Sieber: „Da ist viel Politik im Spiel“

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Live dabei zu sein, von Sport-Event zu Sport-Event zu hoppen und mitzufiebern. Christoph Sieber scheint dies beim Europäischen Olympischen Jugend-Festival (EYOF) sichtlich Spaß zu machen.

Das EYOF in Utrecht ist auch sein erstes seitdem er im ÖOC tätig ist. „So eine Veranstaltung ist genial“, meint der Surf-Olympiasieger von 2000. Österreich beendet das Nachwuchs-Event in den Niederlanden mit zwei Silber- (Tennis, Leichtathletik) sowie zwei Bronze-Medaillen (Judo, Leichtathletik).

„Ich freue mich natürlich über jeden Erfolg, schließlich helfen diese auch bei der Vermarktung“, sagt er und betont aber im gleichen Atemzug, dass er Resultaten nicht zu große Bedeutung beimessen möchte. Sportartenübergreifendes Teambuilding liege ihm viel mehr am Herzen. Etwas, das in Österreich unterentwickelt sei.

„Bei uns fehlt dieser Teamspirit, den andere Nationen haben. Es fällt vielen schwer, sich für andere zu freuen“, meint Sieber, der beim Kickoff-Meeting im Vorfeld in Abtenau den Jungen von seiner Karriere.

Den Ist-Stand erhoben

Während die EYOF-Talente gerade erst am Anfang einer Karriere stehen, sind die aktiven Tage des 42-Jährigen längst passé. Jetzt soll Sieber im Projekt Rio 2016 mithelfen, die Förderstruktur im österreichischen Sport zu optimieren.

 Unter der Leitung von Peter Schröcksnadel soll er als eine Art Bindeglied zwischen Förder-Gremium und Spitzensport fungieren.

Bis Herbst soll ein noch vorläufiger Kader beobachtet und überarbeitet werden. „Wir haben den aktuellen Stand erhoben. Diesen Monat geht noch eine Mail an die Verbände, die darüber informiert, dass es Förderungen für jene Sportler gibt, die auf der Liste stehen“, plaudert Sieber über den Status quo. In den folgenden Wochen soll besagte Liste dann überarbeitet werden.

Unscharfe Konturen

Über den Sommer werden zahlreiche Weltmeisterschaften verschiedener Sommersportarten wie etwa Schwimmen, Leichtathletik und Judo quer über den Globus verstreut stattfinden. Eigentlich eine gute Gelegenheit für den Sport-Event-Hopper Sieber, um sich ein Bild von Österreichs Assen zu schaffen.

Der gebürtige Welser glaubt aber nicht, dass er viel vor Ort sein wird. „Das hängt davon ab, was sich noch ausgeht. Es ist sicherlich noch einiges an Heimarbeit zu leisten. Für das Projekt Rio werde aber ich nicht zu jeder Großveranstaltung hinfahren müssen“, so Sieber. „Es geht vielmehr darum, die Vorgaben, die jetzt kommen zu erfüllen.“

Diese Vorgaben, die von Schröcksnadel kommen sollen, stehen allerdings noch nicht fest.

„Was Rio 2016 genau sein wird, werden wir erst sehen. Da ist auch viel Politik im Spiel“, gibt er zu verstehen. Hatte sich Sieber, der sich sehr kurzfristig für das Engagement entschied, die Tätigkeit etwa anders vorgestellt?

„Ich bin da jetzt sehr vorsichtig, was das wird. Ich mache meine Arbeit und lasse es auf mich zukommen.“ Kleinreden möchte er die für den österreichischen Sport entstandene Chance aber nicht. „Dass es ein Haufen Geld ist und man viel damit bewirken kann, steht fest.“

Aus Utrecht berichtet Reinhold Pühringer

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