Fürnkranz-Maglock: Das liegt ganz einfach daran, dass die Fehler aus der Vergangenheit immer noch nicht abgearbeitet wurden. Dafür braucht es nicht nur einen neuen Präsidenten, sondern einen komplett neuen Vorstand. Dann wird auch die Gesprächsebene unter den Vorständen wieder eine ganz andere sein.

LAOLA1: Sie haben ihre Eröffnungsrede mit den Worten „Öffnet jetzt die Augen“ geschlossen. Warum ist das bislang noch immer nicht passiert?

Fürnkranz-Maglock: Wenn es uns wirklich gelingt bis zum nächsten Verbandstag ein Team aufzustellen, dass jung und dynamisch ist und Visionen, Ideen hat, dann ist es möglich, dass man etwas Neues auf die Beine stellt. Wenn beim nächsten Verbandstag wieder nur der Präsident ausgetauscht wird, haben viele ihre Augen immer noch nicht geöffnet. Aber dann wollen sie es nie wahrhaben.

LAOLA1: Besteht die Gefahr, dass der Schwimm-Verband noch mehr zerrissen wird, also hier die 13 „Revoluzzer“-Vereine und dort der Rest?

Fürnkranz-Maglock: Nein, das glaube ich nicht. Es sind jetzt einmal Vereine aufgestanden und haben gesagt: Wir lassen uns den Mund nicht verbieten. Wir lassen uns nichts vorschreiben. Wir wollen, dass im Schwimmsport endlich wieder etwas passiert. Und damit meine ich nicht die parlamentarischen Anfragen, Misstrauensanträge, …

LAOLA1: Wie waren die Reaktionen im Anschluss an den Abbruch im persönlichen Gespräch?

Fürnkranz-Maglock: Mir tut es wirklich leid für all die Vereinsvertreter aus Tirol, Vorarlberg, die fünf, sechs, sieben Stunden nach Wien gefahren sind. Aber diese Entscheidung musste kurzfristig sein, weil ich keine neuen Klagen, keine neuen Prozesse und auf keinen Fall wieder Geld ausgeben möchte. Wenn der erste Ärger verflogen ist und die Vereine hoffentlich auch so denken, werden wir die Gespräche aufnehmen und schnellstmöglich Nägel mit Köpfen machen.

LAOLA1: Sie sagen „Wir“, aber kann es das überhaupt noch geben?

Fürnkranz-Maglock: Die Basis für ein gemeinsames Arbeiten ist sicher sehr schwierig. Da braucht man auch gar nichts Schönreden. Aber der nächste Schritt muss sein: Weg mit den Funktionären, die einfach nur gerne Funktionäre sind. Das haben hoffentlich alle kapiert, dass die Vereine ein neues Team fordern. Und da muss man sich jetzt anhören, welche Vorschläge und Ideen es gibt.

LAOLA1: OSV-Kandidat Stefan Miklauz hat im Gespräch mit LAOLA1 von einem „abgekarteten Spiel“ gesprochen. Wollen Sie ihm etwas sagen?

Fürnkranz-Maglock: Ich kann mich da nur wiederholen. Ich weiß, dass er nicht sehr positiv über mich spricht, möchte mich aber gar nicht auf dieses Niveau herab begeben. Wir werden uns sicher wieder einmal sehen, wo wir unter vier Augen sprechen können.

LAOLA1: Spätestens beim nächsten Verbandstag.

Fürnkranz-Maglock: Ich gehe davon aus, dass er nach wie vor der OSV-Kandidat ist. Und da spricht auch nichts dagegen. Ich hoffe nur, dass er jetzt gesehen hat, dass er eine komplett neue Liste präsentieren muss. Und dass die Vereine aufbegehren. Da muss der jetzige Vorstand reagieren.

LAOLA1: Eine erste Reaktion hat es kurz nach dem Verbandstag gegeben. Der Vorstand hat Sie abgesetzt und Peter Putzgruber in ihrer Abwesenheit zum neuen Sprecher des Präsidiums ernannt. Überrascht?

Fürnkranz-Maglock: Nein, denn es wurde mir angekündigt, dass es noch eine Besprechung geben soll. Aber das wollte ich nicht, ganz einfach weil die Emotionen zu hoch waren. Jeder hat mit einem ganz anderen Ausgang gerechnet, deshalb wollte ich, dass wir alle ein, zwei Nächte drüber schlafen und uns dann zusammensetzen. Es war absehbar, dass es so ausgeht.

LAOLA1: Der Vorstand spricht von einem Alleingang und wirft Ihnen vor, wichtige Restrukturierungen im OSV zu verhindern. Nachvollziehbar für Sie?

Fürnkranz-Maglock: Als der Antrag gekommen ist musste ich schnell handeln. Schriftführer Herbert Schurm und der OSV-Anwalt haben mir immer gesagt: Wir machen weiter! Aber noch einmal: Ich wollte verhindern, dass am Montag oder Dienstag einer aufsteht und gerichtlich gegen den Ausgang dieses Verbandstags vorgeht. Für mich war es kein Alleingang und auch kein verbandsschädigendes Verhalten.

LAOLA1: Ihre letzten Tage und Wochen waren geprägt von Machtkämpfen, Untergriffen und persönlichen Beleidigungen. Sind Sie ein Stück weit froh, dass es jetzt vorbei ist?

Fürnkranz-Maglock: Es war ein bisschen eine Erlösung. Deshalb bin ich dem Präsidium auch in keinster Weise böse. Ich konnte den Großteil meiner Arbeit an Herrn Putzgruber abgeben, der jetzt diese Termine wahrnehmen wird. Meine Aufgabe wird es jetzt sein, dass ich mich konstruktiv einbringe, damit wir ein vernünftiges Team auf die Beine stellen.

LAOLA1: Sie haben unmittelbar nach dem Verbandstag gemeint, dass Sie bereit sind mitzuarbeiten. In welcher Funktion?

Fürnkranz-Maglock: Auf keinen Fall als Präsidentin. Wenn ein neues, junges Team auf die Beine gestellt wird, bin ich gerne bereit mitzuarbeiten, das ist dann auch keine Frage von Funktion oder Position. Wenn meine Mitarbeit aber nicht gewünscht ist, werde ich das aber genauso akzeptieren.

LAOLA1: Nächste Woche steht die Kurzbahn-Europameisterschaft an. Werden Sie nach Herning reisen?

Fürnkranz-Maglock: Nein, aber das war von vornherein so geplant.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

 

Das Interview führten Stephan Schwabl und Reinhold Pühringer

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