Hoffnungen ruhen auf Routiniers

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Routiniers tragen EM-Hoffnungen

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Auf halbem Weg von Olympia 2012 in London zu Rio 2016 geht es für Europas Schwimmer von Montag bis Sonntag bei den 32. kontinentalen Langbahn-Titelkämpfen in Berlin um eine wichtige Orientierung für die Brasilien-Spiele.

Für die Asse in Österreichs 17-köpfigem Team wären Finaleinzüge eine Bestätigung getaner Arbeit und Motivation für anstehendes Training.

Die Medaillen hängen allerdings sehr hoch.

Zaiser, Koschischek, Maly in der Auslage

Als es im Mai 2012 in Debrecen zuletzt um Langbahn-EM-Podestplätze gegangen ist, wurde der OSV-Kader rund zwei Monate vor den London-Spielen von Markus Rogan und Dinko Jukic angeführt.

Da beide nun fehlen, liegen die Hoffnungen auf Spitzenplätze primär bei Lisa Zaiser, Birgit Koschischek und Jakub Maly.

Andere Etablierte wie David Brandl, Christian Scherübl, Martin Spitzer und Jördis Steinegger wollen ebenso aufzeigen.

Dichtes Programm

Die größten Erwartungen trägt am Mittwoch Zaiser über 200 m Lagen. Als Sechste der Nennliste würde ein Endlauf-Einzug der Papierform entsprechen, Selbstläufer wird das aber nicht.

Sollte der 19-Jährigen das Rennen aufgehen, darf sie allerdings auch mit etwas mehr spekulieren.

Zaiser ist für fünf Einzelstrecken genannt und hat in der Mixed- sowie der langen Damen-Kraulstaffel einen Fixplatz.

Gerüstet dafür

Ihr Trainer Marco Wolf fürchtet keine Überbelastung der Olympia-19. "Lisa ist kräftig und stark wie noch nie.

Das Ziel für sie ist, so oft wie möglich am Nachmittag zu schwimmen." Sprich also, sich für das Semifinale zu qualifizieren.

Gleiches gilt für ihre Trainingskollegin Steinegger, die Steirerin hat aber nur für 100 und 200 m Rücken genannt. Steinegger ist mit 31 Jahren die Älteste im rot-weiß-roten Team.

Zeit für Neues

Koschischek hat ihr Programm umgestellt, diesmal für keine Delfin-Strecke genannt.

"Ich konzentriere mich auf Kraul", begründete sie die Auswahl der 50 und 100 m in diesem Stil. "Kraul muss sich noch entwickeln, das dauert wahrscheinlich noch ein Jahr. Dann sollte auch Delfin gut gehen."

Die Wienerin trainiert seit einem Jahr bei Dirk Lange in Graz. Ihre dritte EM-Strecke ist 50 m Brust, das ergab sich aus einem Testwettkampf eher zufällig.

Keine Rücksicht auf Staatsmeisterschaften

Maly hat sein erstes von vier US-Studienjahren in Minnesota hinter sich. Sein wichtigstes EM-Ziel ist für den Sonntag der Finaleinzug über 400 m Lagen - ein hartes Stück Arbeit.

Der 22-Jährige hat dafür jedenfalls bis kurz vor den Staatsmeisterschaften Anfang August in St. Pölten äußerst hart trainiert. "Ich war dort total fertig, mittlerweile fühle ich mich aber gut."

Spitzer gibt im Delfin- und Kraul-Sprint sein internationales Comeback, nachdem er die Barcelona-WM 2013 verletzungsbedingt verpasst hatte.

Scherübl hofft auf Finalreife

Sehr zuversichtlich ist am Samstag Scherübl in die deutsche Hauptstadt angereist. "Ich bin schon ganz heiß auf die Rennen", meinte der Steirer.

Er trainiert als einziger die gesamte Zeit unter Lange, seit der Coach vor knapp zwei Jahren zum steirischen Landesverbandstrainer bestellt wurde.

"Zuletzt ist einiges weitergegangen", sagte Scherübl. "Über 200 m Kraul hoffe ich aufs Finale." Wie der Grazer hat auch David Brandl für drei Kraulstrecken genannt - neben 200 und 400 sind es bei ihm die 800 m.

Junges Gemüse mit an Bord

Neben den besagten sieben Athleten ist nur die junge Desiree Felner bereits unter den 20 österreichischen Athleten bei den Langbahn-Titelkämpfen in Debrecen dabei gewesen.

Ergänzt wird dieses Oktett durch neun Nachwuchsleute, von denen zumindest diesmal noch nicht allzu viel zu erwarten ist. Felix Auböck und Markus Ambros haben immerhin schon EM-Erfahrung, sie waren im Dezember für die Kurzbahn-Titelkämpfen in Herning in Dänemark qualifiziert.

Drei Staffeln genannt

Ihr Debüt in der allgemeinen Klasse bei Großereignissen geben Zaisers SV-Spittal-Kollegen Katharina Egger und Heiko Gigler, Christina Nothdurfter und Caroline Pilhatsch vom USC Graz, Patricia Hais von der SG Wr. Neustadt, Julia Kukla von SV St. Veit/Glan und Filip Milcevic von SVS Schwimmen.

Der OSV hat insgesamt 46 Einzel-Nennungen abgegeben, dazu jene für die beiden Kraulstaffeln über 4 x 200 m wie auch jene über 4 x 100 m Lagen mixed.

Mit World-Series-Erfahrung

Der achte Routinier im OSV-Team ist Wasserspringer Constantin Blaha - und der Wiener ist durchaus aussichtsreich.

Der 26-Jährige misst sich mit Europas Elite mit der Empfehlung zweier WM-Final-Teilnahmen 2013 in Barcelona.

Wegen dieses Abschneidens durfte er in der mit der EM-Woche zu Ende gehenden Saison in den World Series einige Male gegen die Weltbesten vom 3-m-Brett Erfahrung sammeln. Ebenso vom 1- und 3-m-Brett sowie mit Blaha synchron im EM-Einsatz ist Fabian Brandl.

 

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