Fulminantes Comeback der Gugl-Spiele

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Der Impuls, den Beate Schrott in London in der Leichtathletik ausgelöst hat, ist in Linz angekommen.

8.000 Zuschauer halfen Montagabend bei der Wiederbelebung der Traditions-Veranstaltung auf der Gugl mit.

Felix Sanchez aus der Dominikanischen Republik feierte seinen Sieg über 400 m Hürden wie Olympia-Gold, Hürdensprinterin Schrott brachte zum Abschluss des Meetings der "EAA Classic"-Serie über 100 m Hürden als Sechste in 13,08 Sekunden eine gute Leistung.

Gelungenes Comeback

Die ersten Gugl Games machten Lust auf mehr.

Auch wenn es mit der zehnten Zeit unter 12 Sekunden in diesem Jahr nichts wurde, den Titel "Star des Abends" hatte Schrott schon vor dem Rennen sicher.

Die 24-jährige Niederösterreicherin hat mit ihren Leistungen bei EM (Vierte) und Olympia (Achte) dem Sport auf "Bahn und Feld" neues Leben eingehaucht.

"Die Stimmung war großartig. Vor so einer Kulisse daheim zu laufen, ist ein Erlebnis. Jetzt verstehe ich noch mehr, wie es den britischen Athleten in London ergangen ist", sagte sie.

"Hätte gerne bessere Leistung gebracht"

Der Sieg im als Highlight zum Programmschluss angesetzten Rennen ging an die US-Amerikanerin Ginnie Crawford, die sich in 12,68 vor ihren Landsfrauen Queen Harrison (12,77) und Topfavoritin Kellie Wells (12,83) durchsetzte.

"Ich hätte gerne eine noch bessere Leistung gebracht, aber solange 13,0 steht, bin ich absolut zufrieden. Der Start war nicht optimal, ab der dritten Hürde war es dann ein gutes Rennen, aber die Zehntel, die ich anfangs verloren habe, konnte ich nicht mehr aufholen", meine Schrott.

In einem anderen Toprennen triumphierte Sanchez in 48,13 Sekunden vor Leford Green (JAM/48,89) und Michael Tinsley (USA/49,49).

"Partyboy" Sanchez freut sich

Er schnappte sich eine Landesfahne und zelebrierte die Ehrenrunde wie kürzlich jene in London, hüpfte auf das Podest und riss die Fans zu wahren Jubelstürmen hin.

"Leichtathletik ist mehr als Start und Ziel, du musste den Zuschauen was geben, sie wollen teilhaben", meinte Sanchez, der erst sein zweites Rennen nach den Sommerspielen bestritt.

"Um ehrlich zu sein war ich nach Olympia drei Tage daheim und habe drei Tage Party gemacht. Das erklärt meine schlechte Zeit zuletzt in Stockholm. Als ich hierherkam, habe ich erst einmal nur geschlafen", erklärte er.

Den Sieg genoss er, wie er heutzutage jeden genießt.

"Ich hatte eine so lange Durststrecke, ich weiß, wie schwer es ist, zu gewinnen. Das bedeutet alles für mich."

Heuer hat er noch das Diamond League Meeting in Zürich im Programm, ehe es in den Urlaub geht.

Weiterer Olympiasieger siegt

Über 400 m stellte Olympiasieger Kirani James (GRN) in 44,46 Sekunden einen neuen Stadionrekord auf, er verwies Jonathan Borlee (BEL/45,10) und Calvin Smith (USA/45,34) auf die weiteren Ränge. Prothesenläufer Oscar Pistorius (RSA/46,91) wurde Sechster.

"Mit der Zeit bin ich hochzufrieden, ich habe zu kämpfen gehabt, Borlee hat ganz schön Druck gemacht", meinte James.

Für Pistorius war es der Abschluss von Teil eins seiner Saison, er bereitet sich nun auf seine Einsätze bei den Paralympics in London vor.

Vojta schrammt knapp an ÖLV-Rekord vorbei

1.500-m-Spezialist Andreas Vojta schrammte über 1.000 m knapp am österreichischen Rekord vorbei, der Niederösterreicher blieb als Elfter in 2:18,34 Minuten nur 14/100 Sekunden über der Bestleistung von Robert Nemeth, die seit dreißig Jahren besteht.

"Das ist natürlich schade, dass es so knapp ist, aber es war eine super Zeit", sagte Vojta.

Persönliche Bestleistung für Dadic

Der kenianische Sieger Benson Seurei fixierte in 2:16,39 Weltjahresbestzeit, er löste damit Landsmann Timothy Sein ab, der erst am Samstag in Andorf 2:18,58 gelaufen war.

Olympia-Mehrkämpferin und ÖLV-Rekordlerin Ivona Dadic startete im Weitsprung, sie wurde mit 6,26 m Siebente und erreichte persönliche Bestleistung.

Der Diskuswurf der Männer ging mit 65,22 m an den Esten Gerd Kanter, der EM-Achte Gerhard Mayer kam mit 59,68 m an die sechste Stelle.

Jamaika-Triumph über 100 Meter

Der Jamaikaner Nickel Ashmeade gewann den 100-m-Sprint in 10,03 Sekunden vor seinen Landsleuten Michael Frater (10,13) und Jason Young (10,15).

Nicht am Start war US-Sprinter Justin Gatlin, der bereits mit Fieber in Linz angekommen und Sonntag wegen eines Kreislaufzusammenbruchs ins Krankenhaus eingeliefert worden war.

Nicht nehmen ließ er sich aber den Einzug als Gladiator ins Stadion - auf einem von zwei Pferden gezogenen Wagen.

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