WM-Titel für Farah, Gatlin setzt die erste Duftmarke

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Mit der erfolgreichen Titelverteidigung über 10.000 m ist der Brite Mohamed "Mo" Farah am Samstag in die Leichtathletik-WM in Peking gestartet.

Die weiteren Goldmedaillen des Auftakttages gingen an Ghirmay Ghebreslassie aus Eritrea im Marathon und die Deutsche Christina Schwanitz im Kugelstoßen.

Justin Gatlin brachte sich in den 100-m-Vorläufen gegenüber Weltrekordler Usain Bolt in Front.

Fünftes Double als Ziel

Der 32-jährige Brite Farah hat erfolgreich den ersten Schritt zum fünften Langstrecken-Double seiner Karriere bei Großereignissen nach der EM in Barcelona (2010), Olympia in London (2012), der WM in Moskau (2013) und der EM in Zürich (2014) gemacht.

Weltweit hält er bei sechs großen Langstrecken-Titeln in Folge. 2011 bei der WM in Daegu hatte Farah über 10.000 m als Zweiter eine Niederlage hinnehmen müssen, die 5.000 m holte er sich, seitdem ist er bei internationalen Meisterschaften ungeschlagen.

Kein Fehlverhalten festgestellt

Im Olympiastadion von Peking gewann Farah in 27:01,13 Minuten vor den beiden Kenianern Geoffrey Kamworor (27:01,76) und Paul Tanui (27:02,83). "Es ist nicht einfach, in dieser Hitze 27 Minuten lang zu laufen", sagte Farah, der hofft, dass ihm der Rennverlauf nicht zu viel Energie gekostet hat. Die 5.000 m stehen am nächsten Samstag auf dem Programm.

Die WM-Vorbereitung hatte sich für Farah schwierig gestaltet. Nachdem in einer BBC-Dokumentation gegen seinen Trainer Alberto Salazar Dopingvorwürfe laut geworden waren, fühlte er sich erst psychisch nicht in der Lage, Rennen zu bestreiten.

Der britische Verband ließ die medizinische Daten des Athleten von einer unabhängigen Einrichtung analysieren. Es wurde kein Fehlverhalten festgestellt, Farah machte dennoch seine Blutwerte öffentlich.

Gatlin untermauert Favoritenstellung

Seine Position als Jahresschnellster im Sprint unterstrichen hat Gatlin. Als Vorlaufbester über 100 m zog er in 9,83 Sekunden in das Halbfinale der Top 24 ein. Der US-Amerikaner hatte allerdings 2,1 m/s Windunterstützung, Bolt kam in 9,96 bei minimalem Gegenwind von 0,2 m/s auf die gesamt fünftschnellste Zeit.

"Okay, aber nicht perfekt. Aber ich habe auch nicht erwartet, dass es großartig wird. Ich muss mich auf die Technik konzentrieren, darauf liegt jetzt mein Fokus. Aber definitiv ist das ein guter Start in die WM", meinte Bolt, dessen Saisonbestleistung bei 9,87 steht.

Die Läufe seiner Konkurrenten hat er mitverfolgt. "Ich weiß, dass es bei Gatlin leicht ging, aber so ist es nun mal. Das wird ein schnelles Halbfinale werden, aber ich mache mir keine Sorgen."

"Wollte den Ton angeben"

Gatlin machte kein Hehl aus seinen Ambitionen. "Ich wollte schon einmal den Ton angeben. Ich habe mich nach 50 m sicher gefühlt und musste nicht mehr alles geben. Damit habe ich genau das getan, was mein Trainer verlangt hat. Morgen werde ich alles geben", versprach der US-Amerikaner. Zwischen Gatlin und Bolt lagen nach der Vorrunde noch Trayvon Bromell (USA/9,91), Jimmy Vicaut (FRA/9,92) und Asafa Powell (JAM/9,95).

Die erste Goldmedaille bei den 15. Freiluft-Weltmeisterschaften hatte sich in der Früh der erst 19-jährige Ghirmay Ghebreslassie aus Eritrea gesichert, der seinem Land den ersten Titel in der WM-Geschichte überhaupt bescherte.

Er siegte in 2:12:28 Stunden vor dem Äthiopier Yemane Tsegay (2:13:08) und Munyo Solomon Mutai aus Uganda (2:13:30). Der Österreicher Edwin Kemboi landete in 2:28:06 an der 32. Stelle.

Erstes Gold für Deutschland

Der Titel im Kugelstoßen ging an die Deutsche Christina Schwanitz, die mit 20,37 m vor der Chinesin Gong Lijiao (20,30) und der US-Amerikanerin Michele Carter (19,76) gewann. Titelverteidigerin Valerie Adams aus Neuseeland war wegen Operationen an Schulter, Ellbogen und Knie nicht am Start.

Im Siebenkampf der Frauen liegt nach dem ersten Tag und vier Disziplinen die Britin Jessica Ennis-Hill mit 4.005 Punkten vor ihrer Landsfrau Katarina Johnson-Thompson (3.925) in Front.

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