Wenn's nicht läuft ...

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Die Verlierer des Sportjahres 2014 - International

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Wenn's nicht läuft, dann läuft's nicht. Allesamt starteten sie mit großen Erwartungen in das Jahr 2014, allesamt wurden sie enttäuscht.

LAOLA1 präsentiert die Verlierer des Sportjahres 2014 - International. Eine Auswahl:

 

Die spanische Fußball-Nationalmannschaft

"The End" - titelte die "Marca" nach dem Aus

Ja, sicher. An dieser Stelle könnte auch das brasilianische Nationalteam stehen. Aber das Scheitern der Spanier in der WM-Vorrunde erzählt nicht die zugegebener Maßen tragische Geschichte eines Spiels, es signalisierte vielmehr das Ende einer Ära. Zwischen 2008 und 2014 war die „Furia Roja“ die Referenzgröße des Nationalteam-Fußballs, bei der WM agierten sie erschreckend ideenlos bis hilflos. Zuerst beim 1:5-Paukenschlag gegen die Niederlande, dann auch beim 0:2 gegen Chile. Mit David Villa, Xabi Alonso und Taktgeber Xavi sagten nach den Titelkämpfen drei prägende Akteure „Adios“. Das spanische Kurzpass-Spiel ist hingegen noch nicht tot, jedoch mit einigen neuen Gesichtern versehen. Die Frischzellenkur wirkte  im Länderspiel-Herbst allerdings noch keine Wunder (u.a. 1:2-Niederlage in der EM-Quali bei der Slowakei), aber der Talentepool ist riesig und mit Isco und Co. scharrt die nächste Generation schon mit den Hufen.

 

 

Zinetula Bilyaletdinov

Keine Olympia-Medaille für die "Sbornaja"

Wenn an dieser Stelle die russische Eishockey-Nationalmannschaft stehen würde, wäre das nicht ganz gerecht. Schließlich holte die "Sbornaja" im Frühling in Weißrussland mehr als verdient den WM-Titel. Rund zwei Monate zuvor erlebten jedoch Ovechkin und Co. eine Riesen-Enttäuschung. Eine ganze Nation hatte in Sochi Gold eingeplant, der Druck schien die Cracks von Trainer Zinetula Bilyaletdinov zu lähmen. Von Anfang an wirkten die Russen verkrampft und quälten sich durch die Gruppe mit den USA, den Slowenen sowie der Slowakei. Auch im Viertelfinal-Playoff gegen Norwegen wusste die "Sbornaja" nicht zu überzeugen, in der Runde der letzten Acht folgte schließlich das bittere 1:3-Aus gegen den späteren Bronzemedaillen-Gewinner Finnland. Wenig überraschend musste Bilyaletdinov im Anschluss an das Turnier seinen Stuhl räumen.

 

Sebastian Vettel

Der Vierfachweltmeister ohne Saisonsieg

Dass es nach vier Weltmeistertiteln in Folge nicht ewig so weitergehen konnte, war allen Beteiligten klar. Trotzdem: Dass der Heppenheimer die Formel-1-Saison ohne Sieg beendet, ist schlichtweg eine Enttäuschung. Mercedes war das ganze Jahr über nicht in Sichtweite, aber was Vettel vielleicht noch mehr wurmt, ist die Tatsache, dass auch sein Teamkollege meist besser abschnitt. Daniel Ricciardo fuhr drei Saisonsiege ein, schloss die Fahrerwertung an dritter Stelle ab und klassierte sich damit zwei Positionen vor Vettel. Der Deutsche wurde damit erstmals in seiner F1-Karriere von einem Teamkollegen überflügelt. Kritiker sehen sich in ihrer Ansicht, dass Vettel nur aufgrund eines hochüberlegenen Autos viermal hintereinander Weltmeister werden konnte, bestätigt. Weil der 27-Jährige mehrfach Kritik an Auto & Team äußerte, haftet ihm nun das Image des schlechten Verlierers an. Ob sich das nach seinem Wechsel zu Ferrari in der kommenden Saison ändert?

 

Manchester United (David Moyes)

Moyes und das Loser-Image

Die erste Saison nach Sir Alex Ferguson war von Anfang an als Übergangsjahr vorgesehen. Titel waren ausnahmsweise kein Muss, man gab sich in Manchester mit kleineren Brötchen zufrieden. „Kleinere Brötchen“ heißt in der Sprache von United: Die Qualifikation zur Champions League. Und daran scheiterten die „Red Devils“ grandios. Das Image des Versagens traf ganz besonders Ferguson-Nachfolger David Moyes. Er sollte behutsam aufgebaut werden, als Vertrauensbeweis wurde der langjährige Everton-Coach mit einem Sechsjahresvertrag ausgestattet. Im April 2014 hatten die Verantwortlichen dann aber doch genug und zogen die Reißleine. Dass es nicht alleine an Moyes gelegen haben kann, zeigten die anschließenden Resultate unter Interims-Spielertrainer Ryan Giggs. Im Sommer holte sich United mit Louis van Gaal einen Routinier für die Trainerbank und investierte rund 200 Millionen Euro in neue Spieler. Nach anfänglichen Schwierigkeiten liegt man auf einem halbwegs zufriedenstellenden dritten Platz. Vor allem die Abwehr ist aber eines CL-Kandidaten momentan noch immer nicht würdig.

 

Tiger Woods

Der Rücken zwickte fast das ganze Jahr über

Ein Rückfall vom ersten auf den 29. Weltranglisten-Platz und kein einziger Sieg. 2014 war ein Jahr zum Vergessen für Tiger Woods. Rückenprobleme, die auch eine Operation nötig machten, waren ständige Begleiter des 39-Jährigen. So musste er unter anderem bei der US PGA Championship aufgeben und konnte nicht am Ryder Cup teilnehmen. Kurz vor Saisonende sorgte er mit der Verpflichtung von Chris Como für Aufregung, Woods neuer Schwung-Trainer ist in der Szene so gut wie unbekannt. Sein Comeback bei der von ihm selbst veranstalteten "Hero World Challenge" ging trotz veränderten Personals gelinde gesagt in die Hose: Der US-Amerikaner machte Fehler, die man überhaupt nicht von ihm gewohnt ist. Vieles spricht dafür, dass es 2015 besser laufen wird, aber ob Woods die Golfwelt noch einmal so dominieren wird können wie früher, ist mehr als fraglich.

 

Shaun White

Bruchlandung der "Fliegenden Tomate"

Shaun White ist das Aushängeschild des Snowboard-Halfpipe-Bewerbes schlechthin. Viele Fans und Experten waren vor den Spielen in Sochi der Ansicht, dass sich "The Flying Tomato" seine dritte Goldmedaille in Serie nur noch vom Silbertablett abholen muss. In der Qualifikation schlug sich der Kalifornier noch souverän, doch im Finale geschah das Unerwartete: Der ansonsten als extrem nervenstark bekannte White machte Fehler. Und zwar nicht nur einen. Der 27-Jährige verpasste dadurch nicht nur den ersten Platz, sondern gleich das Podium. Aber auch ohne seine groben Patzer hätte es White schwer gehabt: Der Schweizer Iouri "I-Pod" Podladtchikov riskierte alles und holte sich mit einem Traumlauf Gold.

 

Das Image der FIFA / des IOC

Den letzten Rest an Vertrauenskredit verspielt

Sich über die FIFA lustig zu machen, geht eigentlich gar nicht. Der Fußball-Weltverband ist nämlich Realsatire in Reinkultur. Über allem schwebt irgendwie das Stichwort "Katar". Die Termindiskussionen sind ebenso nicht endenwollend, wie lächerlich. Die Aufklärungsarbeit in einem möglichen Skandal um die WM-Vergaben 2018 und 2022 fast schon dreist. Schön, dass sich die FIFA selbst von allen Vorwürfen freispricht. Kein Wunder, dass der seriös wirkende Chefermittler Michael Garcia das Handtuch warf. Der Ruf der FIFA ist im Keller, da hilft auch der Image-Film "United Passions" nicht. Im Gegenteil. Der Sportfilm, in dem die Helden Funktionäre sind, ist einfach nur bizarr. Schade, dass sich ein Schauspieler wie Tim Roth für soetwas hergibt.

Viel besser sind die "Kollegen" vom IOC auch nicht dran. Stockholm, Krakau, Lviv, St. Moritz, München und Oslo wollen die Olympia-Gigantonomie nicht mehr mitmachen. Diese Städte zogen allesamt ihre Kandidatur für die Ausrichtung der Winterspiele 2022 zurück. Über bleiben Peking und Almaty (KAZ).

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