Frage der richtigen Mischung

Aufmacherbild
 

Distelbergers Suche nach der richtigen Mischung

Aufmacherbild
 

Neid kommt auf, wenn Mann hört, mit wem sich Dominik Distelberger zuletzt das Trainingsgelände in der Südstadt teilte. Niemand geringerer als die fliegende Augenweide Darya Klishina absolvierte vor der EM einige Einheiten zeitgleich mit Österreichs derzeit bestem Zehnkämpfer.

Da Schönheiten, zu welchen die russische Weitspringerin zweifelsfrei zählt, auf das männliche Ego erfahrungsgemäß eine motivierende Wirkung haben, haben wir beim 24-Jährigen nachgefragt, ob seine Leistungen bei den letzten Trainings überdurchschnittlich gut waren.

Distelberger entgegnet uns ein herzhaftes Lachen. „Ich hab sie kaum gesehen. Sie war am anderen Ende der Anlage“, winkt der Athlet der Union Purgstall ab.

Unseren Vorschlag, den Speer möglichst nah zu ihr rüberzuschleudern, um ihn dann wieder holen zu müssen, tat Distelberger als keine gute Idee ab.

Klishina hin oder her – die Leistungen des Niederösterreichers können sich heuer jedenfalls sehen lassen. 8.168 Punkte und Rang sieben in Götzis sind mit Blick auf die am Dienstag beginnenden Leichtathletik-Europameisterschaften am Züricher Letzigrund vielversprechend.

Kein Vergleich zu 2012

Distelberger wird seine beiden Arbeitstage gleich am EM-Auftakt haben. Die Form scheint zu passen. Vier Staatsmeisterschafts-Medaillen in Einzel-Disziplinen, darunter ein Titel über die 110m Hürden, belegen das.

Die Marschroute für Zürich muss dennoch lauten, die Leistung von Götzis zu wiederholen. Sollte ihm das gelingen, schätzt er sich auf einen Platz um die Zehn herum ein. „Wobei es schwer vorherzusagen ist“, meint Distelberger mit einem Blick auf das Starterfeld.


Fest stehe für ihn nur, dass das Niveau höher sein werde, als vor zwei Jahren in Helsinki. „Die EM 2012 kann man schlecht als Vergleich heranziehen, weil damals die Olympischen Spiele in London direkt vor der Tür standen.“

Die Titelkämpfe in Finnland beendete der Heeressportler mit 7.611 Zählern an der 15. Stelle.

Sich selbst im Weg

Wie Distelberger selbst meint, habe der 8.000er schon länger in ihm geschlummert. Warum es bisher nicht damit geklappt hat, hat mehrere Gründe. Zum einen wurde der Athlet von Coach Herwig Grünsteidl immer wieder durch Verletzungen ausgebremst. Zum anderen stand er sich auch gerne mal selbst im Weg.

„Bei den vergangenen Europameisterschaften habe ich mir zu viel Druck gemacht.“ In Zürich will er es etwas „cooler“ angehen.

Um die richtige Mischung aus Anspannung und Lockerheit zu finden, vertraut Distelberger auf ein Ritual. Vor dem Tag des Wettkampfes probt er nicht nur drei Starts aus der Startmaschine, sondern genehmigt sich auch gemeinsam mit dem Trainer ein „Glücks-Seiterl“.

Reinhold Pühringer

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen