Positive Dopingprobe von Gay

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Tyson Gay liefert positive Dopingprobe ab

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Der eigentlich bei der WM in Moskau in Form nach einem heißen Duell auf der Bahn für möglich gehaltene Paukenschlag kam vier Wochen vorher und in gänzlich anderer Form: US-Leichtathlet Tyson Gay hat am Sonntag bekannt gegeben, einen positiven Dopingtest abgegeben zu haben.

Bolts schärfster Konkurrent aus dem Rennen

Der mit 9,75 Sekunden schnellste 100-m-Sprinter des Jahres und schärfste Konkurrent des jamaikanischen Weltrekordlers und Olympiasiegers Usain Bolt bei den kommenden Freiluft-Welttitelkämpfen ging selbst an die Öffentlichkeit.

Gay erzählte in einer Telefonkonferenz am Sonntag aus Amsterdam Journalisten, dass er am Freitag von der US-Anti-Doping-Agentur (USADA) über eine positive A-Probe informiert worden sei.

Der Test sei im Mai außerhalb von Wettkämpfen vorgenommen worden, über die gefundene verbotene Substanz wollte der 30-Jährige nichts sagen. Die B-Probe wurde noch nicht geöffnet, dies soll schnellstmöglich erfolgen. Gay sagte bereits seinen Starts beim Diamond League Meeting in Monaco und den Welttitelkämpfen in Russland ab.

"Habe jemandem vertraut und wurde im Stich gelassen"

Ich habe keinen Bericht über Sabotage. Ich habe jemandem vertraut und wurde im Stich gelassen", sagte Gay mit tränenerstickter Stimme. Er habe nie wissentlich eine leistungssteigernde Substanz zu sich genommen. "Ich habe einen Fehler gemacht", gestand er im Trainingslager in Amsterdam ein.

Gay hat 2008 in Peking eine "100-prozentige Garantie" abgegeben, dass er nie eine positive Dopingprobe abliefern werde. Mit sauberen Sport wollte er die damals noch allgegenwärtigen jüngsten Dopingskandale der US-Leichtathletik vergessen machen.

In einem Interview hatte Gay garantiert, dass er seine Fans nie wie seine Landsleute Marion Jones oder Justin Gatlin mit einem positiven Dopingbefund enttäuschen werde. "Alles, was man im Verborgenen tut, kommt ans Licht. Man kommt nie damit durch, du wirst erwischt, egal wie sehr du es zu vertuschen versuchst", hatte der US-Amerikaner betont.

Nächster Dopingfall nach Campbell-Brown

Nach beschwerlichen Jahren (Probleme mit Bändern, Muskeln, Hüfte) hat Gay heuer eine starke Saison auf der Bahn über 100 und 200 m abgeliefert. Der Dreifach-Weltmeister von 2007 schien in der Form seines Lebens und ein ernsthafter Gegner von Bolt in Moskau im Kampf um die drei Kurzsprint-Goldmedaillen zu sein.

Der Dopingfall Gay kommt nur wenige Wochen nach jenem der jamaikanischer Supersprinterin Veronica Campbell-Brown. Die unter Dopingverdacht stehende amtierende 200-Meter-Weltmeisterin und dreifache Olympiasiegerin ist von ihrem Landesverband (JAAA) provisorisch gesperrt worden.

Die 31-Jährige soll am 4. Mai bei einem Meeting in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston positiv auf ein Diuretikum getestet worden sei. Gemäß der Nachrichtenagentur "Reuters" sei das verbotene Mittel in einer Creme enthalten gewesen, mit der die Athletin eines ihrer Beine eingeschmiert hatte.

USADA reagiert

Die USADA teilte in einer Stellungnahme mit, dass sie die Art und Weise schätze, wie Gay die Situation handhabe und dass er seine Teilnahme an Wettkämpfen freiwillig zurückgezogen habe, solange die ganzen Fakten rund um den Test erst ausgewertet werden müssen.

"Die B-Probe wird in Kürze ausgewertet", bestätigte die US-Anti-Doping-Agentur.

"Das ist keine Nachricht, die wir hören wollen. Zu keiner Zeit und über keinen Athleten", kommentierte Max Siegel, der Präsident des US-Leichtathletikverbandes (USATF), den Dopingfall. Man kenne die Fakten nicht. Das weitere liege bei der USADA, danach werde man den Fall entsprechend behandeln und eine Entscheidung treffen.

Karriereende kein Thema

Gay erklärte, dass er die Substanz nicht preisgeben könne und auch nicht, wie es zu dem positiven Test gekommen sei.

"Ich darf darüber nicht sprechen. Ich weiß genau, was passiert ist, aber ich kann jetzt nicht darüber reden." Seine Familie wisse, dass es "irgendeine Art von Unfall" gewesen sei.

An ein Karriereende denkt Gay indes nicht: "Ich hoffe, ich werde wieder laufen können. Aber ich werde jede Strafe wie ein Gentleman hinnehmen." Das alles sei hart für ihn, denn er sei immer ein dopingfreier Athlet gewesen.

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