Weidlinger und Mayr laufen Olympia-Norm

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Die beiden Oberösterreicher Günther Weidlinger und Andrea Mayr sind am Sonntag beim 30. Frankfurt-Marathon in souveräner Manier zum Olympia-Limit für die Spiele 2012 in London gelaufen.

Weidlinger blieb als 23. der Männer-Wertung in 2:12:23 Stunden 1:37 Minuten unter der vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) geforderten Norm, Mayr in 2:32:33 als 14. um 2:27 Minuten.

Sieger Wilson Kipsang verfehlte den Weltrekord in 2:03:42 Stunden nur um vier Sekunden.

Die richtige Strategie

Beide ÖLV-Rekordhalter waren nicht auf eine Verbesserung ihrer Topmarke losgegangen, das hat sich hinsichtlich des Olympia-Ziels ausgezahlt.

"Wenn ich schneller gestartet wäre, hätte ich die Möglichkeit gehabt, in die Nähe meiner Bestzeit zu kommen", meinte Weidlinger mit einem Seitenblick auf seine vor zwei Jahren in Frankfurt aufgestellte Topzeit von 2:10:47.

"Aber ich bin verhalten gestartet und es ist sehr gut gegangen. Ich hatte ein gutes Tempo."

Den Blinker raus

Etwa bei Kilometer 25 hatte der 33-Jährige Oberschenkel-Probleme, die haben sich aber rasch gegeben. "Bei Kilometer 30 war ich mir wegen des Olympia-Limits sicher."

Aufgrund guter Renneinteilung ging Weidlinger in Folge an vielen Läufern vorbei, bekam so zusätzliche Motivation. "Ich bin sehr glücklich. Ich habe gezeigt, dass ich es noch kann."

Neun Monate lang kann er sich nun gezielt auf seine vierte Olympia-Teilnahme vorbereiten.

Kurze Kotzpause

Auch Mayr äußerst sich überglücklich, da das Unterbieten ihrer ÖLV-Bestleistung von 2:30:43 für sie nie das primäre Ziel war.

"Ich bin es ziemlich schnell angegangen, da es so gut gegangen ist." Drei Kilometer vor dem Ziel musste die 32-Jährige aber stehenbleiben und mehrmals erbrechen.

"Das hat ein bisschen Zeit gekostet, aber ich habe es doch locker geschafft. Ich bin sehr zufrieden. Es ist für mich in einem Marathon noch nie so gut gelaufen wie heute. Die Freude ist riesig."

Sextett für Olympia

Damit sind bereits sechs österreichische Leichtathleten für Olympia qualifiziert. Davor hatten es schon Diskuswerfer Gerhard Mayer, Hürdensprinterin Beate Schrott, Speerwerferin Elisabeth Eberl und 1.500-m-Läufer Andreas Vojta geschafft.

In persönlicher Bestzeit von 2:15:58 Stunden kam der Oberösterreicher Christian Pflügl bis auf 1:58 Minuten an die Norm heran.

Er hatte vor dem Rennen erklärt, mit seiner Leistung überraschen zu wollen. Der Kärntner Roman Weger kam nicht ins Ziel.

In Schlagdistanz

Für Pflügl ist das Ziel Olympia nun greifbar. "Jetzt weiß ich, dass ich nächstes Jahr ernsthaft Richtung Olympia-Limit laufen kann. Heute bin ich absolut happy. Der Beginn war etwas unrhythmisch, aber es ist eine absolut tolle Bestzeit für mich."

Doch schon mit zwei Marathon-Teilnehmern gibt es für den nationalen Verband einen neuen Olympia-Rekord.

Knapp am Weltrekord vorbei

Die Schlagzeile des Tages schrieb aber Titelverteidiger Wilson Kipsang. Der 29-jährige Kenianer blieb in 2:03:42 nur vier Sekunden über dem fünf Wochen alten, in Berlin fixierten Weltrekord seines Landsmanns Patrick Makau.

"Ich bin mit der Zeit trotzdem absolut glücklich. Die Renneinteilung hat fantastisch gepasst", sagte Kipsang. Er war lange Zeit in einer guten Gruppe gelaufen, war im Finish aber auf sich alleine gestellt.

Gleich 14 Läufer kamen unter 2:10. Auch bei den Frauen gab es einen Streckenrekord, die Äthiopierin Mamitu Daska siegte in 2:21:59 Stunden.

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