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Erste Schritte von Usain Bolt in Daegu

Drei Goldmedaillen bei Olympischen Spielen 2008 in Peking, drei bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin und drei sollen es auch bei der WM 2011 in Daegu werden.

Usain Bolt hat am ersten WM-Tag mit 10,10 Sekunden im 100-m-Vorlauf die ersten lockeren Schritte in Richtung Sprint-Triple gemacht.

"Ich bin glücklich mit meinem Rennen. Ich habe getan, was ich tun wollte. Ich bin bereit, und ich will es zu Ende bringen", sagte Usain Bolt, der schon am Sonntag sein Versprechen wahr machen kann.

Alle Athleten hatten mit Gegenwind von bis zu 1,7 Metern pro Sekunde zu kämpfen, Bolt war in Vorlauf Nummer sechs mit dem wenigsten Gegenwind (-0,7) und markierte mit 10,10 auch die schnellste Zeit des Feldes.

"Zeit ist mir egal"

"Die Zeit ist mir egal. Ich habe mich großartig gefühlt, der Start war sehr gut", meinte der Jamaikaner, den die Kommentare egal sind, wonach viele ihn heuer verwundbar sehen.

"Sie können sagen, was sie wollen. Ich konzentriere mich, worauf ich will. Und das ist rauzugehen und zu gewinnen und der Welt zu zeigen, dass ich immer noch der Beste bin."

Die ersten sechs Medaillen bei den 13. Welttitelkämpfen gingen allesamt an Kenias Läuferinnen, im Marathon setzte sich beim Dreifachsieg Edna Kiplagat durch, über 10.000 beim Vierfacherfolg Vivian Cheruiyot.

Bolt ohne Gegner?

Er wolle als einer der besten Athleten aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingehen, und dafür müsse er auch die größten Wettkämpfe gewinnen, hatte Bolt vor WM-Beginn gesagt.

Weltrekorde schloss er dieses Mal aus, doch versprach er schnelle Zeiten, die den Sieg bringen werden.

Und beim Blick auf die Startliste konnten sich seine ohnehin lockeren Gesichtsmuskeln noch weiter entspannen, fehlten doch mit Asafa Powell sein Landsmann und der Jahresschnellste (9,78) sowie mit dem US-Amerikaner Tyson Gay der Zweite des Rankings (9,79) und damit ein weiterer starker Herausforderer.

"Dreams come true"

44.000 Zuschauer im Stadion erlebten zuerst eine farbenfrohe und musikalische Eröffnungsfeier, die unter dem Motto "dreams come true" stand, anschließend unterstützen sie Bolt stimmgewaltig beim Wahrwerden seiner Träume.

Der 25-Jährige ist als Superstar zur WM gekommen und will diesen Status bis zur Legende ausbauen. Er wirkte locker am Start und wie oftmals ein bisserl verspielt, riskierte während des Laufes einen Seitenblick, wie man es von ihm schon kennt, und trabte die letzten Schritte gemächlich ins Ziel.

Alle Jamaikaner im 100-Meter-Halbfinale

Im Halbfinale der Top 24 hat Bolt viel Gesellschaft aus dem eigenen Land, schafften doch auch Yohan Blake (10,12), Nesta Carter (10,26) und Michael Frater (10,26) jeweils als Vorlaufsieger den Aufstieg.

Schon am Samstagvormittag hatten sich übrigens 31 Athleten an einer Vorqualifikation über den Kurzsprint beteiligt, die Elite stieg erst am Abend mit der Vorrunde ein, Halbfinale und Finale stehen Sonntag (13.45 Uhr MESZ) auf dem Programm.

Kenias Läuferinnen räumen ab

In Daegu wehte den ganzen Tag ein frisches Lüftchen, wie Kenias Läuferinnen das Podest eroberten, kam aber einem Sturmlauf gleich.

Den WM-Auftaktbewerb sicherte sich am Vormittag die favorisierte Kiplagat, die sich im Marathon in 2:28:43 Stunden vor ihren Landsfrauen Priscah Jeptoo (2:29:00) und Sharon Cherop (2:29:14) durchsetze.

Erstmals in der WM-Geschichte gingen Gold, Silber und Bronze in dieser Disziplin an ein Land. Die 31-jährige Kiplagat, mit ihrem Ehemann, dem Läufer Gilbert Koech, hat sie zwei Kinder, ließ sich auch von einem Stolperer über Kollegin Cherop bei der Trinkstation wenige Kilometer vor dem Ziel nicht stoppen.

Titel wird mit Shoppen gefeiert

"Ich bin hingefallen, weil Cherop meinen Fuß erwischt hat. Ich habe schon befürchtet, mich verletzt zu haben, aber ich bin okay", sagte Kiplagat, die den Titel mit Shoppen feiern wird.

Am Abend gab es dann gleich die Plätze eins bis vier zu feiern, über 10.000 m triumphierte Vivian Cheruiyot in 30:48,98 Minuten vor Sally Kipyego (30:50,04), Linet Masai (30:53,59) und Priscah Cherono (30:56,43).

In beiden Rennen blieb Äthiopien nur der Platz dahinter. "Wir waren von den Marathon-Girls so inspiriert und wollten das Gleiche erreichen", sagte Cheruiyot, die in Daegu noch zur Titelverteidigung über 5.000 m antritt.

Prominente Opfer

Ein prominentes Opfer forderte die Stabhochsprung-Qualifikation der Männer, Olympiasieger und Titelverteidiger Steve Hooker schied bei 5,50 Meter mit einem "Salto nullo" aus.

Nach einer Knieoperation war es erst der dritte Wettkampf für den Australier in diesem Jahr, die Vorbereitungszeit hatte nicht gereicht.

Bei den Frauen erwischte es im 400-m-Vorlauf die britische 2008-Olympiasiegerin Christine Ohuruogu, die wegen Fehlstarts disqualifiziert wurde.

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