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Wenn der beste Tag nicht reicht

Sie sagt, dass er ihr gut geht. Doch ihre Augen sagen etwas anderes.

Sabrina Filzmoser hat am Achtelfinal-Aus bei der Judo-Weltmeisterschaft schwer zu schlucken. Wer kann es ihr verdenken...

Die Niederlage gegen die US-Amerikanerin Marti Malloy schmerzt, zumal einige sehr unglückliche Kampfrichter-Entscheidungen den Ausgang maßgeblich beeinflusst haben. Die 31-Jährige will das allerdings nicht als Ausrede gelten lassen.

„Ich brauche mich nicht auf die Kampfrichterin ausreden. Ich war halt einfach nicht im Stande, sie mit meinen eigenen Mitteln zu schlagen“, schüttelt die Welserin, die damit vorzeitig ausschied, den Kopf.

Kleinere und größere Rätsel

Besonders ärgert sich Filzmoser, dass ihr das US-Girl aus einem Festhalter, den die Kampfrichterin erst unverständlich spät als solchen auch anerkannte, entwischte: „Da habe ich eine Riesenchance vergeben.“

Und was war mit dem Würger kurz danach?

„Ich kann mir nicht erklären, warum da unterbrochen wurde. Für mein Gefühl war ich voll drinnen“, kommt bei der an Nummer drei Gesetzten dann doch der Ärger über die Entscheidungen des Kampfgerichts durch.

Die etwas umstrittene Yuko-Wertung, die Fizmoser rund eine Minute vor Ende des Kampfes abgab und die letztendlich ihr Ausscheiden besiegelte, war ihr ebenso ein kleines Rätsel.

„In der Situation war das für mich nur ein Übergang vom Stand- in den Bodenkampf.“ Was im Judo keine Wertung wäre. „Doch Udo (Teamchef Quellmalz; Anm.) hat mir danach gesagt, dass es auch für ihn ein tatsächlicher Yuko war.“

Voraussetzungen waren da

In Paris-Bercy, ihrer Lieblings-Halle, die Finalveranstaltung nur von der Tribüne aus mitzuverfolgen, fällt Filzmoser nicht leicht.

Schuld daran habe aber keinesfalls die Vorbereitung. „Diesbezüglich kann ich mir keinen Vorwurf machen. Ich könnte mir keine bessere Verfassung für eine WM vorstellen.“

Lediglich zu zaghaft und zu unentschlossen sei sie gewesen.

Nicht viel vor

Bei der Frage „Was folgt nach der WM?“ bläst Filzmoser durch. „Darüber habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht“, erklärt sie.

Zu fokussiert sei sie auf die WM gewesen, weshalb sich auch Olympia für sie noch keine große Rolle spiele.

Im Herbst werde sie ein bis zwei Turniere kämpfen, mehr wohl nicht. Aufgrund ihrer vielen Olympia-Punkte ist auch nicht mehr notwendig.

Warm-up mit Olympiasieger

Für Peter Scharinger, dem zweiten ÖJV-Starter am Mittwoch, sieht es in Sachen in Olympia-Quali freilich nicht so rosig aus wie für Filzmoser.

Dem Mühlviertler, der in der Weltrangliste knapp hinter dem Kontingent für London liegt, wird sein Drittrunden-Aus bei der WM in Paris punktemäßig leider nicht weiterhelfen.

Zumindest in Sachen Erfahrung konnte der 25-Jährige bei seiner zweiten WM-Teilnahme aber gewinnen.

Zumal er bei seinem Ausscheiden gegen Doppel-Europameister Joao Pina stark verbessert auftrat. Damit wollte der Heeressportler beweisen, dass er aus den beiden jüngsten Weltcup-Niederlagen gegen den Portugiesen gelernt hat.

„Dabei hatte ich gehofft, dass aller guten Dinge drei sind“, so ein enttäuschter Scharinger, der letztlich mit einer Waza-ari-Wertung verlor.

Daran konnte auch ein prominenter Aufwärm-Partner nichts ändern. Denn aus Mangels an gleich schweren österreichischen Kämpfern vor Ort hatte sich Scharinger kurzerhand Olympiasieger Elnur Mammadli (AZE) zum scharf machen geangelt.

Und der muss es ja schließlich wissen, wie man sich für Olympische Spiele qualifiziert.

Reinhold Pühringer

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