Eine Sensation,...

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Faustdicke Überraschung durch Fegerl

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Drei Wochen nach dem Gewinn der EM-Goldmedaillen in Jekaterinburg mit dem ÖTTV-Team- und im Doppel hat Österreichs Tischtennis-Ass Stefan Fegerl am Sonntag auch im Einzel für Furore gesorgt.

Nachdem er schon im Turnierverlauf der Polen Open mit Siegen u.a. gegen den portugiesischen Vize-Europameister Marcos Freitas aufgezeigt hatte, verpasste er den Turniersieg in Warschau nur äußerst knapp.

Sensation gegen Olympiasieger

Das Husarenstück schlechthin gelang Fegerl Sonntagmittag im Semifinale im zweiten Duell mit Olympiasieger Zhang Jike mittels eines 4:2-Siegs nach 1:2-Rückstand.

Der Weltranglisten-Vierte hatte im Vorjahr den "Grand Slam" aus Gewinn von WM- und Olympia-Gold sowie Weltcup-Titel vollendet und war als klarer Favorit in das Match gegen den zweifachen Ex-Weltmeister gegangen.

Doch der Niederösterreicher begann nach Gewinn des Eröffnungssatzes mit 17:15, an den möglichen Sieg zu glauben.

Es hat viel zusammengepasst

"Ich hätte mir niemals gedacht, dass ich gegen ihn gewinnen kann", sagte Österreichs Nummer zwei nach seinem Coup.

"Mein Ziel war, vielleicht einen Satz zu holen. Plötzlich musste ich meinen Spielplan ändern." Dieser Erfolg gab Fegerl die Gewissheit, auch mit den Weltbesten mithalten zu können, er machte aber auch etwas die Gunst der Stunde für den Sieg verantwortlich.

"Ich weiß, dass ich mit einigen Bällen gegen ihn Glück hatte. Er war auch nicht in Topform, diese Chance habe ich genutzt."

Erstmals im Finale

Fegerls Finalgegner Fan Zhendong ist seine aktuelle Topform hingegen nur schwer abzusprechen. Zeitgleich mit dem EM-Turnier hatte der erst 18-Jährige bei den Asienmeisterschaften von Einzel bis Mixed alle vier Titel geholt.

Im Semifinale des World-Tour-Turniers in der polnischen Hauptstadt schaltete er seinen Landsmann und Weltranglisten-Zweiten Xu Xin mit 4:2 aus.

Fan trat im Endspiel als Titelverteidiger an, Fegerl brachte sein erstes Finale auf der World Tour 7.000 Dollar (rund 6.300 Euro) ein.

Im Entscheidungssatz geführt

Im ersten Finalsatz holte Fegerl nur einen Punkt, da drohte eine klare Abfuhr. Doch der 26-Jährige stellte sich blitzschnell besser auf seinen Gegner ein und holte die nächsten beiden Sätze jeweils 11:9.

Fan schien mit einem 11:3 und 11:7 endgültig auf die Siegesstraße eingebogen zu sein, doch der Weltranglisten-42. von Weinviertel Niederösterreich schlug mit einem 11:8 noch einmal zurück und führte im Entscheidungssatz gar 7:6.

Danach ließ Fan Zhendong allerdings keinen Gegenpunkt mehr zu.

Top besetzt

Die Polen Open zählen zur Major Series, dem zweiten World-Tour-Level unter den Super Series. Doch die Besetzung ließ das nicht vermuten.

Von den Weltranglisten-Top-Ten fehlten nur der verletzte Deutsche Timo Boll sowie der Chinese Fang Bo. Fegerl war als Nummer 23 gesetzt, profitierte auch von einem w.o. von Chinas Weltmeister Ma Long.

Dennoch, er war knapp an der größten Sensation seit 2003, als sein engerer Landsmann Werner Schlager auf dem Weg zu WM-Gold zwei Chinesen in Serie ausgeschaltet hatte.

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