pro Nation spielberechtigt sind, sei die Chance, weit zu kommen, sogar größer.

Schwaigers gegen Olympiasiegerinnen

Brasilien oder die USA etwa mussten Topteams zu Hause lassen. Die Schwaiger-Schwestern bekommen es in der Gruppenphase dennoch mit einem fast übermächtigen US-Duo zu tun.

Misty May-Treanor/Kerri Walsh haben bei Olympia gemeinsam noch nie einen Satz verloren. Die Doppel-Olympiasiegerinnen sind auch das einzige Duo, das die Waldviertlerinnen noch nie bezwungen haben.

Auftaktspiel als Schlüssel

Mehr Gedanken als über ihre Gegnerinnen machen sich die Schwaigers über die Bedingungen. Sie gelten als Schönwetterspielerinnen.

"Wir sind technisch und am Service stark", erklärte Stefanie Schwaiger. "Bei Regen wird der Ball aber sehr schwer."

Schlüsselspiel um den Aufstieg könnte bereits der Auftakt am Samstag (16.30 Uhr MESZ) gegen die Tschechinnen Marketa Slukova/Kristyna Kolocova sein, danach geht es gegen die Australierinnen Natalie Cook/Tamsin Hinchley.

"Müssen Gruppe überstehen"

"Mit den Tschechinnen sind wir auf einem Niveau", meinte Stefanie Schwaiger. "Wir wissen, dass wir gut drauf sind. Die Chancen stehen 50:50", ergänzte ihre Schwester.

"Manchmal hat man Spiele, da geht alles auf. Zuerst müssen wir einmal die Gruppe überstehen, dann werden die Karten neu gemischt."

Lediglich die beiden Gruppenbesten sowie die zwei besten Gruppendritten steigen ins Achtelfinale auf. Die vier übrigen Gruppendritten spielen sich die restlichen zwei Plätze in der K.o.-Phase aus. Anders als auf der World Tour gibt es zwischen den Spielen jeweils einen Tag Pause.

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