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Wirtschaftsprüfer soll OSV-Konten durchleuchten

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Der ursprünglich für drei Stunden angesetzt gewesene Verbandstag des österreichischen Schwimmverbandes (OSV) in Linz war Tage davor in seiner Ansetzung auf fünf Stunden erweitert worden und dauerte dann schließlich am Samstag mehr als acht Stunden.

Die Wahl des neuen Präsidiums mit Präsidenten Christian Meidlinger sowie die Abstimmung über die letztlich abgelehnte Berufung gegen die Sperre von Dinko Jukic waren aber nur zwei - wichtige - Aspekte der tagesfüllenden Sitzung.

Streitpunkt Salzburger Vereine

Schon bis zur Feststellung der abstimmungsberechtigten Vereine war eine Stunde vergangen.

Christian Schneeberger hatte für sieben vom OSV ausgeschlossene Salzburger Vereine das Stimmrecht eingefordert, da die diesbezüglich eingebrachte Berufung aufschiebende Wirkung habe.

Der OSV hatte für derartige Anfragen eigens einen Rechtsanwalt aufs Podium gesetzt. Dieser hatte zunächst abgelehnt, ehe nach einer 15-minütigen Beratung immerhin ein Verein mit einer Stimme zugelassen wurde.

Benesch bezieht Stellung

Mit zwei Stunden die meiste Zeit des Verbandstages nahm aber der Bericht des Finanzreferenten Walter Benesch ein.

Nach Berichten der Tageszeitung "Kurier" über die Gründung einer "Pool des OSV GmbH" fühlte sich der seit den Achtzigern beim OSV tätige Benesch verpflichtet, die Lage aus seiner Sicht darzulegen.

Demnach sei im August 1990 der Verein "Pool des OSV" gegründet und dafür ein Konto eingerichtet worden. Denn viele Firmen wollten ihre Spenden angeblich nicht publik haben.

Gangel ist zeichnungsberechtigt

Öffentlich und privat hereingekommene Gelder seien fortan getrennt auf dem OSV- bzw. dem Pool-Konto gelagert worden.

2005 sei dann aus Haftungsgründen eine  "Pool des OSV GmbH" mit dem Eigentürmer OSV gegründet worden, der "Pool des OSV" habe daraufhin seine Tätigkeit eingestellt.

Als zeichnungsberechtigte Gesellschafter der GmbH nannte Benesch sich selbst und OSV-Generalsekretär Thomas Gangel.

Fernab des OSV-Budgets

Für diese seine Geschäftsführertätigkeit habe sich Benesch gerechtfertigt ein Honorar gegönnt, das habe nichts mit seiner ehrenamtlichen OSV-Tätigkeit zu tun.

Es seien vom GmbH-Konto auch Einzelausgaben von 850.000 Euro geflossen, konkret bei der Errichtung der Tragluft-Schwimmhalle im Wiener Stadionbad 2010. Zudem seien vom GmbH-Konto u.a. die Sportler-Ausrüstung und das Ströck-Meeting finanziert worden.

"Das hat somit das Budget des OSV nicht belastet", erklärte Benesch.

Wo die Ströck-Summen abblieben

Genommen wurde das Geld - von dem auch PKWs für Sportkoordinator Moschos Tavlas und -Generalsekretär Thomas Gangel finanziert wurden - laut Benesch von einem für die GmbH eröffneten Privatkonto, da dieses einen höheren Zinssatz gebracht habe.

Darauf landeten auch die Sponsorgelder von OSV-Mäzen Ströck, der OSV-Rechnungsprüfung unterlag dieses Konto nicht.

Teile des OSV-Vorstandes hätten gar nicht von der GmbH-Existenz gewusst, auch nicht alle Rechnungsprüfer.

Meidlinger möchte Wirtschaftsprüfer

Die fehlende Kontrolle durch die OSV-Rechnungsprüfer warf am Verbandstag Fragen auf. Benesch schlug daher vor, die GmbH-Gebarung von einem Wirtschaftsprüfer kontrollieren zu lassen.

Das wurde aus Kostengründen vorerst verworfen, Benesch wurde entlastet.

Neo-Präsident Meidlinger kündigte schließlich doch eine Kontrolle der GmbH-Finanzgebarung an: "Ich möchte einen Wirtschaftsprüfer haben, der prüft, was alles gelaufen ist. Ich gehe aber davon aus, dass alles in Ordnung ist."

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