Pferde erobern Wien

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Frühmann will mit Sixth Sense mit Elite mitmischen

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Nach zweijähriger Vorbereitung ist alles bereit für die bisher größte Springreit-Veranstaltung in Österreich:

Von Donnerstag bis Sonntag werden 50 der weltbesten Reiter mit ihren Pferden beim Vienna Masters vor dem Rathaus zu sehen sein.

Medaillengewinner von London, angeführt vom Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat, acht der Top Ten der Weltrangliste und auch ein von Thomas Frühmann und Stefan Eder angeführtes Österreicher-Quintett reiten im Rahmen der hochdotierten Global Champions Tour (GCT).

600.000 Euro Preisgeld

Das Budget bei der Premiere eines Turniers der höchsten Kategorie in Österreich (5 Sterne) beträgt rund 2,5 Millionen Euro.

Alleine an Preisgeld werden für alle Bewerbe (im Rahmen gehen ein Dressur-Turnier und ein Zwei-Sterne-Springturnier in Szene) insgesamt 600.000 Euro ausgeschüttet.

Auf den teils überdachten Tribünen finden 4.000 Besucher Platz. Deren Zahl hat man beim Debüt vorsichtig budgetiert.

"Mit 5.000 Zuschauern kommen wir mit einem blauen Auge davon", erklärte Mitveranstalter Jörg Domaingo. Bei den Eintrittspreisen (59,50 bzw. 80 Euro) bewegt man sich nach seinen Worten im Mittelfeld der zwölf Veranstalter der Global Champions Tour.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm

Show und Party kommen nicht zu kurz.

Das Showprogramm bietet täglich Darbietungen der Working Equitation (Weltmeister Pedro Torres mit seinem Lusitano), der Freiheits-Dressur und einen Pas de Deux mit dem Para-Reiter Thomas Haller.

Die Einnahmen einer Charity-Aktion stellen die Veranstalter dem Schottenhof zur Verfügung, wo integratives Voltigieren und Reiten für benachteiligte Kinder angeboten wird.

Lipizzaner als Show-Highlight

Am Sonntag sthet eine Vorstellung der Spanischen Hofreitschule am Programm. Geübt wurde dafür bereits eine Stunde am Mittwochmorgen. 

"Wenn man in der eigenen Stadt reitet, ist das was ganz Spezielles und dann noch vor so einer Kulisse wie dem Rathaus", schwärmte Bereiter Rudolf Rostek.

Freitag und Samstag sind nach dem Sportprogramm Partys im Arkadenhof des Rathauses angesetzt, am Freitag in Tracht, am Samstag ein Clubbing.

Schließt sich für Olympiasieger der Kreis?

Wien ist die vorletzte Station und erlebt auch ein spannendes Rennen zwischen den Besten der GCT-Serie, der Vorjahrs-Gewinnerin Edwina Tops-Alexander (AUS/196 Punkte) und dem Weltranglisten-Ersten Rolf-Göran Bengtsson (SWE/191) um den mit 300.000 Euro dotierten Gesamtsieg.

London-Triumphator Guerdat kommt mit seinem Gold-Pferd von London, dem elfjährigen Nino des Buissonets, nach Österreich.

Der 30-jährige Weltranglisten-Dritte hat noch nie einen GCT-Bewerb gewonnen. Gelingt es in Wien, würde sich ein Kreis schließen.

Denn der Westschweizer aus dem Jura hat 1998 als 16-jähriger in der Wiener Stadthalle seinen ersten internationalen Sieg gefeiert. Seither kamen rund 80 Erfolge hinzu.

Österreichs Hoffnungen ruhen auf Routiniers

Frühmanns Toppferd The Sixth Sense hat nach einer Verletzungspause zwar nicht das Niveau von 2006, als es zum weltweit besten Springpferd avanciert war, der Team-Olympia-Zweite von 1992 will aber dennoch versuchen, im Kreis der Elite gut mitzumischen.

Hugo Simon, der zweite Routinier des heimischen Springreitens, hat hingegen seinen stets großen Ehrgeiz selbst gebremst.

Sein erst achtjähriger C.T. hat derart schwierige Parcours noch nicht absolviert.

"Meine Chancen wären gering, ich hätte zuviel aus ihm herausholen müssen", sagte der 70-Jährige, der stattdessen im Zwei-Sterne-Turnier nach dem Sieg greift.

"Aber das große Turnier werde ich mir anschauen", sagte Simon, "vielleicht bin ich ja nächstes Jahr dabei." Sicher dabei, und das mit größeren Ambitionen, ist der Evergreen beim Wiener Pferdefest ab 8. November in der Stadthalle.

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