„Ich höre von allen möglichen Seiten, dass ich da dabei bin, doch habe ich bis heute keine öffentliche Bestellung erhalten. Deshalb war ich noch bei keiner einzigen Sitzung mit dabei“, widerspricht Holdhaus den Angaben des Ministeriums.

Auch etwaige Bevorzugungen von IMSB-Sportlern bei TRWR-Förderungen weist Holdhaus auf das Schärfste zurück.

„Das ist völliger Blödsinn. Alle Entscheidungen erfolgen aufgrund von sachlichen Diskussionen im wissenschaftlichen Beirat, der aus mir und fünf anderen Leuten besteht.“ Diese sind Werner Nachbauer, Christoph Schmölzer, Anton Sabo, Günter Amesberger und Karin Glatt.

Überarbeitung noch heuer möglich

Ob die Vorwürfe nun gerechtfertigt sind oder nicht, für viele Sportler bleibt aufgrund von Doppelfunktionen und mangelnder Informationspolitik ein fahler Nachgeschmack.

Anlass zu Hoffnung gibt für viele, dass es sich beim Projekt Rio um einen „lebendigen Kader“ handelt, der noch 2013 eine Überarbeitung erfahren könnte. Klinger: „Im November finden diesbezüglich Gespräche mit Verbänden statt. Somit gilt es für die Nicht-Berücksichtigten durch Leistung zu überzeugen.

Denn einen Europa- oder Weltmeister wird niemand übersehen können.

 

Reinhold Pühringer und Stephan Schwabl

Die Sache mit den Fechtern

Münzt man diese These auf das Projekt Rio 2016 um, bietet sie eine mögliche Erklärung für die Nominierung der Fechter.

Während die Florett-Musketiere Hinterseer, Pranz, Wohlgemuth und Poscharnig nicht IMSB betreut werden, zählt das Säbel-Quartett – Galli, Nikolic, Schwarz, Willau – laut Auskunft des IMSB sehr wohl zur dortigen Klientel.

Der für London qualifizierte Andreas Giglmayr, der im Projekt Rio 2016 trotz dem inflationär anmutendem Triathlon-Berücksichtigung außen vor gelassen wurde, gibt an, ebenfalls in erster Linie auch nicht beim IMSB zu sein. „Ich musste dort nur für den Verband im vergangenen November Tests absolvieren“, so der Salzburger.

Auf die Frage, welche Fachverbände besonders eng mit dem IMSB zusammenarbeiten, gibt Horschinegg Rudern, Kanu, Judo, Volleyball, Handball, Hockey Leichtathletik und Segeln an. Allesamt Sportarten, die im Projekt Rio durchwegs gut vertreten sind.

Wo werden die Förderungen ausgegeben?

Wie eine Recherche bei Verbänden ergibt, müssen bei Förderansuchen für beispielsweise TRWR nicht nur die geplanten Ausgaben für sportwissenschaftliche Leistungen angegeben werden, sondern auch wo diese beansprucht werden.

Somit ist den Verantwortlichen in den Förderstellen bereits im Vorhinein bekannt, ob Gelder für sportwissenschaftliche Betreuung beim IMSB oder woanders ausgegeben werden.

„Keine Doppelfunktion“

Horschinegg bezeichnet die Vorwürfe, sich selbst Kundschaft zuzuschanzen, als Unsinn. „Weil das IMSB die Leistungssportler gratis betreut“, verweist er auf die Material-Pauschale, welche das Institut lediglich verrechnet. Demnach bringt es zumindest formell keinen finanziellen Vorteil, ob das IMSB beispielsweise 30 oder 40 Spitzensportler betreut.

Klar muss allerdings sein, dass sich bei einem massiven Athletenrückgang zwangsläufig die Frage stellen würde, ob die Höhe der staatlichen Subvention gerechtfertigt ist.

Weltrangliste Alter
49. Moritz Hinterseer 29
64. Rene Pranz 28
120. Dominik Wohlgemuth 23
162. Johannes Poscharnig 23
12. in der Team-Rangliste
Weltrangliste Alter
127. Mathias Willau 21
134. Lukas Galli 22
176. Nikolai Nikolic 23
215. Gilbert Schwarz 23
26. in der Team-Rangliste
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