Die Aufsteiger des Jahres

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Der Weg nach oben ist ein steiniger.

LAOLA1 lässt das Jahr noch einmal Revue passieren und zeigt, wer auf der Erfolgsleiter 2012 erstaunlich viele Sprossen genommen hat. Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Beate Schrott:

Beate Schrott sprintete in die Weltspitze

Nach 62 Jahren gelang einer Österreicherin erstmals der Einzug in ein Sprint-Finale bei Olympischen Spielen. Beate Schrott konnte es selbst kaum glauben. Als sie im Halbfinale in 12,83 Sekunden  - der zweitbesten Zeit ihres Lebens – als Laufzweite die Ziellinie passierte, hielt sich die St. Pöltnerin die Hände vor das Gesicht. So unfassbar war es, die direkte Qualifikation für den Endlauf über 100 m Hürden der besten Acht direkt geschafft zu haben.

Im Anschluss kämpfte sie mit Tränen, rang vor den TV-Kameras nach Worten. Das Halbfinale war eigentlich als Ziel ausgegeben worden. Von mehr zu reden wäre unrealistisch gewesen – und dann das?!

Dass es schließlich im Finale „nur“ zu Rang acht reichte und die 24-Jährige zeitlich etwas unter ihren Möglichkeiten blieb, ist angesichts der Emotionen nur allzu verständlich und auch verschmerzbar. Das entschädigte die Medizin-Studentin auch für die EM-Medaille, die sie nur wenige Wochen zuvor in Helsinki um eine Hundertstel verpasst hatte.

Philipp Hosiner

Hosiner bombt sich in aller Munde

In der Sommer-Transferperiode wechselte Philipp Hosiner von der Admira zur Austria. Ein Glücksgriff für die „Violetten“, der richtige Griff für den Stürmer. Denn Hosiner passt in das Offensiv-Spiel der Austria wie die berühmte Faust auf das Auge. Nach fünf Toren im Dress der Südstädter ließ der 23-Jährige im Laufe der Herbstsaison 16 weitere im FAK-Trikot folgen, was überlegen Platz eins in der Torschützenliste (2. Soriano mit 14) und für die Austria überlegen Platz eins in der Tabelle (7 Punkte vor Salzburg) bedeutet.

Mit 21 Treffern mischt Hosiner auch in der Jagd um den „Goldenen Schuh“ vorne mit. Die Chancen dort sind allerdings überschaubar, da irgendwo in Barcelona ein gewisser Lionel Messi dem Ball hinterherläuft, der im Ranking aktuell haushoch führt. Nichtsdestoweniger sind auch den internationalen Scouts Hosiners Leistungen nicht entgangen. Ein Wechsel würde allerdings frühestens im Sommer Sinn machen, da Spieler in einer Saison maximal für zwei verschiedene Klubs einsatzberechtigt sind. Gerüchte über ein Interesse von Ajax Amsterdam hat es dennoch gegeben.

Schwimmende Wunderkinder

Ye Shiwen und Ruta Meilutyte

Was macht eine Schülerin bei Olympia? Gold gewinnen. Dies trifft zumindest auf Ruta Meilutyte zu. Im zarten Alter von 14 Jahren sicherte sich die Litauerin das Ticket für die Spiele in London, um sich wenige Monate und einen Geburtstag später den Olympiasieg über 100 m Brust zu holen.

Meilutyte, die bis zu einem Beinbruch dem Basketball frönte, vollzog bei den Spielen einen zeitlichen Quantensprung, stellte im Halbfinale in 1:05,21 Minuten sogar einen neuen Europarekord auf. Dass sie die jüngste Schwimm-Medaillengewinnerin seit der für die DDR startende Kornelia Ender in München 1972 war, sorgte für reichlich Doping-Spekulationen.

Mit den gleichen Vorwürfen sah sich auch Ye Shiwen konfrontiert. Die 16-jährige Chinesin gewann Gold über 200 m sowie 400 m Lagen. Über Letztere in der neuen Weltrekordzeit von  4:28,43 Minuten. Unglaublich: Die letzte Länge bewältigte sie in 28,93 Sekunden und war damit schneller als Herren-Olympiasieger Ryan Lochte, der dafür am selben Tag 29,10 benötigte.

Raul Santos

Raul Santos ging endgültig der Knoten auf

127 Tore in 15 Grunddurchgangspartien, 16 Treffer Vorsprung auf den Zweiten. Raul Santos ist mit Abstand der beste Torschütze in der aktuellen Saison der Handball-Liga Austria (HLA). Dass der 20-Jährige Talent hat, dessen war man sich bei seinem Klub Leoben und dem ÖHB schon seit längerem bewusst. Aber 2012 platzte beim Hobby-Rapper richtiggehend der Knoten.

Sprungkraft, Schnelligkeit und Technik machen ihn nun zum Objekt der Begierde für deutsche Großklubs. Die Rhein-Neckar Löwen haben den Senkrechtstarter, dessen Eltern aus der Dominikanischen Republik stammen, bereits zu einem Probetraining eingeladen. In Leoben wissen die Verantwortlichen rund um Claus Hödl, dass man Santos nicht halten wird können. Bleibt zu hoffen, dass seine Entwicklung nach einem möglichen Wechsel nicht abreißt, schließlich gilt Santos als kein einfacher Charakter, der sehr von der Nestwärme in Leoben profitierte.

Radamel Falcao

Radamel Falcao wirbelt die Weltordnung in La Liga durcheinander

Messi gegen Ronaldo. Ronaldo gegen Messi. Messi gegen Ronaldo... Lange schien es, als würde das Duell der beiden Primgeiger nicht nur den spanischen, sondern sogar den europäischen Fußball überstrahlen. Doch dem Fußball-Gott sei Dank, gibt es da noch einen Radamel Falcao. Auch wenn der Kolumbianer in der Vorsaison mit 34 Liga-Toren nur den „Best of the rest“ hinter den Granden (Messi 50, Ronaldo 46) anführte, schickt er sich immer mehr an, den beiden Feuer unterm Hintern zu machen.

In der aktuellen Spielzeit hat er sich mit 17 Volltreffern vorerst zwischen den Argentinier und den Portugiesen geschoben. Eine Konstellation, die auch auf die Klubs der drei besagten Ausnahmekönner zutrifft. Herausragend: Falcaos fünf Treffer beim 6:0 Atleticos über Deportivo im Dezember. Der 26-Jährige trifft übrigens vorzugsweise mehrfach, wie etwa sein Doppelpack beim 3:0 im Europa-League-Finale über Athletic Bilbao oder sein lupenreiner Hattrick beim 4:1 im UEFA Super Cup über Chelsea belegen.

Bernd Wiesberger

Bernd Wiesberger auf dem Weg nach oben

Der Generationenwechsel im heimischen Golf ist vollzogen. Während der 44-jährige Markus Brier nach 13 Jahren auf der European Tour aufgrund seiner schwachen Leistungen die Spielberechtigung verlor, zählt Bernd Wiesberger zu den Aufsteigern des Jahres.

Der 27-jährige gewann Ende April die Ballantines Open in Korea und Ende Juni das Heim-Turnier, die Lyoness Open in Atzenbrugg. Der Burgenländer verbessert sich in der Weltrangliste um 97 Ränge von Platz 162 auf 65, qualifizierte sich als erster Österreicher für das Tour-Finale in Dubai und knackte die Jahres-Preisgeld-Marke von einer Million Euro. Ebenfalls für positive Schlagzeilen sorgte Marina Stütz. Die 19-jährige Linzerin qualifizierte sich als erste Österreicherin für die hochdotierte US-Profi-Tour der Damen.

Jeremy Lin

Jeremy Lin avanciert zum Star

Vor einem Jahr war der Point Guard selbst den meisten Experten kein Begriff. Knapp zwölf Monate und einen Medien-Hype später ist Jeremy Lin der meist gegoogelste Sportler des Jahres in den USA. Er schlug ein wie eine Bombe. In seinen ersten fünf Starting-Five-Auftritten für die New York Knicks erzielte er sensationelle 136 Punkte – „Linsanity“ war geboren und griff in Folge wild um sich.

Die Merchandising-Maschinerie warf sich förmlich auf den asiatisch stämmigen 24-Jährigen, der binnen weniger Wochen den Sprung zum gefragten Werbeträger schaffte. Eine Knie-Operation stoppte den Höhenflug des Stanford-Abgängers, der im Sommer als Restricted Free-Agent zu den Houston Rockets wechselte. Bei den Texanern unterschrieb Lin einen Vertrag über drei Jahre und 25,1 Millionen Dollar.

Reinhold Pühringer

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