Die Sportstruktur und seine Förderung in Österreich

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Sport in Österreich ist verfassungsrechtlich Kompetenz der Bundesländer. Der Bund nimmt in erster Linie eine Förderfunktion wahr.

Die Sportverantwortung liegt seit 2009 im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, Sportminister ist derzeit Norbert Darabos (S).

Die nichtstaatliche Dachorganisation des Sports ist die Bundes-Sportorganisation (BSO) unter Präsident Peter Wittmann (S).

Das Sportbudget des Bundes für 2012 beträgt 130 Millionen Euro, womit der Bund - und damit der Steuerzahler - der größte einzelne Fördergeber im österreichischen Sport ist.

 Förderung aus zwei "Töpfen"

Die gesetzliche Grundlage der Sportförderung in Österreich bilden das Bundes-Sportfördergesetz sowie das Glücksspielgesetz, gefördert wird vom Bund prinzipiell aus zwei Töpfen.

Der "Allgemeinen Sportförderung", die jährlich zu budgetieren ist und für 2012 fast 50 Mio. beträgt. Sie wird vor allem zur Unterstützung von Groß-Veranstaltungen sowie Angelegenheiten von internationaler und gesamtösterreichischer Bedeutung herangezogen.

Aber auch das Team Rot-Weiß-Rot (TRWR), das Spitzensportförderprogramm des zuständigen Bundesministeriums (www.sportministerium.at), kommt aus diesem Bereich. Unterstützt werden über 400 Sportler mit rund 4 Millionen Euro jährlich.

 "Besondere Sportförderung"

Fast besser bekannt ist die "Besondere Sportförderung", deren Mittel aus dem Glücksspiel stammen, gesetzlich auf Jahre hinaus fixiert sind und derzeit bei 80 Mio. Euro liegen.

Dieses Geld soll vor allem dem Breiten- und Vereinssport zugutekommen, wird auch als "Basisförderung" bezeichnet, ein bestimmter Teil davon wird von der BSO nach einem komplexen Schlüssel an die Fachverbände verteilt.

Die Löwenanteile der Besonderen Sportförderung sind aber fixiert und gehen an die drei Dachverbände (ASKÖ, ASVÖ, Union), den ÖFB, das ÖOC (www.olympia.at), diverse Behindertensportverbände usw. Allerdings fließen auch aus der Besonderen Förderung Gelder in den Leistungs-und Spitzensportbereich.

Rund 130 Millionen

Insgesamt also 130 Millionen, die relativ klar auf dem Tisch liegen und unter dem Strich Steuergelder sind. Dazu kommen aber auch noch die ebenfalls beträchtlichen Landessportförderungen und - ebenfalls für den Spitzensport wichtig - das Bundesheer.

Zusammen kommen aus diesen Bereichen vermutlich weitere Dutzende Millionen Euro dem Sport zugute. Umfassende Daten darüber wird die Öffentlichkeit erst bei Zustandekommen der Transparentdatenbank erfahren.

Die Sporthilfe (unterstützt ebenfalls rund 400 Sportler mit einer jährlichen Förderleistung von 2 Mio.), das ÖOC sowie mehrere private Pools, die Geld aus der Wirtschaft und von Sponsoren lukrieren und damit Spitzensportler direkt unterstützen, runden das Förder-Potpourri für den Spitzensport ab.

Föderal, komplex und dreigeteilt

Das Besondere an der in einen staatlichen (Ministerium) und nichtstaatlichen (BSO etc.) Bereich geteilten Sportstruktur Österreichs ist, dass sie föderal (9 Bundesländer), sehr komplex und zudem vertikal dreigeteilt ist.

Denn unter dem Dach der BSO rangieren mit dem Allgemeinen Sportverband (ASVÖ), der Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur (ASKÖ) und der SPORTUNION (Union) drei Dachverbände, denen insgesamt - ebenfalls in jeweils dreifacher Ausführung - Landes-Dachorganisation angehören.

Sie sollen sich vor allem um den Gesunden- , Betriebs- und Alterssport kümmern.

Daneben existieren die derzeit rund 60 Fachverbände ebenfalls mit jeweils bis zu neun Landesorganisationen, numerisch wären das also insgesamt über 500. Am Ende dieser Kette stehen dann geschätzt rund 14.000 Vereine.

Sport als Wirtschaftsfaktor

Dem Sport steht wegen seiner erzieherischen, gesundheitsfördernden, gesellschaftlich-sozialen und wirtschaftlichen Funktion ein Anrecht auf Förderung zu, schreibt die BSO auf ihrer Website (www.bso.or.at).

Bemerkenswert ist vor allem die Rolle als Wirtschaftsfaktor.

Österreich ist laut einem aktuellen Bericht des Ministeriums mit aktuell 4,89 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (19,73 Mrd. Euro) sogar Nummer eins in der Europäischen Union was die Wertschöpfung aus dem Sport betrifft. Das liegt aber vor allem am Wintersporttourismus.

Diskussion um Spitzensportförderung

In der aktuellen Diskussion ist demnach zu klären, wie man die Spitzensportförderung effizienter machen kann und gleichzeitig die Breitensportförderung, die einen wesentlich größeren Teil ausmacht, garantiert.

Sollten tatsächlich die acht bis zehn Verbände, die in den vergangenen Jahrzehnten besonders erfolgreich waren, als "Prime-Sportarten" künftig besonders stark gefördert werden, fürchten andere Sportarten um ihre Basis.

Strukturen schwer durchschaubar

Kritiker bemängeln zudem seit langem, dass die sehr komplexe Mehrfach-Struktur in Österreich schwer zu durchschauen und kaum kontrollierbar ist, wie viel Förder-Geld auch tatsächlich beim Sport(ler) ankommt.

Der Rechnungshof hatte erst am Jahresbeginn 2012 die aktuelle Form der Spitzensportförderung als inhomogen, intransparent, zersplittert und nur schwer zu durchschauen bezeichnet. Eine Zusammenlegung von Strukturen und Förderung wurde deshalb empfohlen.

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