Gatlin: Bier statt Brot und Tee

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Was sich die beiden gesagt haben? „Ich habe ihm gratuliert und er meinte, dass er bei seinem ganzen Herumblödeln diesmal ernst sein musste, weil ich der härteste Konkurrent bin, gegen den er je gelaufen ist“, schilderte Gatlin, dem es wichtig war, dem im Vorfeld konstruierten Duell ein sportliches Ende zu geben.

„Das ist ähnlich wie bei Wrestlern. Jeder weiß, dass da viel Show dabei ist, aber letztlich sind es zwei Sportler.“

Noch nicht das Ende der Fahnenstange

Trotz aller sportlicher Fairness geht der Wettstreit im Sprint ungebremst weiter. Die mittlerweile von Jamaika verdrängten US-Stars wollen sich ihren Rang wieder zurückholen.

Eine Aufgabe, die Gatlin aufgrund seines fortgeschrittenen Alters jedoch bestenfalls nur noch einleiten kann. Seine Nachfolger sieht der ehemalige Doping-Sünder aber auf einen guten Weg: „In den USA kommen viele gute Jungs nach.“

Diese neue Generation wird auch – so ist sich Gatlin sicher – die Jagd nach neuen Weltrekorden vorantreiben. „An der Spitze schiebt sich alles immer mehr zusammen. Es geht immer mehr in die Richtung, dass du dir keine Fehler erlauben darfst und dass du deine ganze Saison auf eine Top-Zeit ausrichten musst. Darum glaube ich, dass es auch in Zukunft neue Rekorde geben wird.“

Merritts zweites zu Hause

Einen neuerlichen Trainingsaufenthalt der US-Stars in Linz wird es gemäß der Einschätzung von Hürden-Olympiasieger Aries Merritt nicht mehr so schnell geben. „Wir waren in Linz, weil hier ähnliche Wetterbedingungen wie in Moskau herrschen“, so der 28-Jährige, der in Linz die 110m Hürden in 13,26 vor Dayron Robles (CUB/13,49) gewann.

Nach dem gleichen Auswahlmuster sei man bereits 2012 vor den Olympischen Spielen vorgegangen, wo ein Teil des Teams ebenfalls in der Stahlstadt Station gemacht hatte. „2015 ist die WM in Peking, also denke ich, dass wir uns wahrscheinlich irgendwo in China vorbereiten werden“, meinte Merritt, der Linz in sein Herz geschlossen hat.

„Es ist, als würde ich zu Hause laufen“, gestand die Frohnatur, die diesen Sommer insgesamt einen knappen Monat in der Landeshauptstadt verbracht hatte. Ein Wiedersehen zumindest auf Wettkampfebene sei somit durchaus wahrscheinlich.

Aus Linz berichten Stephan Schwabl und Reinhold Pühringer

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