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"Im dritten Versuch volles Risiko genommen"

Der Oberösterreicher Lukas Weißhaidinger hat am Samstag bei den Leichtathletik-U20-Europameisterschaften in Tallinn die Goldmedaille im Diskuswurf erobert.

Der 19-Jährige schleuderte die 1,75-Kilo-Scheibe im Finale im dritten Versuch 63,83 Meter weit und holte damit den ersten Nachwuchs-EM-Titel für Österreich seit Günther Weidlinger (3.000 m Hindernis) und Linda Horvath (Hochsprung) 1997 in Ljubljana.

Nerven aus Stahl

Der Innviertler bewies bei seinem Triumph Nervenstärke. Nach einem ungültigen ersten Versuch schaffte er im zweiten Wurf nur 55,11 Meter und lag damit an zehnter Stelle. An der Spitze hatten bereits drei Athleten die 61-Meter-Marke übertroffen. Um weiter im Bewerb bleiben zu können, benötigte Weißhaidinger im dritten Wurf eine Verbesserung zumindest in die Top-8, was er mit 63,83 Meter eindrucksvoll schaffte.

"Volles Risiko genommen"

"Im dritten Versuch habe ich volles Risiko genommen, und es ist alles aufgegangen. Danach habe ich nur noch gedacht: 'Wer kann mich jetzt noch überholen?'", erzählte der frischgebackene U20-Weltmeister.

Vor allem der Montenegriner Furtula Danijel erwies sich als hartnäckiger Konkurrent und kam in seinem letzten Versuch bis auf 29 Zentimeter an die Bestmarke des Österreichers heran.

Lautstark angefeuert vom gesamten ÖLV-Team und dem aus seinem Heimatort Taufkirchen an der Pram angereisten Fanclub, war Weißhaidinger der EM-Titel aber nicht mehr zu nehmen. Die Siegesweite bedeutete auch eine Verbesserung seines eigenen ÖLV-U20-Rekordes um 1,50 Meter und die Führung in Europas U20-Jahresbestenliste.

Unverhofft kommt oft

Dabei gilt der Diskuswurf eigentlich nur als "Zweitbewerb" des Oberösterreichers.

"Vor der EM habe ich mich hauptsächlich auf den Kugelstoß fokussiert. In diesem Bewerb habe ich aber meine Leistung nicht gebracht. Jetzt bin ich sehr froh, dass heute alles geklappt hat", sagte Weißhaidinger, der am Donnerstag im Kugelstoßen Platz fünf belegte.

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