Jukic geht wieder zur Schule

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Mirna Jukic bringt uns den Schulsport näher

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Sport und Schule – zwei Dinge, die dieser Tage viel diskutiert werden. Vor allem deswegen, weil sie in Österreich offenbar nicht richtig zusammenpassen. Auf den Punkt gebracht: Unser Nachwuchs hat zu wenige Turnstunden.

Richtiggehend angeheizt wurde die längst überfällige Diskussion freilich durch das inferiore Olympia-Abschneiden der heimischen Sportler in London, das so gesehen sogar ihr Gutes haben könnte.

Auch der ORF will sich der Thematik in dem neuen Magazin „Schule bewegt“, das ab 27. September (20:15 Uhr) alle 14 Tage auf „ORF Sport+“ ausgestrahlt wird, widmen. „Die Konzeptionierung reicht aber lange vor die Olympischen Spiele zurück“, betont Hans Peter Trost, Sport-Chef des Senders.

Das neue Format erstreckt sich zum Start über 30 Minuten, wobei zehn Minuten eine Schule selbst gestalten kann. Unter der Leitung von Gabriela Jahn sollen vom Turnunterricht über Kooperationen mit Sportvereinen bis hin zu Leistungssportmodellen in das Kamera-Objektiv gerückt werden.

Keine Sprachschulung für Jukic

Als Zugpferd und Moderatorin soll Mirna Jukic dienen. Die Publizistik-Studentin, die sich aus der Verbands-Affäre rund um ihren Bruder heraushalten will, bewies bereits in der Vergangenheit, dass sie nicht kamerascheu ist.

Der Wechsel von der TV-Expertin hin zur zentralen Figur auf der Mattscheibe sorgt aber selbst bei der Olympia-Bronzenen von Peking für Nervosität. „Das ist nicht so wie im Schwimmbad, wo ich hingehe und meine Bahnen ziehe“, verrät die 26-Jährige, bei der auch eine Sprach-Schulung angedacht war. „Hans Peter Trost wollte das dann aber nicht.“

Selbiger dazu: „Wir brauchen echte Typen. Ich will keine feingeschliffenen Germanistinnen, sondern Menschen, die sich auskennen, wovon sie reden.“

Ausbau denkbar

Bei der konkreten Umsetzung des neuen Formats ist noch vieles unklar. Bewusst unklar, will man sich doch offenhalten, in welche Richtung es sich entwickelt. Zumal am Spartensender genügend Sendezeit vorhanden wäre, das neue Projekt im Erfolgsfall sogar auszudehnen oder öfter zu schalten. „Mit Talkrunden mit Psychologen, Trainern und Lehrern“,  denkt Trost an. „Ich weiß, dass es am Anfang ein bunter Mix wird. Da müssen wir uns erst finden.“

Dementsprechend schwierig lässt sich auch eine Zielgruppe formulieren. Angeblich halb so wild, weil kein Quotendruck herrsche. „Am Anfang sind wir froh, wenn die Eltern und Großeltern der Kinder zuschauen“, so Trost, laut dem sich die Budget „in einem bescheidenen Rahmen“ abspielt.

„Es kostet etwas weniger als das Sportbild“, wollte er keine Summen nennen. Bisher seien aber alle Ideen umsetzbar gewesen.

Den Schulsport zum Thema machen

Die Triebfeder des Projekts ist die Bewusstseinsschaffung und Sensibilisierung der Gesellschaft für den Schulsport. „Sport ist für Kinder genauso wichtig wie lesen und schreiben“, weiß die frühere Turnlehrerin Jahn, wovon sie spricht.

Jukic, die das Leistungsmodell Südstadt besuchte, wird dabei selbst in die Schulen gehen und auch aktiv am Turnunterricht teilnehmen. „Hauptsache ist, dass die Kinder Sport machen. Dann haben wir wirklich etwas bewegt.“

Reinhold Pühringer

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