"Unter Wasser, über Leben“

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"Ich kann nun ein neues Kapitel aufschlagen"

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Mirna Jukic hat einen endgültigen Schlussstrich gezogen.

Mit ihrem am Donnerstagabend in Vösendorf präsentierten Buch "Mirna - Unter Wasser, über Leben" ließ sie ihre bisherigen spannenden 25 Jahre hinter sich und zeigte sich bereit, neue Herausforderungen anzunehmen.

Leider auch eine eindeutige Absage an alle, die noch an ihre Rückkehr ins Schwimmbecken geglaubt haben.

Auf 184 Seiten schildert die erfolgreichste Schwimmerin Österreichs ihre Anfangsjahre im Krieg in Vukovar, erzählt über ihre spätere Flucht mit Vater Zeljko und Bruder Dinko nach Wien und lässt die unzähligen Erfolgen und Medaillen als Österreicherin mit Olympia-Bronze 2008 als Höhepunkt Revue passieren.

LAOLA1 war bei der Buchpräsentation dabei:

Vater Zeljko und Bruder Dinko zeigen sich stolz

LAOLA1: Welches Kapitel war für dich am schwierigsten für dich zu schreiben?

Jukic: Sehr schwer war für mich über die Person Mirna zu schreiben. Wie bin ich aufgewachsen, wie habe ich den Krieg erlebt? Sehr schmerzvoll war vor allem die Rückkehr nach 20 Jahren in meinen Geburtsort.

Mich mit der Situation zu konfrontieren, Bilder zu machen und Erinnerungen aufzufrischen und jene dann auf ein Blatt Papier niederzuschreiben, hat mich sehr gerührt.

LAOLA1: Schwimmst du heute noch gerne?

Jukic: Es ist schön, ins Schwimmbad zu gehen und zu wissen, ich muss nicht. Ansonsten möchte ich in Zukunft regelmäßig Kickboxen gehen und ich würde mich gerne in einen Pilates Kurs eintragen.

Ich bin sehr eitel und möchte mich selbst nicht vernachlässigen, man muss wenig Zeit investieren und kann schon große Fortschritte am Körper sehen.

 

Das Gespräch führte Patricia Kaiser

LAOLA1: Es gibt so viele Biografien, was ist das Spannende an deinem Buch?

Mirna Jukic: Ich will den Menschen mit meinem Buch und somit meiner Lebensgeschichte vermitteln, dass man alles schaffen kann, egal wie viel oder wie wenig man hat.

Wichtig ist, dass man an sich glaubt, sich selber treu bleibt und nie aufhört weiterzukämpfen. Ich möchte den Menschen, die es interessiert, einen Einblick in die Person Mirna geben.

LAOLA1: Sehr viele meinen, dass es viel zu früh ist, mit 25 Jahren eine Biografie herauszubringen. Warum war es dir ein Anliegen ein Buch zu schreiben?

Jukic: Sollen sie nur reden, dass sind die Kritiker und die habe ich sehr gerne. Je mehr sie reden, umso mehr weiß ich, dass ich es im Leben geschafft habe. Mein Buch ist keine klassische Biografie, ich bin nicht 70 Jahre alt. Es geht nicht immer darum, mit wie vielen Jahren man eine Biografie schreibt, sondern was man alles zu erzählen hat.

Ich schreibe diese Biografie nicht um irgendwelche Gschichteln zu erzählen oder jemanden vor den Kopf zu stoßen, noch muss ich mir etwas von meiner Seele schreiben.

LAOLA1: Wie fühlt es sich an sein eigenes Buch in den Händen zu halten?

Jukic: Sehr schön. Das Buch bleibt ein Leben lang da. Es ist schön sagen zu können, dass dies meine ersten 25 Jahre sind und ich nun ein neues Kapitel in meinem Leben aufschlagen kann. Mein Leben geht weiter, ohne Schwimmen und hoffentlich ohne diesen großen Rummel rund um meine Person.

LAOLA1: Hat dich das Schreiben oder Konfrontieren mit deiner Person geprägt?

Jukic: Es hat mich definitiv wieder ein Stück weiter gebracht. Mich mit meiner Person von Geburt an bis heute auseinanderzusetzen, viele nicht so schöne Momente aufzurollen und zugleich zu sehen, welch wundervolle Erfolge ich gefeiert habe, war ein tolles Erlebnis. Das Buch zu schreiben, hat vieles in mein Bewusstsein gerufen und mich erneut geprägt.

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