Hürden für Jukic auf dem Comeback-Weg

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Die Fronten zwischen Österreichs Schwimmverband (OSV) und Dinko Jukic sind weiter verhärtet.

Der Athlet hat nicht vor, die vom OSV verlautbarte Zielzeit von 1:56,68 Minuten über 200 m Delfin für einen Verbleib im Olympia-Förderungskader bis Ende Oktober anzustreben.

Dafür müsste er ohnehin zuerst die OSV-Wettkampf- und Entsendebedingungen unterschreiben. Schon dazu dürfte es nicht kommen.

Vereinbarung aus dem letzten Jahr

So argumentiert zumindest Jukic-Anwalt Thomas Krankl. "Ich werde meinem Mandanten empfehlen, das nicht zu unterschreiben", erklärte der Jurist am Freitag.

Krankl beruft sich auf eine vor einem Jahr von Jukic mit dem OSV nach Vermittlung von "Rio-Koordinator" Peter Schröcksnadel getroffene Vereinbarung, wonach alle Gerichtsverfahren zwischen den Parteien ruhend gestellt wurden und Jukic ein Sonderstartrecht zugesprochen bekommen hat.

Und das ohne Bedingung, wie sie für Krankl nun vom OSV gestellt wird. Der Rechtsanwalt befürchtet, dass Jukic nach Unterschreiben der Wettkampfbedingungen wie allgemein üblich Startansuchen über einen Verein stellen müsste.

Jukic' Verein SC Austria Wien wurde aber vom OSV ausgeschlossen, die Causa ist nach einer erstinstanzlichen OSV-Gerichtsniederlage in der zweiten Instanz anhängig. Jukic ist in Österreich immer für Austria Wien gestartet und will dies auch weiterhin ausschließlich.

Einstweilige Verfügung denkbar

Krankl möchte die Lage mit Jukic besprechen. Einen Antrag auf Einstweilige Verfügung hielt er für möglich, um dem Olympia-Vierten von London 2012 etwa in Hinblick auf die Kurzbahn-WM vom 3. bis 7. Dezember in Doha das Antreten zu einem Qualifikationsmeeting dafür und im Fall eines unterbotenen Limits und der erforderlichen OSV-Nominierung in Katar zu ermöglichen.

Der "normale" Gerichtsweg würde Jukic nämlich sportlich auf längere Dauer weiter auf Eis legen.

OSV weigert sich, Zeiten anzuerkennen

Derzeit hat Jukic das ursprünglich zugesagte Sonderstartrecht nicht, es wurde ihm per 31. Juli vom OSV entzogen.

Im von OSV-Präsidenten Stefan Miklauz unterzeichneten Schreiben heißt es: "Dies hat zur Folge, dass der OSV keinerlei geschwommene Zeiten deinerseits akzeptiert und auch nicht zur Leistungsüberprüfung heranzieht", hieß es da.

Grund für den Entzug sei, dass Jukic für Auslandsstarts nicht extra angesucht habe. Dies sei laut Krankl aber bei vielen Aktiven der Fall. Dabei sieht die Wettkampf-Ordnung des OSV für Melde-Verstöße lediglich Ordnungsstrafen vor.

NADA zerstreut Befürchtungen

Krankl hatte zunächst befürchtet, dass Jukic erst frühestens sechs Monate nach Wiedererteilung des Sonderstartrechts wieder Wettkämpfe bestreiten dürfe.

Damit hätte der 25-Jährige definitiv die Kurzbahn-WM verpasst. Michael Cepic, Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), teilte der APA aber mit, dass der Athlet bei Erbringen der Startvoraussetzungen sofort wieder antreten könne.

Cepic: "Der Sportler sollte da keinen Nachteil haben."

Aneinader vorbeigeredet

Negativ ist die NADA-Botschaft für Jukic aktuell hinsichtlich einer im April beantragten Ausnahmegenehmigung zur Verwendung eines Asthma-Mittels.

Dieses hatte er mit Erlaubnis der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) schon davor vier Jahre verwendet. Jukic wartet seit fünf Monaten auf die NADA-Genehmigung.

Cepic aber erklärte, dass im Juli zusätzliche Unterlagen eingefordert wurden, die würden noch fehlen. Jukic wiederum gibt an, keine Aufforderung erhalten zu haben.

Kein "missed test"

Eine positive Nachricht hat die NADA für Jukic aber auch. Ende August hatte ihn ein Doping-Kontrollor im vom Sportler angegebenen Zeitfenster nicht angetroffen.

Einen "missed test" wird es aber nicht geben, da Jukic zu diesem Zeitpunkt kein Sonderstartrecht hatte und daher nicht zu kontrollieren war.

Cepic: "Wir waren damals nicht in Kenntnis davon. Da Jukic aber zu diesem Zeitpunkt kein Mitglied des OSV war, wird das von uns in diesem Fall auch nicht weiter verfolgt."

Schon einmal vorgekommen

Die NADA agierte so, da die unabhängige Schiedskommission im April in einem ähnlichen Fall für Jukic entschieden hatte.

Denn schon einmal war er bei einem versuchten Test kein Sportler im Sinn der NADA. Jukic jedenfalls fühlt sich aufgrund der Summe der Geschehnisse von OSV und NADA verfolgt.

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