Gugl Games: Wiederauferstehung des Kult-Meetings

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Die heimische Leichtathletik ist tot? Von wegen!

Spätestens seit den Olympischen Spielen in London und also dem Finaleinzug von Beate Schrott über 100 m Hürden und dem couragierten Auftritt von Ivona Dadic im Siebenkampf weiß man, dass sich doch etwas tut auf den wenigen Tartanbahnen in diesem Land.

Tot war die Leichtathletik in Österreich allerdings auf Event-Ebene.

Abgesehen von einem Stabhochsprung-Happening vor dem Wiener Riesenrad, dem traditionellen Mehrkampf-Meeting in Götzis und Staatsmeisterschaften unter Ausschluss der Öffentlichkeit fanden hierzulande kaum noch Bewerbe statt.

Lange Tradition auf der Gugl

Tot war aber vor allem die einstige Leichtathletik-Hochburg Linz, die einst sogar Stars wie Carl Lewis oder Sergej Bubka auf der damals ausverkauften Gugl begrüßen durfte.

2007 fand das Internationale Meeting zum letzten Mal statt, am heutigen Montag feiert es eine Wiederauferstehung.

Athleten-Manager Robert Wagner, in dessen Handy die Nummern aller Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler gespeichert sind, wollte die Sperrstund‘ in Linz nicht akzeptieren und kämpfte für eine Wiederbelebung.

Mit Erfolg. „Ich bin beim Meeting in Luzern gesessen und habe mir gedacht: Warum haben wir das in Linz nicht mehr?“

Wiederbelebung und Frischzellenkur

Zwei Jahre später feiert die Leichtathletik-Show ein Comeback als EAA-Classic-Meeting. Wagner wünscht sich „mehr Zuschauer als bei einem Fußballspiel der Ersten Liga“, wenn 5.000 Fans den Weg ins Stadion finden, wäre er zufrieden.

Der Vorverkauf lief gut, auch wegen der Olympia-Ausrufezeichen der beiden rot-weiß-roten Hoffnungsträgerinnen Schrott und Dadic.

„Vielleicht geht ja der eine oder andere Junge heute Abend nach Hause und denkt sich: Leichtathletik, das wäre doch was“, möchte der Manager der heimischen Szene gerne neues Leben einhauchen.

Denn: „International sind wir abgesehen von Beate Schrott leider nirgends.“

Viele Medaillen, noch mehr Stars

Die Niederösterreicherin freut sich auf ihr Heim-Meeting. Dass die Form stimmt stellte die 24-Jährige am vergangenen Freitag beim Diamond-League-Meeting in Stockholm unter Beweis: Rang sechs in 12,93 Sekunden.

In der Stahlstadt wird es im letzten Rennen des Abends zum Duell Schrott gegen Kellie Wells kommen.

Die US-Amerikanerin gewann in London ebenso Bronze wie ihr Landsmann Justin Gatlin über 100 m.

Mit 400-m-Olympiasieger Kirani James und Hürden-Ass Felix Sanchez konnte Wagner auch zwei Olympiasieger verpflichten.

Dazu „Blade-Runner“ Oscar Pistorius, der in London über 400 m ins Semifinale einzog und der große Star der am 29. August beginnenden Paralympics ist.

Der Traum von Usain Bolt

Geht es nach Robert Wagner, so ist das erst der Beginn, denn eines Tages soll Linz wieder „ein absolutes Top-Meeting werden“, ein Fixpunkt im Leichtathletik-Kalender, und die besten Leichtathleten der Welt anlocken.

Wenn man von den Besten spricht, dann spricht man automatisch von Usain Bolt.

Der Meeting-Direktor möchte erst die Hausaufgaben machen, dann soll der jamaikanische Superstar in zwei, drei Jahren Thema sein.

Zumindest die Nummer hat Wagner schon …

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