Paischer verpasst 8. EM-Medaille

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Paischer schrammt an EM-Bronze vorbei

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Österreichs Judoka beenden den ersten Tag der Judo-EM im russischen Chelyabinsk ohne Medaille - und das, obwohl mit Ludwig Paischer und Sabrina Filzmoser die vielleicht aussichtsreichsten Podest-Anwärter an den Start gehen.

Knapp dran an seiner insgesamt achten EM-Medaille ist Paischer. Der Salzburger verliert bis 60 kg gegen Amiran Papinashvili (GEO) den Kampf um Bronze und wird Fünfter.

Nach Siegen über Michael Iten (SUI) und Mikos Salminen (NED) unterliegt der 30-Jährige im Viertelfinale Titelverteidiger Georgiy Zantaraya (UKR). In der Trostrunde folgt ein Erfolg über Betkil Shukvani (GEO).

Für Filzmoser endet der Traum von der Titelverteidigung im Achtelfinale der Klasse bis 57 kg. Dort wird die Welserin von Sarah Clark (GBR) aus dem Turnier gekontert.

Ebenfalls in der Runde der letzten 16 wird Tina Zeltner von Hedvig Karakas (HUN) festgehalten. Beide überstehen zuvor eine Runde.

Lupo kommt nur langsam auf Touren

Paischer startet eher verschlafen in das Turnier, steigt in der 1. Runde gegen Michael Iten aus der Schweiz bereits nach wenigen Sekunden Yuko für tiefen Schulterwurf (Seoinage) ab. Dem noch nicht genug, fliegt der zweifache Europameister nach eineinhalb Minuten auch noch eine Waza-ari-Wertung für eine Opfertechnik.

Dann ist er aber endgültig wach und dreht die Partie noch um, indem er einen Angriff Itens sehenswert übernimmt (Uchi-mata Sukashi).

Der 31-Jährigen wird in Folge aber ein unbedachter eigener Angriff zum Verhängnis, bei dem sie (mit Ura-nage) nach hinten auf Ippon gekontert wird.

Durch das Aus im Achtelfinale bleibt ihr auch die Teilnahme an der Trostrunde verwehrt, wofür zumindest der Einzug ins Viertelfinale nötig gewesen wäre.

In der ersten Runde spielt die Heeresportlerin ihre Überlegenheit im Griffkampf aus, dominiert Ilieva klar. Den Gar macht die frischgekürte Sportlerin des Jahres ihrer Gegnerin aber im Boden mit ihrem Spezial-Festhalter aus.

Frecher Auftakt

Völlig ohne Respekt präsentiert sich Tina Zeltner. Die Trainer-Tochter vom JC Wimpassing macht zum Auftakt mit der Ukrainerin Tetyana Levytska kurzen Prozess.

Nach einem Waza-ari-Wurf hält die 19-Jährige die Dritte des Weltcups in Prag kurz fest, ehe sie die Angelegenheit mit einem Würgegriff finalisiert.

Im Achtelfinale bekommt der Olympia-Zweite gegen Mikos Salminen zunächst einen Schlag auf die Nase, muss kurz verarztet werden.

Gegen den für einen 60er verhältnismäßig großen Niederländer kommt Paischer im Griffkampf gut zurecht, hat allerdings Probleme, mit seinen Würfen zu punkten. Darum macht er es am Boden, wo er Salminen nach einer Umdrehtechnik, die ausgerechnet durch einen Kämpfer von Liga-Erzfeind UJZ Mühlviertel bekannt wurde, festhält.

Zantaraya zu stark

Viertelfinal-Gegner Georgiy Zantaraya scheint für Paischer zumindest an diesem Tag eine Nummer zu groß zu sein. Der Titelverteidiger aus der Urkaine kommt durch einen Beinwurf (O-uchi-gari) früh zu einer Waza-ari-Wertung.

Zwar ist Paischer in Folge bemüht, ernsthaft gefährden kann er den Weltranglisten-Driten allerdings nicht.

Am Boden gelingt es dem 30-Jährigen einmal, sein Gegenüber zu drehen, den Haltegriff kann er allerdings nicht fixieren, womit es bis zum Ende der fünfminütigen Kampfzeit beim Waza-ari-Rückstand bleibt.

Gegen zwei Seisenbacher-Schützlinge

In der Trostrunde setzt sich Paischer gegen Shukvani abermals mittels Festhalter durch. Gegen den zweiten Seisenbacher-Schützling, Papinashvili, hat er dann allerdings das Nachsehen.

Nach einer Yuko-Führung durch Beinfeger (Ko-uchi-gari) landet er bei einem mächtigen Innenschenkel-Wurf, für den es Waza-ari für den Georgier gibt, auf dem Kopf. Mit einem tiefen Schulterwurf - ebenfalls Waza-ari - fixiert Papniashvili letztendlich den Sieg.

Aus allen EM-Träumen gekontert

Filzmoser beginnt gegen die routinierte Clark taktisch clever und geht durch zwei Passivitäts-Bestrafungen mit einer Yuko-Wertung in Führung.

Danach ist für Zeltner allerdings Schluss. Im Achtelfinale muss sie sich der vierfachen Weltcup-Siegerin Hedvig Karakas (HUN) durch Beinfeger (Yuko) und anschließendem Festhalter (Ippon) geschlagen geben.

Olympia-Aspiranten ab Freitag

In Bezug auf die Olympia-Qualifikation ist aus österreichischer Sicht am Donnerstag keine Entscheidung gefallen.

Während Paischer und Filzmoser aus den jeweiligen Weltranglisten-Kontingenten nicht mehr verdrängt werden können, ist selbiges für Zeltner außer Reichweite.

In puncto London-Tickets wird es am Freitag erstmals spannend, wenn mit Hilde Drexler (bis 63) und Peter Scharinger (bis 73) zwei der drei Olympia-Aspiranten (Max Schirnhofer am Samstag) auf die Matte steigen.

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