"Müssen bei Caritas ansuchen!"

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… Rückendeckung für Sportdirektor Tavlas:
„Der Herr Tavlas ist mittlerweile sehr gebrochen. Er hat zu mir gesagt: Sollte ich das Hinkebein sein, dann trete ich zurück. Aber solange ich Sprecherin des Präsidiums bin, muss er sich keine Sorgen machen. Ich halte an ihm fest! Moschos Tavlas ist ein absolut perfekter Mitarbeiter, kompetent, organisatorisch top, verlässlich. So jemanden muss man erst einmal finden.“


… die schweren Vorwürfe gegen Tavlas: „Ich erkläre mir die Probleme mit seiner Art. Ich habe mir da am Anfang auch schwer getan. Moschos sagt einem seine Meinung direkt ins Gesicht. Wenn du ein Schwimmer bist und du hast eine schlechte Leistung gebracht, dann sagt er dir das. Vielleicht auch gleich nach dem Wettkampf, wenn du das gar nicht hören möchtest. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir ihn künftig einsetzen. Also ob wir ihn noch einmal als Delegationsleiter irgendwo hin schicken, oder ob er vom Büro aus organisiert und Strukturen vorbereitet.“


… die Zukunft von Finanzreferent Walter Benesch: „Ich habe ihn gebeten vorerst zu bleiben, denn wir haben ihm nichts vorzuwerfen. Die parlamentarischen Anfragen vom Herrn Petzner, den es in ein paar Wochen nicht mehr gibt, haben wir durch unseren Rechtsanwalt ordnungsgemäß beantwortet. Es gab eine Überprüfung bei der festgestellt wurde, dass von den OSV-Konten kein Geld verschwunden, verschoben oder veruntreut wurde. Schon gar nicht in dem Ausmaß wie beim ÖOC – so viel Geld haben wir gar nicht.“


… die Trennung von Trainer Walter Bär: „Das Präsidium hat mit ihm keine Zukunft mehr gesehen und kein Vertrauen gefunden. Da ist es doch legitim, dass ich mich trenne. Genau wie im Privatleben oder in der Wirtschaft. Ich wollte Walter Bär für den österreichischen Schwimmsport nicht verlieren, finde es auch schade. Aber wie das in den letzten Wochen gelaufen ist, da haben wir ein Niveau erreicht, bei dem es keine Gesprächsbasis mehr gibt.“


… den Schauplatz Gericht: „Leider müssen wir uns mit solchen Blödheiten herumschlagen – und der Sport bleibt wieder einmal auf der Strecke. Im Fall Jukic warten wir auf das Urteil vom Obersten Gerichtshof, ob mit dem Verbandsgericht alles korrekt abgelaufen ist. Genauso warten wir auch noch beim Prozess gegen den alten Landesschwimmverband Salzburg und die Vereine. Dann schauen wir weiter!“


… den Ausschluss des SC Austria Wien: „Es ist ja bekannt, dass der Verein des Herrn Jukic weder Mitgliedsbeiträge noch Nenngelder bezahlt hat. Nicht an den Wiener Landesverband und auch nicht an den OSV. Daraufhin wurde der SC Austria ausgeschlossen. Beim OSV ist mittlerweile alles beglichen, beim LSV noch nicht. Ich frage mich: Warum schaffen es alle anderen Vereine in Österreich, ihre Abgaben fristgerecht zu bezahlen? Ich weiß nicht, warum der Herr Jukic nicht bezahlt hat, aber es ist ein Ausschließungsgrund.“


… die Finanzprobleme des OSV: „Wir sind ja bald kein gemeinnütziger Verein mehr, können bei der Caritas ansuchen. Die NADA-Kosten von Dinko Jukic in Höhe von 18.000 Euro müssen wir in Raten abstottern. Jetzt er eine Kontrolle verpasst, das bedeutet wieder: Anhörung, Verfahren, abermals Kosten. Dazu die laufenden Prozesse. Da muss man sich schon fragen: Wie lange gibt es den Schwimmsport überhaupt noch?“


… die schwierige Suche nach Sponsoren: „Bei dem Ruf, den wir im Moment haben – und der ist unter jeder Kritik -, stehen die Sponsoren nicht Schlange. Welcher Sponsor möchte sein Geld hier investieren. Schlimmer geht es nimmer! Es liegt jetzt an uns, dass wir wieder Vertrauen aufbauen, damit wir all jene Sportlerinnen und Sportler unterstützen können, die ehrlichen Schwimmsport betreiben wollen.“


… die noch schwierigere Suche nach einem Präsidenten: „Die grundsätzliche Frage ist: Wer will denn überhaupt Präsident sein? Wer tut sich das an? Ich habe daheim eine Firma, da bleibt die Arbeit liegen. Und dann muss ich mich noch schimpfen lassen. Ich würde mir jemand aus der Wirtschaft wünschen, egal ob Mann oder Frau. Mit guten Kontakten und einem Netzwerk. Ein Politiker hätte es in der jetzigen Situation sicher schwieriger.“

 

Das Gespräch führten Stephan Schwabl und Reinhold Pühringer

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