Die stärkste Konkurrenz der Welt

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Kurzbahn-Europameister Dinko Jukic hat sich am Dienstag bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Shanghai sportlich zu beweisen.

Erstmals nach seiner am 24. Mai nicht zustande gekommenen Doping-Kontrolle und dem danach durch die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) eingeleiteten Verfahren tritt der 22-Jährige auf seiner Paradestrecke 200 m Delfin auf höchstem Niveau an.

Im Dezember, nach den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Dubai, hatte Jukic für dieses Rennen eine Medaille angekündigt.

200 m Lagen wackeln

Die Vorzeichen auf diesen Bewerb sieht der Wiener nicht geändert, auch wenn es terminlich der für Mittwoch nächster Woche (3. August) angesetzten NADA-Verhandlung entgegengeht.

"Das belastet mich überhaupt nicht. Ich weiß, dass ich mich gut vorbereitet habe", erklärte Jukic am Montag.

"Ich bin gewohnt, Leistung zu bringen. Ich kann ziemlich gut abschalten. Die andere Sache wird sich erst nach der WM klären." Sollte Jukic den Endlauf erreichen, würde er am Mittwoch auf die 200 m Lagen verzichten.

Enorme Dichte

"19 Leute sind auf 200 m Delfin innerhalb von 1,5 Sekunden, das ist der stärkste Bewerb hier", wies der Kurzbahn-WM-13. auf die Güte der Konkurrenz hin.

"Es sind 14 bis 15 Leute, die um die Medaillen kämpfen." Sich selbst sieht der SC-Austria-Athlet doch aussichtsreich, auch wenn mit Michael Phelps der erfolgreichste Olympionike zu seinen Rivalen zählt.

Und der US-Amerikaner hat nicht einmal die schnellste Nennzeit, und wurde heuer erstmals nach neun Jahren auf dieser Strecke besiegt - das gleich dreimal in Serie.

Die Hausstrecke des US-Stars

Zweimal davon hatte er gegen Wu Peng das Nachsehen, der Chinese wird als Lokalmatador noch zusätzlich motiviert sein. "Ich hoffe, ich kann aus den Niederlagen lernen", meinte Phelps.

"Ich fühle jedenfalls, dass jetzt alles zusammenpasst." Auch Jukic will den 14-fach-Olympiasieger auf seiner eigentlichen Hausstrecke nicht unterschätzt wissen.

"Er hat sicher noch einiges im Ärmel. Aber das ist eine WM, alle sind vorbereitet." So auch der Japaner Takeshi Matsuda, der Saison-Schnellste.

Lektion gelernt

Als Empfehlung bringt Jukic seinen sechsten Platz der Rom-WM mit. Damals war er als Semifinal-Vierter im Endlauf neben Phelps geschwommen, hatte sich da jedoch vom Superstar ablenken lassen.

"Da habe ich mehr auf ihn geachtet, als um mich gekümmert. Das passiert mir sicher nicht wieder, ich habe daraus gelernt."

Zur Unterstützung ist seine im Vorjahr zurückgetretene Schwester Mirna - u.a. mit einer Journalisten-Akkreditierung ausgestattet - im Oriental Sports Center mit dabei.

Neue Vorhersage

Seine Prognose vom Dezember, dass die Medaillen mit einer Zeit von 1:52,9 weggehen werden, korrigierte ihr Bruder nun. Die Bedingungen im WM-Becken seien langsamer als erwartet.

"Ich denke, für das Semifinale braucht man 1:57 nieder, für eine Medaille 1:54 Mitte oder hoch." Sein OSV-Rekord stammt von der Rom-WM, lautet auf 1:54,42.

Kommt er an diese Zeit nun auch nach der Anzug-Ära heran, würde ihm das dieser Einschätzung nach seine erste WM-Medaille auf der olympischen Langbahn bringen.

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