Krssakova wechselt für drei Monate nach Japan

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Die Nummer fünf und die Nummer zwölf der Weltrangliste.

Es stimmt schon, Österreichs Sommersport hat nur in wenigen Fällen ein Luxus-Problem. Die Judo-Gewichtsklasse bis 63 kg ist aber genau so einer. Kathrin Unterwurzacher, die am Samstag ihren ersten Grand-Slam-Titel holte, und Hilde Drexler liefern sich ein Rennen auf hohem Niveau um einen Olympia-Startplatz.

Doch damit nicht genug, schickt sich mit Magda Krssakova bereits die nächste ÖJV-Dame an, in der ehemaligen Klasse von Claudia Heill an die Weltspitze vorzustoßen.

Die 21-Jährige, aktuell 65. im Ranking, fällt jedoch bei großen World-Tour-Turnieren oft der Starterbeschränkung (nur zwei pro Land) zum Opfer.

Krssakova geht nun einen etwas anderen Weg. Für drei Monate wird sie ihre Zelte in Österreich abbrechen und von Ende September bis Ende Dezember in Japan neu aufschlagen. Durch eine einmalige Gelegenheit darf sie in Tokio bei einem der renommiertesten Werksteams Japans mittrainieren. Eine Gelegenheit, bei deren Einfädlung auch Sabrina Filzmoser ihre Finger mit im Spiel hatte.

Stark und freundlich

Filzmoser-Selfie von den finalen Gesprächen mit Komatsu

Filzmoser pflegt gute Kontakte zum Komatsu-Team, welches vom gleichnamigen Industrie-Konzern gesponsert wird. Gemeinsam mit Nationaltrainer Marko Spittka vertieften sie die Kontakt-Pflege mit dem Ziel, eine Athletin unterbringen zu können.

„Diese Idee ist beim letzten Aufenthalt hier entstanden“, schildert Spittka. „Die Trainingsgruppe hier ist ein Wahnsinn.“

Krssakova, die im Vorjahr zwischenzeitlich die Junioren-Weltrangliste anführte, war dafür sofort Feuer und Flamme. „Dort trainieren einige der Besten der Welt“, freut sie sich auf ihr Fernost-Abenteuer. Unter anderem steht mit Nae Udaka die regierende Weltmeisterin der Klasse bis 57 kg in den Reihen Komatsus.

Sonst weiß Krssakova, die mit einem fünften Platz beim Grand Prix in Düsseldorf heuer bereits aufzeigte, noch nicht allzu viel über ihre neue Trainingsgruppe. Mit einem Schmunzeln ergänzt sie noch: „Sabsi hat gesagt, das ist das freundlichste Team von ganz Japan.“

Big-Points in Rabat

Krssakova winkt nach den Spielen in Rio ein mehr oder weniger fixer Startplatz auf der World Tour. Es steht im Raum, dass sich die dann 32-jährige Drexler vom internationalen Geschehen zurückzieht.

Derzeit weilen beide sowie das gesamte heimische Damen-Team im Rahmen eines Trainingslagers in Tokio. Dies dient zur Vorbereitung auf das Masters am 23. und 24. Mai in Rabat (MAR). Spittka: „Die Trainingsbedingungen sind absolut top. Für die Mädels ist das Goldstaub!“

Für das Masters, bei dem nur die besten 16 der Weltrangliste jeder Gewichtsklasse startberechtigt sind, werden mit 700 Punkten (bei Titel) mehr Zähler vergeben als etwa bei den Grand Slams (500). Nur bei Weltmeisterschaften (900) und Olympischen Spielen (1.000) gibt es noch mehr.

Da mit einem gewonnen Kampf in Rabat beinahe so viele Punkte wie bei einem Grand-Prix-Podest eingefahren werden können, genießt das Turnier für die Olympia-Qualifikation logischerweise höchste Priorität.

Mit Filzmoser (als Nummer 6 gesetzt), Unterwurzacher (4.), Drexler, Bernadette Graf (5.), Ludwig Paischer und Daniel Allerstorfer haben sich sechs Österreicher für Rabat qualifiziert.

Für Krssakova ist das noch Zukunftsmusik.

 

Reinhold Pühringer

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