Die tragische Figur will es noch einmal wissen

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Wenn am Freitag (19:00 Uhr live bei LAOLA1.tv) Chartres gegen Orenburg im Finalhinspiel der Champions League aufeinanderprallen, geht es um die Krone im europäischen Klub-Tischtennis.

Mittendrin im Geschehen ist mit Robert Gardos auch ein Österreicher. Der Doppel-Europameister ist mit Chartres, für das es das erste CL-Endspiel der Vereinsgeschichte ist, allerdings Außenseiter.

Die Franzosen lösten mit einem sensationellen 3:1 (11:5) und 1:3 (5:9) gegen die favorisierte Truppe von Borussia Düsseldorf das Finalticket. Dort wartet mit Orenburg die einzige noch ungeschlagene Mannschaft dieser Saison.

Noch eine Rechnung offen

Chartres gegen Orenburg gab es bereits im Vorjahr. Jedoch nicht im Finale, sondern eine Runde davor. Das Duell mutierte zu einem knappen Unterfangen, in dem die Russen zweimal mit 3:2 das bessere Ende für sich hatten.

Gardos avancierte zur tragischen Figur. Denn bei einer 2:0-Führung Chartres‘ im Rückspiel fehlte dem Österreicher gegen Alexey Smirnov nur noch ein einziger Satz, um den Sack zuzumachen. Doch er gelang nicht. Smirnov drehte das Match und Orenburg in Folge das Spiel.

Ein bitterer Moment, an den Gardos nach wie vor denken muss. „Das steckt noch im Hinterkopf, aber das muss ich ausblenden, weil es ja ein neues Spiel ist“, ist der 34-Jährige zuversichtlich, dass es heuer klappt. Vorzuwerfen habe er sich ohnehin nichts. „Ich habe letztes Jahr gut gespielt, aber Smirnov war einfach ausgezeichnet.“

Ob es am Freitag zu einer Neuauflage des Duells kommt? „Gut möglich, aber ich weiß es nicht, weil wir die Aufstellung noch nicht besprochen haben.“ Außerdem soll die Taktik noch nicht verraten werden.

Mit dem richtigen Rückhalt

Um im ersten russisch-französischen Final-Duell der CL-Geschichte zu bestehen, wollen sich Gardos und Co. im Hinspiel eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel zwei Wochen später in Orenburg schaffen.

„Toll wäre ein Ergebnis wie gegen Düsseldorf (3:1). Aber ich denke, ein 2:2 und dann ein Entscheidungsspiel wäre auch in Ordnung. Das Wichtigste ist, dass wir nicht mit 0:3 untergehen.“

Also ja keine Schmach. Denn in Chartres grassiert derzeit das Tischtennis-Fieber.

Der Tischtennis-Klub in der knapp 400.000 Einwohner zählenden Stadt westlich von Paris könnte derzeit das Doppelte an Karten absetzen. „Die Halle ist jedes Mal bis auf den letzten Platz gefüllt“, berichtet Gardos von rund 800 Fans pro Partie.

Den Kopf frei für das Finale

„Aber auch abseits der Champions League berichten die Zeitungen regelmäßig über uns, weil Tischtennis hier die Nummer eins ist.“ Ähnliches gilt auch für die französische Liga, wo Chartres bei vier noch ausstehenden Spieltagen nur noch einen Zähler braucht, um den Titel endgültig zu fixieren.

„Wir sind zu 99 Prozent Meister. Das erleichtert es, sich zur Gänze auf das Champions-League-Finale zu konzentrieren“, erklärt Gardos, für den es seine zweite Saison bei Chartres ist. Es wird auch nicht die letzte sein.

„Nach Weihnachten habe ich meinen Vertrag für zwei weitere Jahre verlängert“, bestätigt der ÖTTV-Legionär, dass er sich bei seinem aktuellen Arbeitgeber sehr wohl fühlt. Dass ein CL-Titel dieses Wohlbefinden noch einmal steigern würde, liegt wohl auf der Hand.

Reinhold Pühringer

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