Die Trostrunde bleibt trostlos

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Die Trostrunde bleibt weiterhin trostlos

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Auch am vierten Tag der Judo-WM gingen die Medaillen-Kämpfe in Chelyabinsk ohne österreichische Beteiligung über die Bühne.

Einen Tag nach Sabrina Filzmoser landete Kathrin Unterwurzacher ebenfalls auf dem siebenten Platz.

Hilde Drexler schied im Achtelfinale und Marcel Ott mit einer Knie-Verletzung aus.

Souveräner Beginn

Unterwurzacher hatte zu einem Medaillen-Kampf in der Klasse bis 63 kg nur ein weiterer Sieg gefehlt. Die mit einem Freilos ausgestattete Tirolerin wirkte in der Vorrunde gegen Wisneybi Machado (VEN/Ippon für Festhalter) und Andrea Gutierrez (MEX/Waza-ari für Opferwurf) souverän.

Im Viertelfinale geriet die U23-Europameisterin jedoch gegen Anne-Laure Bellard (FRA) früh durch eine Waza-ari-Wertung in Rückstand, was der schwer zu werfenden Französin enorm in die Karten spielte. Dem 22-jährigen ÖJV-Ass gelang es nur noch, ein Yuko durch einen Konter gutzumachen. Mehr war nicht mehr drinnen.

Ein ähnliches Bild auch in der darauffolgenden Trostrunde, in der es mit Edwige Gwend (ITA/1:1 im Head-to-Head davor) gegen eine gleichwertige Gegnerin ging. Die Italienerin nutzte eine Unachtsamkeit am Boden und hielt die Heeressportler 14 Sekunden lang fest, was ihr ein Yuko bescherte. Unterwurzacher erhöhte infolge zwar Tempo und Risiko, blieb jedoch erfolglos.

Spittka: „Ein Schritt nach vorne“

„Beide wären schlagbar gewesen. Das waren Fehler von mir“, bilanzierte Unterwurzacher. Bei Gwend habe sie die Boden-Situation, die zum letztlich entscheidenden Festhaltegriff führte, schlichtweg unterschätzt. „Ich hatte ja sogar angegriffen.“

Bundestrainer Marko Spittka sah es ähnlich: „Kathrin hat zwei kleine Fehler gemacht und die werden bei einer WM bitter bestraft. In Sachen Aggressivität und Taktik war es aber eine hervorragende Leistung, weshalb ich diesen siebenten Platz dennoch als Schritt nach vorne sehe. Was noch fehlt, ist die Erfahrung. Sie muss noch abgebrühter werden.“

Endstation Achtelfinale

Für Hilde Drexler war in der gleichen Gewichtsklasse im Achtelfinale Endstation. Die 30-Jährige musste sich der unangenehm zu kämpfenden Deutschen Martyna Trajdos mit 0:2 in Shido-Bestrafungen geschlagen geben. „Unsere Taktik war, dass ich Trajdos, die immer in einer extremen Links-Auslange dasteht, mit dem Bein zuvorkomme, aber das ist mir heute einfach nicht gelungen“, meinte eine im Anschluss unzufriedene Drexler.

Die Wienerin, die einen Platz unter den besten Sieben angestrebt hatte, setzte sich zuvor gegen Szandra Szogedi (GHA) und Zamzagul Faizonallova (KAZ) jeweils mittels Bestrafungen aus.

Spittka stufte Drexlers Achtelfinaleinzug als „sehr taktisch gestaltete“ Leistung ein. „Bei ihr hat heute das Quäntchen Mut zum Angriff gefehlt. Nichtsdestoweniger ist es erfreulich, dass sie soweit nach vorne gekommen ist.“

Ott verletzt sich am Weg zum zweiten Sieg

Großes Pech für Marcel Ott. Der Wiener, der zum Auftakt der Klasse bis 81 kg den Letten Konstantis Ovchinnikovs mit Shido-Bestrafungen ausschaltete, lag in seinem Zweitrunden-Duell mit dem Polen Lukasz Blach auf Siegeskurs, als er sich am linken Knie verletzte.

Der 24-Jährige versuchte zunächst noch weiterzukämpfen, musste aber rund eine Minute später dann doch vorzeitig aufgeben. „Es ist einfach nicht mehr gegangen“, erklärte Ott, der ein Krachen im Gelenk gehört hat. Eine erste Diagnose deutete auf einen Innenband-Verletzung hin.

Ob es durch- oder abgerissen ist, könne laut Physio-Therapeuten Othmar Haag aber erst nach einer MRT-Untersuchung gesagt werden. Eine Kreuzband- sowie Meniskus-Verletzung könne nach dem aktuellen Stand noch nicht ausgeschlossen werden.

Am Freitag ruhen die rot-weiß-roten Hoffnungen auf Bernadette Graf, die bis 70 kg gegen die gebürtige Niederländerin Esther Stam (GEO) beginnt. Am Samstag macht Daniel Allerstorfer (+100 kg) den Abschluss.

Aus Chelyabinsk berichtet Reinhold Pühringer

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