Bolt hält sich nur beim Start zurück

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Usain Bolt ist einfach unverbesserlich. Wer einen nach dem Fehlstart über 100 Meter geknickten Athleten erwartet hatte, der sah genau das Gegenteil.

Der Weltrekordler bekam am Freitag bei der Leichtathletik-WM in Daegu wegen eines Defekts der Startpistole sogar sieben Minuten Extrazeit, um sein Talent als Unterhaltungskünstler zu zeigen.

Schaumgebremst war er nur beim Start. Danach zog der Jamaikaner über 200 m als Schnellster aller Teilnehmer in das Halbfinale der besten 24 ein (Freitag, 12.55 Uhr MESZ).

"Business as usual"

"The Lightning" hatte außer einem kurzen schriftlichen Kommentar nach seiner Disqualifikation im Sprint-Finale am Sonntag geschwiegen - und gab die Antwort auf der Bahn.

Die sportliche Leistung sprach für sich, und sonst ist alles wie gehabt. Der 25-Jährige unterhielt das Publikum mit Gesten, Blitz-Posen, Grimassen und quittierte die Jubelschreie und das Kreischen mit Applaus.

Dass im Lauf vor ihm die Startpistole den Dienst versagt hatte und die Athleten zum Warten verurteilt waren, brachte ihn nicht merklich aus der Ruhe.

Zum Schluss ganz vorne

Fast seelenruhig ging er aus den Startblöcken - Bolt hatte von allen 53 Läufern die zweilangsamste Reaktionszeit - und kam dennoch mit Abstand als Erster ins Ziel.

Der Olympiasieger und Titelverteidiger lag nach allen sieben Vorläufen mit 20,30 Sekunden vor dem US-Amerikaner Walter Dix (20,42), dem Ägypter Amr Seoud (20,44), Michael Mathieu von den Bahamas (20,46) und seinen Landsmann Michael Ashmeade (20,47).

Auf dem Weg vorbei an den Kamerateams und Journalisten machte Bolt mehrmals das Victory-Zeichen, er lächelte und deutete Daumen hoch. Wortlos verschwand er in den Katakomben.

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