Trotz starker Schmerzen auf Rang acht

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7. Tagebucheintrag, 28.01.2012: Es ist geschafft!

Mit großen Plänen war Christian Schiester Mitte Jänner nach Costa Rica aufgebrochen. Monatelanges Training und eine gute körperliche Verfassung ließen ihn auf einen Spitzenplatz hoffen. Doch der Traum vom Podest platzte bereits am zweiten Tag, als sich der Steirer bei einer Flußdurchquerung am Knie verletzte. Trotz starker Schmerzen an der Patellasehne kämpfte er sich insgesamt sechs Tage durch die exotische, aber auch gefährliche Natur Costa Ricas und erreichte nach 225 Kilometern als Achter das Ziel.

Wieder hat der Dschungel seinen Tribut von Christian Schiester gefordert: 2006 hat er mit hautlosen Fußsohlen und Rollstuhl das Amazonasgebiet verlassen. 2012 wurde ihm ein Sturz bei einer Flußdurchquerung zum Verhängnis. Die Patellasehne verursachte dem Steirer vor allem bergab große Schmerzen, so dass er zwei Tage lang große Teile der Strecke nur sehr langsam zurücklegen konnte. Auf Grund der starken Schwellung stand lange Zeit eine Aufgabe im Raum, aber am Ende ließ sich die steirische Eiche vom wilden Dschungel Costa Ricas nicht unterkriegen.

"Liebe Leute! Es waren sehr schmerzhafte Tage für mich, körperlich und mental. Aber ich habe nicht aufgegeben und mich der Herausforderung gestellt. Anstatt gegen die anderen Läufer habe ich mit der Strecke und mir selbst gekämpft. Der Schmerz wird vergehen, der Stolz aber bleibt“, schildert Schiester seine Gefühle, nachdem er jubelnd über die Ziellinie gestürmt war. Seine Gesamtzeit nach sechs Tagen beträgt 28:03:39.

Hinter ihm liegt ein großes Abenteuer im Dschungel Costa Ricas, das viele
bleibende Eindrücke geschaffen hat. Das grüne Dickicht im Urwald, schroffe Vulkane, windgepeitschte Hochebenen und tropische Temperaturen von über 40°C haben den Athleten das Leben schwer gemacht. Dorniges Unterholz, aggressive Ameisen und Moskitos, eine Vielzahl von Schlangen und anstrengende Flussquerungen haben zusätzlich für hohen Puls gesorgt.

Auch die paradisische Seite Costa Ricas hat sich in voller Pracht gezeigt:
Kokospalmen, leuchtende Sonnenuntergänge am Strand, eine exotische Tierwelt mit Papageien, Affen und Krokodilen sowie eine bunte Vielfalt an Pflanzen sorgten für bleibende Eindrücke. Erholung und neue Herausforderungen. Für Christian Schiester ist jetzt Regeneration angesagt.

Nach seiner Rückkehr nach Österreich wird sich der Ultraläufer im warmen Thermalwasser der Parktherme Bad Radkersburg von den Strapazen erholen. In Gedanken ist er aber schon beim nächsten Abenteuer, das ihn wieder ins tropische Klima führen wird.

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