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ÖHB-Truppe hat Bosnien im Griff

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Österreichs Handball-Männer haben bei der WM in Katar den ersten Sieg im zweiten Spiel gefeiert. Beim 23:21 (11:12) über Bosnien-Herzegowina brauchte die Truppe von Patrekur Johannesson am Samstag aber 45 Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Mit einem weiteren Erfolg am Montag (19:00 Uhr MEZ) gegen das noch punktlose Tunesien würde man bereits einen Riesenschritt in die K.o.-Runde tun.

Auf dem Weg zum erklärten Ziel Platz vier und damit Achtelfinale sind neben dem Spiel gegen Tunesien auch noch der Iran (Mittwoch) und Mazedonien (Freitag) die Gegner. Kroatien und Mazedonien halten nach zwei Spieltagen bei je vier Zählern, Österreich und Bosnien bei je zwei.

Ausbaufähige erste Hälfte

Einen Tag nach dem denkbar knappen 30:32 zum Auftakt gegen Kroatien ließ Johannesson wieder den 18-jährigen Nikola Bilyk am linken Aufbau beginnen, setzte am Kreis diesmal auf Fabian Posch und in der Mitte auf Vitas Ziura. Nikola Marinovic startete neuerlich im Tor.

Bilyk fand mit zwei Treffern in der ersten Viertelstunde zwar besser in die Partie als tags zuvor, insgesamt gab Österreich vor der Pause aber keine gute Figur ab. Anstatt von den schlechten Abschlüssen des Gegners in der Anfangsphase zu profitieren, leistete sich Rot-Weiß-Rot zahlreiche Fehler.

Robert Weber beim Siebenmeter, Raul Santos im Konter oder Posch vom Kreis ließen echte "Sitzer" aus. Schließlich kamen die Bosnier auch in der Offensive besser ins Spiel und gingen in der 17. Minute erstmals mit 6:5 in Führung.

Rückstand zur Pause

WM-Debütant Lucas Mayer glich in der Folge auf 6:6 aus, auch der eingewechselte Bregenzer agierte in der Folge aber fehlerhaft - und tat es damit seinen Teamkollegen gleich. Dazu kam eine vermeidbare Zwei-Minuten-Strafe für Kapitän Viktor Szilagyi wegen Kritik.

Die Bosnier - angetrieben von 250 lautstarken Fans und dem ehemaligen Bregenzer Nikola Prce - fanden schließlich mehrmals auch vom Kreis ihr Ziel.

Marinovic bekam wenig zu halten, zeichnete sich beim Stand von 10:11 aber bei einem Siebenmeter aus und sorgte so auch dafür, dass die Gegner mit nur einem Tor mehr in die Pause gingen.

Bosnien zehn Minuten ohne Tor

Bilyk eröffnete die zweite Halbzeit mit dem Ausgleich zum 12:12, Ziura legte zum 13:13 nach. Marinovic zeigte zwei Paraden, wieder vergab man jedoch zwei Topchancen: Posch am Kreis und Bilyk im Konter scheiterten am bosnischen Schlussmann, das Niveau der Partie blieb bescheiden. Dennoch gelang Santos mit dem 14:13 die erste rot-weiß-rote Führung seit dem 5:4 in der 14. Minute.

Szilagyi, der so wie Marinovic der Schlussphase seinen Stempel aufdrücken sollte, machte auf unnachahmliche Art in Unterzahl das 15:14 (39.), Marinovic bügelte mit drei gehaltenen Bällen die offensiven Schwächen aus. Weber nutzte schließlich einen Konter für das 16:14, Posch stellte im nächsten Angriff sogar auf 17:14 (44.).

Bosnien hatte von da an nur noch wenig zu bieten, erzielte zwischen der 38. und 49. Minute keinen einzigen Treffer. Die weiterhin fehleranfällige Balkan-Truppe musste die Österreicher bis auf sechs Tore davonziehen lassen (22:16/53.) und konnte auch die kleine Aufholjagd auf 19:22 (57.) bzw. 20:23 (58.) nicht mehr zu ihren Gunsten nutzen.

Teamchef-Lob für Youngster Bilyk

"Es freut einfach. Wir sind immer ruhig geblieben, es war ein hartes Spiel. Bosnien hat eine gute Mannschaft, hat meine Landsleute (Anm.: Island im Quali-Play-off) rausgeworfen", meinte Patrekur Johannesson. "Ich habe in der Halbzeit gesagt, wir sollen ruhig bleiben. Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten mehr Chancen als gegen Kroatien.

"Niko (Nikola Bilyk) hat in der Liga in Österreich am besten gespielt, daher das Vertrauen in ihn. Er hat das auch gut gemacht", lobte der Teamchef den Jungspund.

"Meine Aufgabe ist es, die besten Spieler zu wählen. Und er ist einer davon. Jetzt gilt die Konzentration auf das nächste Spiel. Tunesien ist unglaublich körperlich stark. Ich freue mich, die jetzt auf Video zu analysieren. Ich liebe diese Arbeit und es macht mir Spaß."

"Ein komplett anderers Spiel als gegen Kroatien"

Kapitän Viktor Szilagyi, der zum Mann des Spiels gewähl wurde, meinte: "In der ersten Hälfte haben wir mit dem bosnischen Kreis viele Probleme gehabt. Nach der Pause haben wir die Abwehr verbessert, unser Tormann war stark. Wir haben viele Bälle erobert, es war ein harter Kampf und ein verrücktes Finish."

Den Grundstein für einen erfolgreichen weiteren Turnierverlauf sah Nikola Marinovic gelegt. "Das Eis ist gebrochen. Nach der ärgerlichen Niederlage gegen Kroatien, wo ich selbstkritisch war, war es ein wichtiger, hart erkämpfter Sieg", sagte der ÖHB-Tormann.

"Es zählen nur die Punkte am Schluss. Heute war es eine Mannschaftsleitung. Wir haben einige Fehler gemacht in der ersten Halbzeit, vorne und hinten. In der zweiten Halbzeit sind wir aber kompakt gestanden, vorne und hinten", so Marinovic, der hinzufügte:

"Es war ein komplett anderes Spiel als gegen Kroatien, mit weniger Tempo, zwei harten Abwehrreihen. Gestern war mehr Tempo und waren mehr Tore. Das Selbstvertrauen ist jetzt vor dem Spiel gegen Tunesien natürlich größer."

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