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Kurzbahn-EM für Rogan "Höhepunkt des Winters"

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Sie sind ab Donnerstag Österreichs große Hoffnungen bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Szczecin (Stettin), haben in Polen fast das identische Wettkampfprogramm.

Doch in ihrem Auftritt sind Markus Rogan und Dinko Jukic grundverschieden. Die beiden OSV-Asse sind am Dienstag zusammen mit der Mannschaft, aber nicht als beste Freunde zu den Titelkämpfen angereist.

Im Becken der "Floating Arena" sollte es dann aber doch gemeinsam gegen die ausländische Konkurrenz gehen.

Rogan: "Höhepunkt des Winters"

Schon den Zugang zu diesem Großereignis an sich sehen beide anders. "Die EM ist für mich der Höhepunkt des Winters", erklärte Rogan der APA unmissverständlich. "Und Duel ist erst nächste Woche."

An den Vergleichskampf der USA mit Europa am 16./17. Dezember in Atlanta verschwendet der Wiener also noch keinen Gedanken, obwohl er für den Event als Kapitän der europäischen Equipe gehandelt wird.

Jukic: "Duel in the Pool" wichtiger

Wie Rogan ist auch Jukic beim "Duel in the Pool" dabei, für ihn hat dieser Kurzbahn-Event auf hohem Niveau eindeutig mehr Gewicht. "Das hat für mich mehr Bedeutung", verdeutlichte der 22-Jährige.

"Ich habe dort die Möglichkeit, mich mit der amerikanischen Konkurrenz zu messen. Auch wenn Phelps nicht dort ist, der zweit- und drittbeste Amerikaner sind auch sehr stark. Deswegen hat das für mich den größeren Stellenwert." Noch vor eineinhalb Wochen hat Jukic deswegen sogar sein EM-Antreten infrage gestellt.

Verpasste Chance für Österreich

Nun aber treten Rogan wie Jukic in Stettin jeweils über 200 und 400 m Lagen sowie 200 m Kraul an. Jukic hat zudem seinen Titel über 200 m Delfin zu verteidigen. Brisant die lange Lagenstrecke, auf der Jukic Ende November beim Qualifying in Wiener Neustadt durch den Rückzug seiner Final-Nennung ein Duell mit Rogan vereitelt hat.

Während der Austria-Wien-Athlet seine eigenen Interessen vorangestellt hat, sah Rogan das Ausbleiben des Duells als Verpassen einer tollen Chance für den österreichischen Schwimmsport.

In den vergangenen Jahren gereift

Der Lagen-Europarekordler ist in den vergangenen Jahren gereift, will neben seinem eigenen Fortschritt auch seinen Sport voranbringen.

Der 29-Jährige freute sich ehrlich, dass sich über beide seiner Lagenstrecken das Maximum von vier OSV-Aktiven für die EM qualifiziert hat und würde es als Schwimm-Meilenstein für Österreich sehen, wenn er und Jukic in Stettin gemeinsam auf einem EM-Podest stehen sollten.

Respekt ja, Kaffee nein

Jukic kann dem wenig abgewinnen. Ob Rogan mit ihm in einem Endlauf schwimmt, hat für den Jüngeren der Jukic-Geschwister wenig Bedeutung. "Ich respektiere die Leistungen von Markus als Schwimmer", sagte der Europameister während des EM-Qualifyings.

"Aber ich würde ihn nicht als Ersten fragen, wenn ich mit wem auf einen Kaffee gehen wollte." Jukic schätzt es nicht, wenn Rogan - wenn auch gut gemeinte - Kommentare über die Familie Jukic abgibt oder einseitig Schwimm-Duelle der beiden ankündigt.

Wer ist hier der Boss?

Bei der Istanbuler Kurzbahn-EM 2009 hatte sich Jukic nach Rogans verfrühter Abreise infolge dessen Goldlaufs über 200 m Lagen in einer selbst einberufenen Pressekonferenz zum OSV-Leithammel erklärt und Rogans EM-Ausstieg scharf kritisiert.

Sieben Monate danach ging Jukic bei der Abschluss-Pressekonferenz zur Budapester Langbahn-EM auf Konfrontationskurs zu Rogan. Auch aktuell sehen die beiden so manches verschieden, mit ihrer Klasse sollten in Stettin aber beide Schwimm-Österreich Freude machen.

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