Eintracht nach dem "Hass-Gipfel"

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Haye siegt bereits in Runde fünf durch K.o.

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Als alles vorbei war, lagen sie sich in den Armen und plauderten einträchtig miteinander: David Haye gewann den umstrittenen Boxkampf gegen Dereck Chisora durch K.o.

Der 31-jährige Brite bezwang seinen Landsmann Samstagnacht vor 30.000 Zuschauern im Upton Park von London, dem Stadion von West Ham United, vorzeitig in der fünften Runde und meldete sich damit zurück im Rennen um einen WM-Kampf im Schwergewicht.

K.o. in Runde 5

37 Sekunden vor dem Gong schickte der "Hayemaker" Chisora per rechtem Hacken auf die Bretter. Der 28-Jährige wurde angezählt, raffte sich bei acht wieder hoch, konnte sich aber nur mit Mühe auf den wackeligen Beinen halten.

Haye witterte seine Chance und setzte mit schnellen Schlägen nach. Eine harte Links-Rechts-Kombination knippste bei seinem Kontrahenten dann endgültig das Licht aus. Chisora ging abermals zu Boden und wurde diesmal vom Ringrichter ausgezählt.

"Ich habe großen Respekt", sprach der Sieger in Richtung Chisora. Der Unterlegene gestand indes ein, der Bessere habe an diesem Abend gewonnen.

Versöhnung nahc dem Fight

"Es gab vorher viel böses Blut. Aber wir beide sind in den Ring gestiegen und haben unser Leben riskiert, um die Leute zu unterhalten. Sagt den Klitschkos, David Haye ist die Nummer eins. Wenn er der Welt einen großen Kampf liefern will - ich bin hier", posaunte der Ex-Weltmeister im Cruiser-und Schwergewicht, der seinen ersten Kampf seit Juli 2011 bestritt und 26. Sieg im 28. Profikampf feierte.

Nach der Punkteniederlage gegen Wladimir Klitschko in Hamburg war Haye für ein Jahr zurückgetreten. Nun winkt eine neue WM-Chance gegen Vitali Klitschko, sollte der bald 41-jährige Ukrainer seinen WBC-Titel am 8. September in Moskau erfolgreich gegen den Deutschen Manuel Charr verteidigen.

"Ich nehme es nicht persönlich. Ich hatte viel Spaß, die englischen Fans hatten viel Spaß", sagte Chisora, der die vierte Niederlage im 19. Profikampf und die dritte in Serie kassierte.

"Die beiden haben ihre Differenzen geklärt und all den Blödsinn, der in Deutschland passiert ist, begraben", erklärte Veranstalter Frank Warren.

Vorgeplänkel sorgte für Aufmerksamkeit

Der Kampf, bei dem es um keinen Titel ging, war als "Hass-Duell" angekündigt worden und bezog seinen Reiz aus einer Schlägerei außerhalb des Ringes vor fünf Monaten in München.

Nach der Niederlage Chisoras gegen Vitali Klitschko am 18. Februar waren Haye und Chisora auf der Pressekonferenz nach dem Kampf publikumswirksam mit Flaschen und einem Kamerastativ aufeinander losgegangen. Haye hatte den Kampf in München für einen britischen TV-Sender kommentiert.

Da der britische Profiboxverband BBBofC Chisora nach den Vorfällen von München, wo der "Del Boy" auch noch mit einer Ohrfeige beim Wiegen gegen Vitali Klitschko sowie einer Spuckattacke auf dessen Bruder Wladimir unmittelbar vor Kampfbeginn negativ aufgefallen war, die Lizenz entzogen und Haye nach seinem offiziellen Rücktritt keine Lizenz mehr besessen hatte, wurde der Kampf unter Aufsicht des Box-Verbandes von Luxemburg ausgetragen.

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