Des Judos goldene Zukunft

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Sabrina Filzmoser, 31. Ludwig Paischer, 29. Unsere Judo-Aushängeschilder werden nicht jünger.

Und je älter sie werden, umso mehr drängt sich die Frage auf, wer danach kommt? Wird Österreich auch nach dem Karriereende der beiden über Erfolge auf den Matten dieser Welt jubeln können?

Ja, es kann. Die Antwort gaben die rot-weiß-roten Junioren, die bei der am Wochenende im belgischen Lommel über die Bühne gegangenen U20-EM mit zwei Titeln ein dickes Ausrufezeichen setzten.

Bernadette Graf (bis 70 kg) und Daniel Allerstorfer (über 100 kg) hievten Österreich auf den vierten Platz im Medaillenspiegel und machten uns zur besten West-Nation. „Einfach fantastisch und unglaublich“, staunt auch Erwachsenen-Teamchef Udo Quellmalz im Gespräch mit LAOLA1.

Zu Zeiten von Filzmoser und Heill

Ein derartiges Ergebnis kommt in den ÖJV-Annalen nur selten vor. Das letzte Mal liegt 13 Jahre zurück, als Sabrina Filzmoser und Claudia Heill in Bukarest das gleiche Kunststück gelang.

Zurück aber in die Gegenwart: Zwar schaffte neben Graf und Allerstorfer kein weiterer ÖJV-Athlet den Sprung auf das Podest, doch mit einem fünften (Sarah Mairhofer) und drei siebten Rängen (Gabor Geier, Kathrin Unterwurzacher und Nicole Kaiser) klassierten sich vier weitere im Vorderfeld.

Nachdenklich stimmte da nur die Tatsache, dass sich in den traditionell sehr stark besetzten mittleren Herren-Gewichtsklassen kein einziger Österreicher für Lommel qualifizierte.

Unterschiedliche Entwicklungen

Quellmalz darf sich angesichts der nachrückenden Asse schon die Hände reiben. Graf zählt bei den Erwachsenen ohnehin schon als fixer Bestandteil des Teams. Bereits 2009 machte sie als 16-Jährige mit einem fünften Rang beim Heim-Weltcup in Wien auf sich aufmerksam.

Bei Allerstorfer sieht es da etwas anders aus. Der Mühlviertler kam international bislang vorwiegend bei den Junioren zum Einsatz.

Quellmalz erklärt, warum: „Wir müssen ihn behutsam aufbauen. Im Schwergewicht verläuft das etwas anders als in den übrigen Gewichtsklassen, da dauert es immer etwas länger. Überstürzen darf man da nichts, das bringt nichts.“

Respekt einflößend

Entscheidend für die langsamere Entwicklung ist vor allem der Faktor Kraft, der, je schwerer es wird, eine umso größere Rolle spielt und bei Junioren noch nicht voll ausgereift ist. Augenscheinlich war jedoch, dass Allerstorfer insbesondere im EM-Finale gegen den Georgier Levani Matiashvili durch seine überlegene Physis punktete.

Das Auftreten des 18-Jährigen imponierte auch Kommentator Sheldon Franco-Rooks, der meinte: „Allerstorfer ist ein Typ, dem man lieber nicht in der Dunkelheit begegnen möchte.“

Das grimmige Gesicht trägt der Heeressportler allerdings nur auf der Matte. Abseits davon sind es rund 110 Kilogramm Freundlichkeit.

Bezüglich seines Weltcup-Debüts kann es sich nur noch um eine Frage der Zeit handeln. „Nächstes Jahr findet der Heim-Weltcup der Herren in Oberwart statt“, meint Quellmalz kryptisch.

Reinhold Pühringer

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