Bernadette Graf lässt "große Chance" aus

Aufmacherbild
 

Mit Bernadette Graf schied die letzte große ÖJV-Hoffnung auf eine Medaille bei der Judo-WM in Chelyabinsk im Achtelfinale aus.

Nach einem Freilos sowie einem Sieg in der Verlängerung über Esther Stam (GEO) scheiterte die Tirolerin in der Klasse bis 70 kg gegen die EM-Dritte Barbara Matic (CRO) mit Bestrafungen.

Bundestrainer Marko Spittka äußerte Unmut über Referee-Entscheidungen.

Weltranglisten-Zweite aus dem Weg geräumt

„Die Chance auf einen Platz weit vorne war heute wirklich groß“, sagte Graf und meinte damit, dass ihre Viertelfinal-Gegnerin nicht die ursprünglich erwartete Weltranglisten-Zweite Laura Vargas-Koch (GER), sondern die einfacher schlagbar scheinende Katarzyna Klys (POL) gewesen wäre. Die Polin hatte die Deutsche überraschend aus dem Turnier geworfen.

Einen Strich durch die Rechnung machte Graf dabei jedoch Matic. Im Duell der beiden Drittplatzierten der diesjährigen EM behielt die Kroatin aufgrund zweier Bestrafungen knapp die Oberhand.

Dabei hätte die ÖJV-Athletin eine halbe Minute vor dem Ende den Kampf durch einen Beinwurf beinahe noch gedreht. „Aus meiner Sicht war das ein klares Yuko“, konnte der direkt davor sitzende Coach Marko Spittka seinen Ärger über die nicht gegebene Wertung nicht verbergen.

Ein Fehlgriff

Bereits die zweite Shido-Strafe, welche die 22-Jährige gehörig unter Zugzwang brachte, sorgte für Unverständnis. Der Kampfrichter hatte damit laut seinem Handzeichen einen unerlaubten Griff Grafs geahndet.

Was konkret falsch gewesen sei, wissen Graf und Spittka nicht. Für die ehemalige Junioren-Weltmeisterin war es im dritten Vergleich mit Matic die erste Niederlage.

Trotz des Ärgers will sich Spittka aber nicht in Reklamationen verlieren: „Uns hilft kein Hätte, Wenn und Aber. Unterm Strich stehen bei ihr ein Sieg und eine Niederlage zu Buche. Vom Einsatz und vom Willen hat es gepasst und auch die taktische Richtlinie hat sie eingehalten.“

In der Verlängerung

Den Sieg hatte Graf gegen die für Georgien startende Niederländerin Esther Stam eingefahren. Da es nach Ablauf der vierminütigen Kampfzeit Unentschieden stand, ging es in die Verlängerung (Golden Score), in der der Heeressportlerin durch einen links eingedrehten Hüftwurf die entscheidende Waza-ari-Wertung gelang.

Dass es gegen Stam etwas länger dauerte, davon hatte sich Graf nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Ich wusste, dass sie mit Fortdauer körperlich abbaut.“

Für Österreich gehen die Weltmeisterschaften am Samstag mit Daniel Allerstorfer zu Ende. Der 21-Jährige ist im Schwergewicht (+100 kg) gegen den ehemaligen Open-Weltmeister Daiki Kamikawa (JPN) klarer Außenseiter. Beim abschließenden Team-Event am Sonntag stellt Österreich keine Mannschaft.

Aus Chelyabinsk berichtet Reinhold Pühringer

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen