Suzuki Nine Knights MTB - Stars auf der Ritterburg

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Ab 31. August erlebt das italienische Livigno - genauer gesagt das beeindruckende "Il Castello" - eine Woche lang Mountainbike-Action vom Feinsten.

"Die weltbesten Fahrer haben auf dem Kurs eine Woche Spaß, können sich im Bike-Park und in der ganzen Region frei bewegen und produzieren dabei die ganze Zeit Video-Content. Am 5. September findet dann der Public Contest statt, an dem die Fahrer einen Wettbewerb fahren und viele Zuschauer kommen", beschreibt der Österreicher Andi Brewi das Suzuki Nine Knights MTB.

Es ist bereits das fünfte Mal, dass sich die internationale Freeride- und Mountainbike-Elite auf dem Slopestyle-Kurs mit dem Haupt-Element "Il Castello" - einer gewaltigen Holzkonstruktion in Form einer Ritterburg - tummelt.

Baumeister Brewi

"Ich bin von Anfang an dabei. Zwei Jahre am Wildkogel im Pinzgau und zwei Jahre in Livigno. Heuer bin ich durch den Kursbau sehr eingespannt, so dass ich nicht sehr viel trainieren konnte und ich mich somit auch beim Fahren etwas zurückhalten werde", berichtet der 30-Jährige Brewi, der für den Bau zuständig ist und gegenüber LAOLA1 erklärt, worauf es dabei ankommt: "Grundsätzlich muss alles wieder in Form gebracht werden, alles was durch Erosion und den Winter beschädigt wurde, muss repariert werden. Wodurch sich die Nine Knights auszeichnen ist ein Kurs, der eine sportliche Herausforderung mit sich bringt und komplett neue Hindernisse bietet, die es noch nie zuvor gab."

Dies ist mit hohen Aufwand verbunden, erfordert wochenlange Vorbereitung und geschieht sowohl in liebevoller Handarbeit als auch mit großen Maschinen. "Mit Hilfe von großen Baggern werden die Landungen wieder schön abgezogen und, wenn nötig, wieder aufgebaut. Die Feinarbeiten geschehen mit Handarbeit und Schaufeln. Zudem verbauen wir eine Menge Holz, insgesamt bauen wir auch sechs neue Rampen. Dafür ist extra ein Tischler-Team am Start".

Die Besten der Besten

Für den Wiener ist das Fahren im "Mottolino Fun Mountain" etwas ganz Besonderes: "Die Location ist einmalig, es ist einfach mitten in den Bergen. Das passt super zum Mountainbiken. Zudem sind die Hindernisse so gestaltet, dass sie auch die Aufmerksamkeit von Leuten erregen, die ansonsten nicht sehr viel mit unserem Sport zu tun haben. Wir wollen, dass die spektakulären Bilder um die Welt gehen."

Neben Brewi nimmt der Zehnte der FMB World Tour 2013, Peter Henke (GER), ebenso teil wie die Berliner MTB-Legende Timo Pritzel (GER) und der FMB-Weltmeister von 2013, der Brite Sam Pilgrim (im LAOAL1-Interview).

Auch der Gewinner des „Best Trick“ beim Suzuki Nine Knights 2012 und des Crankworx Les 2 Alpes 2013, Yannick Granieri (FRA), sowie der „Ruler of the Week“ beim Suzuki Nine Knights 2014, Geoff Gulevich (USA) und viele mehr werden atemberaubende Tricks zeigen.

Fokus liegt nicht mehr auf Contests

Brewi, der aus einer radsportbegeisterten Familie stammt und seit circa 15 Jahren auf dem Mountainbike unterwegs ist, fährt zwar selbst keine Contests mehr, dreht aber weiter Videos, arbeitet als Moderator und Kommentator und studiert Landschaftsarchitektur an der Boku Wien.

"Ich bin ja mittlerweile 30 und bin meinen letzten Wettbewerb 2010 beim Vienna Air King gefahren. Da konnte ich unter die Top 5 fahren, was bislang keinem anderen Österreicher gelungen ist. Ich bin gespannt, wann das wieder jemand schafft. Seitdem habe ich mich aus den Wettbewerben zurückgezogen und mich auf Mediengeschichten, die Nine Knights etc. konzentriert. Es ist schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen", erzählt der Wiener, dessen Lieblingstrick der "Superman Seat Grabs" ist, "weil er einfach geil aussieht und extrem viel Spaß macht und nicht so limitiert ist, wie etwa ein Back Flip, der einfach ein Rückwärtssalto ist."

Von Verletzungen ist Brewi in seiner Karriere nicht immer verschont geblieben, bei seinem schlimmsten Unfall hatte er Glück im Unglück, dass er keine Lähmungen davon getragen hat.

Zwei gebrochene Wirbel

"Meine schlimmste Verletzung waren zwei gebrochene Wirbel, das war bei den Masters of Dirt in der Wiener Stadthalle. Es war Wintersaison und da ist es in Österreich nicht so einfach, ordentliche Trainingsmöglichkeiten zu finden, so dass ich relativ kalt in diese Show rein bin. Nach einem blöden Fehler ist es dann passiert…", erinnert er sich zurück.

Generell kann er aber Zuschauer, die sich ob der spektakulären Jumps der Mountainbiker um die Sicherheit der Athleten sorgen, beruhigen.

Sicherheit geht vor

"Die Fahrer wissen genau, was sie tun und machen das schon jahrelang. Solche Manöver werden nicht einfach ausprobiert. Das wird inzwischen ziemlich professionell aufgezogen."

Zum Erlernen der Tricks gibt es verschiedene Möglichkeiten, um weich zu fallen. "Da gibt es sogenannte Bag-Jumps, das sind große Air-Bags, in die man Tricks reinüben kann, um den Bewegungsablauf zu studieren. Oder auch Schaumstoffgruben, in denen man die Tricks trainiert. Erst, wenn der Bewegungsablauf zu hundert Prozent sicher ist, probiert man ihn auf Erdhügeln. Den Trainingsprozess bekommt man als Zuseher natürlich nicht mit, aber man kann nicht gleich aufs Ganze gehen", warnt er eventuelle Nachahmer vor zu viel Übermut.

Wetten, dass..?

Neben den Nine Knights, die einfach "eine der schönsten Veranstaltungen" für den Wiener ist, "weil es nicht so um den Wettbewerbsdruck geht, sondern darum, dass man einfach Spaß mit seinen Freunden hat. Das macht unseren Sport einfach aus", kann Brewi auf zwei weitere Karriere-Highlights zurückblicken.

"Mein Top-5-Ergebnis in der Freeride Mountainbike World Tour beim Vienna Air King 2010 war auf jeden Fall ein Highlight. Eine ganz tolle Erfahrung war auch mein Auftritt bei 'Wetten, dass..?'", erzählt er.

"Es war die letzte Show und die letzte Außenwette bei Thomas Gottschalk. Da bin ich in Ischgl gegen einen Snowboarder gefahren. Es war toll, weil man die breite Masse mit dem Mountainbike-Sport in Kontakt bringen konnte. Da waren, glaube ich, 15 Millionen Live-Zuschauer. Das war eine super spannende Erfahrung, auch, mit dem großen Druck dort umzugehen."

Mit dem Rad über Eis und Schnee

Wie kommt man auf die Idee, mit dem Fahrrad über Schnee und Eis zu rasen? "Es gibt jährlich einen Contest in Leogang, den White Style. Den bin ich damals auch mitgefahren und habe ausprobiert, wie es funktioniert, einen Contest auf Schnee zu fahren. Dadurch, dass es dort immer sehr gut funktioniert hat, ist diese Idee entstanden, damit ins Fernsehen zu gehen."

Im Unterschied zum Fahren auf der Erde ist es im Schnee "wichtig, dass man nicht zu viel Luftdruck auf den Reifen hat, breitere Reifen wählt und bei den richtigen Temperaturen fährt. Der Schnee muss eine gefrorene Oberfläche haben, das ist meistens nur morgens oder spätabends, tagsüber ist er meistens zu weich."

Die Wette hat er im übrigen gewonnen und auch sein Ziel, den MTB-Sport bekannter zu machen, erreicht. "Ich habe extrem gutes Feedback bekommen. Auch von Leuten, die vorher noch nichts damit zu tun hatten, die haben sich gemeldet und sich gefreut, dass es so spektakulär war."

 

Henriette Werner

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