"Gold ist das oberste Ziel"

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Schubert: "Ich will endlich mein Vorstieg-Gold"

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Mit großen Erwartungen fliegen Österreichs Sportkletterer am Dienstag zur WM nach Frankreich, wo bereits einen Tag später in Paris die Titelkämpfe beginnen werden.

Immerhin hat der österreichische Wettkletterverband (ÖWK), der gleich 18 Athleten entsendet, durch Angela Eiter (Vorstieg) und Anna Stöhr (Bouldern) zwei Titelverteidiger am Start.

Zudem war die letzte WM in Arco (ITA) mit insgesamt fünf Medaillen die bisher erfolgreichste.

Starkes Team

Die größten Hoffnungen der österreichischen Mannschaft liegen in deren Paradedisziplinen Bouldern und Vorstieg.

Aber mit Barbara Bacher nominierte der ÖWK auch eine Athletin für die Kombination. Zudem stellt Österreich im Speedbewerb erstmals vier Starterinnen.

Und in der zum zweiten Mal ausgetragenen Disziplin Paraclimbing (Klettern für Behinderte) hat Österreich mit Andreas Holzer erstmals einen Starter.

"Gold ist das oberste Ziel"

Mit drei WM-Titeln (2005, 2007, 2011) ist Angela Eiter die Vorstiegskönigin.

Doch die Tirolerin konzentrierte sich in dieser Saison nur auf ausgewählte Wettkämpfe und startete durchwachsen in die Saison.

Beim Rockmaster in ihrem "Wohnzimmer" in Arco schaffte sie aber wieder den Sieg. "Das hat motiviert. Jetzt weiß ich, dass ich auch in Paris um eine Medaille mitkämpfen kann."

Noch höhere Ziele hat sich Teamkollegin Anna Stöhr, die vor knapp zwei Wochen den Pokal für den Sieg im Gesamtweltcup im Bouldern in München entgegennahm, gesetzt.

"Ich will meinen Titel verteidigen. Gold ist das oberste Ziel", bekannte die 24-jährige Tirolerin.

Neben dem WM-Titel im Vorjahr steht auch jener 2007 zu Buche, zudem holte Stöhr Bronze 2009 in China und im Vorjahr noch Silber in der Kombination, auf die sie in dieser Saison verzichtet.

Bricht Fischhuber den Gold-Bann?

Ihr Lebensgefährte Kilian Fischhuber wäre in Paris schon mit einer Medaille zufrieden.

"Im Bouldern ist die Spitze so eng, wenn ich das Finale der besten Sechs erreiche ist viel möglich", erklärte Fischhuber, "eine Medaille bei meiner wahrscheinlich letzten WM ist das Ziel. Am liebsten in Gold."

Fischhuber, der heuer im Boulder-Weltcup Zweiter wurde, hat bisher nur WM-Silber (2005).

Schubert konzentriert sich auf Vorstieg

Auf bisher nur eine WM-Medaille (Silber im Vorstieg 2011) kann Jakob Schubert verweisen.

Auch wenn der 21-jährige Innsbrucker Student heuer im Boulder-Weltcup für Furore sorgte, konzentriert er sich in Paris nur auf den Vorstieg.

"Der Zeitplan ist heuer dermaßen eng, da hätte ich im Bouldern zu viel Energie verschwendet. Ich will endlich mein Vorstieg-Gold, davon habe ich immer geträumt."

Außenseiterchancen im ÖWK-Team haben auch Magdalena Röck nach ihrer im Vorjahr überraschenden Bronzemedaille im Vorstieg, Lukas Ennemoser (Bouldern) und Mario Lechner (Vorstieg).

Premiere im Paraclimbing

Mit Andreas Holzer stellt Österreich erstmals einen Starter im Paraclimbing. 

Paraclimbing ist seit der WM im Vorjahr in Arco (ITA) eine eigene Disziplin der Sportkletterer.

"Wir sind froh, dass wir jetzt heuer auch einen eigenen Starter haben. Und noch dazu eine echte Stimmungskanone", betonte ÖWK-Generalsekretär Michael Schöpf.

Der 46-jährige Osttiroler Holzer, der seit seiner Geburt komplett blind ist, lebt seit drei Jahren vom Bergsteigen. Der verheiratete Lienzer ist durch Vorträge und sein Buch "Balanceakt - Blind auf die Gipfel der Welt" bekannt geworden.

"Bin rein gekugelt"

"Irgendwie bin ich da rein gekugelt, als wäre ich nicht gesichert gewesen", schilderte Holzer seine erste Berührung mit dem Sportklettern.

Auf der Durchreise zu einer Vortragsreihe in der Schweiz machte er im Sommer Halt in Imst und vertrieb sich die Zeit im dortigen Kletterzentrum. Holzer wurde sofort überredet für den ÖWK zu starten.

"In Paris will ich schauen, was los ist und die Atmosphäre in mich aufnehmen", hat sich Holzer zum Ziel gesetzt. Als behinderter Mensch sieht er sich nicht.

"Habe mir Videos angesehen"

"In meinem Sport sind ja alles Versehrte. Normale Menschen machen ja so was nicht und klettern auf die steilsten Berge", sagte er.

"Als Vorbereitung habe ich mir Videos von früheren Weltmeisterschaften angesehen. Und ich sage bewusst angesehen. Ich muss mich mit der Stimmung, dem Lärm, dem Krawall und der Musik auseinandersetzen. Das ist für uns Blinde nicht so einfach", erläutert Holzer.

Er habe am meisten Angst vor dem Gang zur Kletterwand: "Das ist Neuland für mich. Wenn ich dann die Wand mit den Händen berühre, habe ich wieder Boden unter den Füßen."

 

Das ÖWK-Aufgebot für die WM in Paris

Damen:
Vorstieg: Barbara Bacher, Angela Eiter, Johanna Ernst,
Katharina Posch, Magdalena Röck, Christine Schranz

Bouldern: Barbara Bacher, Sabine Bacher, Katharina Saurwein, Anna Stöhr

Speed: Barbara Bacher, Alexandra Elmer, Nina Lach, Stefanie Pichler

Kombination: Barbara Bacher

Herren:
Vorstieg: Mario Lechner, Jakob Schubert, Max Rudigier

Bouldern: Lukas Ennemoser, Kilian Fischhuber

Paraclimbing: Andreas Holzer

WM-Zeitplan, Entscheidungen

Freitag: 14.00 Uhr Paraclimbing
Samstag: 18.30 Bouldern Männer; 21.15 Vorstieg Damen; 22.15 Speed Damen

Sonntag: 13.00 Bouldern Damen; 15.45 Vorstieg Männer; 16.45
Speed Männer

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