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Speerwerferinnen treiben es auf die Spitze

Vivian Cheruiyot hat nicht nur ihren Titel über 5.000 m erfolgreich verteidigt, sondern sich nach dem Triumph über 10.000 m auch zur ersten Doppel-Weltmeisterin von Daegu gekrönt.

Hochklassigster Bewerb des siebenten Tages der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Südkorea war aber der Speerwurf der Frauen, in dem die Russin Maria Abakumova mit der Jahresweltbestleistung von 71,99 Metern nur um 29 Zentimeter unter dem Weltrekord blieb.

Jeter hat das Nachsehen

Die 27-jährige Cheruiyot fixierte ihren Erfolg in 14:55,36 Minuten vor Landsfrau Sylvia Kibet (14:56,21) und der äthiopischen Olympiasiegerin Meseret Defar (14:56,94).

"Ich bin unglaublich glücklich, dass ich jetzt beide Titel habe", jubelte Cheruiyot.

Die Jamaikanerin Veronica Campbell-Brown hielt über 200 Meter dem Ansturm von 100-m-Weltmeisterin Carmelita Jeter stand und siegte deutlich in 22,22 Sekunden. Hinter Jeter (22,37) Dritte wurde deren US-Landsfrau und Titelverteidigerin Allyson Felix (22,42).

Dramatik pur

Nicht nur hochklassig, sondern hochspannend verlief das Speerwerfen. Abakumova warf den Wettkampf ihres Lebens, da hatte sogar die tschechische Weltrekordlerin Barbora Spotakova trotz 71,58 m das Nachsehen.

Die drittplatzierte Südafrikanerin Sunette Viljoen erreichte mit 68,38 Kontinentalrekord.

Die Deutsche Christina Obergföll war letztlich völlig ohne Chance (Vierte/65,24).

Bekannter Überflieger

Zum vierten Mal den Glanz des Goldes sah der US-Amerikaner Dwight Phillips im Weitsprung, der 33-Jährige setzte sich mit 8,45 m vor Mitchel Watt aus Australien (8,33) und Ngonidzashe Makusha aus Simbabwe mit 8,29 m durch.

Einen Überraschungs-Weltmeister brachte das Kugelstoßen der Männer, der 21-jährige Deutsche David Storl triumphierte mit persönlicher Bestweite von 21,78 Metern vor Dylan Armstrong aus Kanada (21,64) und Andrei Mikhnevich aus Weißrussland (21,40).

Ohne Pistorius zu Silber

An die US-Herren ging auch das 4x400-m-Staffelrennen (2:59,31 Min.), Südafrika überraschte mit Silber (2:59,87), Bronze ging an Jamaika (3:00,10).

Südafrika hatte im Finale Hürdenläufer L.J. van Zyl gegenüber Prothesenläufer Oscar Pistorius den Vorzug gegeben.

Auf Vorgabe des Weltverbandes (IAAF) darf Pistorius nur als Startläufer eingesetzt werden, um andere nicht zu gefährden. Aus den Blöcken heraus verliert Pistorius aber zu viel Zeit.

Der 24-Jährige hatte als erster beinamputierter Läufer an einer Leichtathletik-WM teilgenommen. Als Teilnehmer am Vorlauf bekommt Pistorius aber ebenfalls eine Medaille.

Semenya auf Kurs Titelverteidigung

Im 800-Meter-Halbfinale erreichte die südafrikanische Titelverteidigerin Caster Semenya mit 1:58,07 Minuten die Topzeit.

Vor zwei Jahren in Berlin hatte die IAAF einen Geschlechts-Test für Semenya wegen ihrer männlichen Erscheinung angeordnet, seitdem steht sie im Fokus der Aufmerksamkeit.

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